Amt lässt sich Zeit mit Berechnung von Unterhalt, nun soll ich nachzahlen, aber wie ?

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    • Amt lässt sich Zeit mit Berechnung von Unterhalt, nun soll ich nachzahlen, aber wie ?

      Hallo zusammen,

      leider kann ich mir keinen Anwalt leisten und weiß gerade nicht mehr weiter.

      Meine Frau hat sich Anfang des Jahres von mir getrennt, im Februar bin ich ausgezogen und von da an bezog sie Alg2. Wir haben einen gemeinsamen Sohn, für den ich von Anfang an den Regelunterhalt zahle.
      Das Amt hat bald meine Gehaltsnachweise angefordert, es kam jedoch nie etwas.
      Nun nach 8 Monaten erhielt ich die Aufforderung, monatlich 130€ Ehegattenunterhalt zu zahlen, rückwirkend seit Februar. Das sind nun fast 1200€ :( Ich weiß nicht, wie ich das Geld aufbringen soll, durch den Auszug müsste ich mir einen komplett neuen Hausstand aufbauen und bin finanziell am Ende.

      selbst bei der angebotenen Ratenzahlung habe ich ja nicht einmal mehr meinen Selbstbehalt.
      Auch die 130€ im Monat zu zahlen wird mir sehr schwer fallen.
      Es würde der Durchschnittslohn der letzten 12 Monate berechnet , was aber unrealistisch ist, da ich Weihnachts- und Urlaubsgeld bekomme und in diesen Monaten recht gut verdiene, dies ist aber nicht immer so.
      ausserdem würde mir meine Steuerrückerstattung angerechnet, was den angeblichen Verdienst nochmal um 120€ erhöht. Es wird nun von einem Verdienst von 2250€ bei mir ausgegangen im Monat, jedoch verdiene ich manchmal nur 1800€ im Monat (Provisionsbasis).
      Ich muss noch einen Kredit abbezahlen, sodass ich gerade nicht weiß, wie das alles gehen soll.
      Im Bescheid stand noch, dass ich keinen Widerspruch einlegen kann - kann ich denn überhaupt irgendwas machen?

      Hoffe jemand weiß Rat.
      danke!
    • Ich kann Dir aufgrund Deiner Angaben natürlich keine komplette Unterhaltsberechnung machen, aber ein paar Hinweise geben:

      Hans-Wurst;295025 schrieb:

      Es würde der Durchschnittslohn der letzten 12 Monate berechnet

      Das ist auch zunächst mal die richtige Vorgehensweise, so machen auch Gerichte das. Man muss ja auf einen Durchschnitt kommen.
      Sind die Kosten beachtet worden, die Du für die Arbeit hast, vor allem Fahrtkosten?

      Hans-Wurst;295025 schrieb:

      ...ausserdem würde mir meine Steuerrückerstattung angerechnet,

      Klar.
      Dein Einkommen besteht ja aus dem "normalen" Netto und der Steuererstattung.

      Hans-Wurst;295025 schrieb:

      Ich muss noch einen Kredit abbezahlen, ...

      Was ist das für ein Kredit? Ein ehebedingter, der auch Deine Frau betrifft?

      Hans-Wurst;295025 schrieb:

      Im Bescheid stand noch, dass ich keinen Widerspruch einlegen kann -

      Das ist richtig.
      Aber:
      Theoretisch brauchst Du aufgrund des "Bescheides" gar nicht zahlen. Wenn das Jobcenter das Geld haben will, dann muss es Dich beim Amtsgericht verklagen.
    • Hallo und Danke für die Antwort!

      kann ich denn irgendwas machen weil es so lange gedauert hat? Ist das normal, dass die Berechnung acht Monate dauert und ich nun so viel auf einmal zahlen muss? Ich weiß nicht woher ich das Geld nehmen soll :(

      wenn ich ich nicht zahle und das Amt vor Gericht zieht und mich auf Unterhalt verklagt, kommen dann weitere Kosten auf mich zu, wenn ich verurteilt werde, also Gerichtskosten und dergleichen?

      Vielen Dank nochmal und Grüße,
      Hans
    • Hans-Wurst;295046 schrieb:

      Ist das normal, dass die Berechnung acht Monate dauert ...

      Tja, als "normal" muss man das nicht bezeichnen, aber die Jobcenter müssen ihre Ressourcen zuallererst dahin stecken, wo es um das Überleben der Kunden geht, also Leistungsbewilligung. Das Hereinholen der Gelder steht an zweiter Stelle. Wie so oft in Deutschland (siehe Steuerprüfungen etc.), dem Steuerzahler geht dadurch viel Geld verloren.
      Aber egal:
      Du musst rückwirkend nur für die Zeit zahlen, ab der Du vom Jobcenter über den ALG II-Bezug von Frau und Kind informiert wurdest, steht hier in Absatz 3 dejure.org/gesetze/SGB_II/33.html
      Schau also noch mal, wann Dir die erste Mitteilung zugegangen ist.

      Hans-Wurst;295046 schrieb:

      wenn ich ich nicht zahle und das Amt vor Gericht zieht und mich auf Unterhalt verklagt, kommen dann weitere Kosten auf mich zu, wenn ich verurteilt werde, also Gerichtskosten und dergleichen?

      Gerichtskosten zahlen muss der, der verliert.
      Falls also die Unterhaltsberechnung des Jobcenters völlig korrekt ist, dann zahlst Du. Falls die aber nicht richtig ist, dann zahlst Du allenfalls anteilig.
      Deswegen:
      Ist der Kredit berücksichtigt und wenn nein, warum nicht?
      Ist die Einkommensberechnung nachvollziehbar?
      Wie alt ist der Sohn eigentlich?

      Wenn Dir was komisch vorkommt, dann fass Dir ein Herz und lass Dich von einem Anwalt beraten. Ja, das kostet erst mal Geld, aber evtl. sinkt dadurch Deine Unterhaltsschuld auf Dauer.

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