Heiraten und getrennte Wohnungen

  • Hallo erstmal,


    ich bin neu hier!


    Am besten ich erzähle erstmal die Grundgeschichte: ich bin 36 Jahre und seit drei Jahren habe ich durch meine Muskelkrankheit einen Luftröhrenschnitt und bin absolut bettlägerig! Seit Juli 2013 wurde ich (schweren Herzens nach 10 Jahren Arbeit als Dipl.-Ing.) für Vollerwerbsunfähig erklärt und wurde frühberentet und da das Geld nicht ausreicht bekomme ich seit dem Grundsicherung!


    Da mich ein 24-Stunden-Intensievdienst versorgt werde (d.h. es ist rund-um-die-Uhr eine examinierte Fachpflegekraft anwesend [dies hat die KK entschieden]; also zu jeder Zeit sind zwei Persone in der Wohnung), ich sehr viele Hilfmittel habe und jeden Monat sehr viele Pflegematerialien geliefert werden hat mir das Sozialamt meine Wohnung von 94qm, 3 Zimmer (1Z für Pflegedienst, 1Z Hilfmittel- und Versorgungslager und ein großes Z für mich als Wohn- und Schlafzimmer mit Platz, um das Pflegebett, sodass das Pflegepersonal gut rundherum an mich dran kann, auch notfallmäßig) und 700€ Warmmiete für angemessen eingeordet und nimmt dies auch so mit in ihre Berechnung der Grundsicherung mit ein.


    Hier eine Auflistung meiner Hilfsmittel und monatlichen Pflegemittel die untergebracht werden müssen:


    • großes Pflegebett, welches im Wohnzimmer steht (man muss zu jederzeit von allen Seiten an mich dran kommen; also viel Platz ringsherum)
    • ein Absauggerät
    • ein zweites Absauggerät als Ersatz
    • ein CoughAssist, um festsitendes Sekret zu lockern
    • ein Beatmungsgerät für am Tag
    • ein Beatmungsgerät für die Nacht
    • einen Luftbefeuchter für die Beatmungsgeräte
    • zwei Infusilnsgestelle inkl. 3 Infusionspumpen
    • ein Inhalationsgerät
    • eine Kommunikationshilfe (Computer auf einem mobilen Ständer)
    • einen Elekto-Roollstuhl
    • einen Patienten-Lifter
    • eine Bettdusche
    • Toiletten-Stuhl



    Benötige Materilien für meine Versorgung:

    • verschiedene Desinfektionsmittel
    • viele Einweg-Handscuhe
    • 300 Absaugkatheter
    • 400-500 Kompressen
    • da ich unter anderem introvinös ernährt werde für jeden Monat 30 Infusionsbestecke
    • 30x 1000ml Beutel Ernährun
    • Abwurbehälter für die ganzen Nadeln und Spritzen die bei der Anrichtung der introvenösen Ernährung benötigt werden; 4 Nadeln und 4 Spritzen pro Tag (weil steri, gearbeitet werden muss)
    • 60 Darmrohe, da ich anders keinen Stuhl absondern
    • 1x 100er Pack Instillagel zur Benutzung der Darmrohre
    • 15x 1500ml steriles Wasserfür den Luftbefeuchter
    • 50 Flaschen im Monat á 100ml Kochsalz-Lösungen
    • Urinbeutel
    • Medikamente für einen ganzen Monat



    Jetzt habe ich noch zwei Kinder und eine Freundin, die nicht bei mir wohnen und zwar in einer eigenen Wohnung! Z.z. befindet sie sich mit dem zweiten Kind in der drei-jährigen Elternzeit und erhält daher ALG2! Ab Juli 2015 geht sie wieder auf ihrer alten Arbeit arbeiten, aber nur halbtags, wegen den Kindern! Sie wird dann ca. 900€ netto verdienen (also Geringverdiener) und da dies zu wenig ist, wird sie Kinderzuschuss erhalten und Wohngeld!


    Jetzt möchten wir gerne heiraten! Jetzt habe ich einige Fragen:
    1. in der Zeit, bis sie wieder arbeiten geht, also in der Zeit, wo sie ALG2 bekommt: habe ich mit einer Kürzung der GruSi zu rechnen und mit einer Anrechnung ihrer Einnahmen (sie und die Kinder erhalten ja ALG2)?


    2. wenn sie wieder arbeiten geht: habe ich mit einer Kürzung der GruSi zu rechnen und mit einer Anrechnung ihrer Einnahmen (sie ist ja dann trotzdem noch Geringverdiener und bekommt daher noch Wohngeld und für die Kinder noch Kinderzuschuss)?


    3. wie sieht das in Fall 1 und Fall 2 mit der Anrechnung von getrennten Wohnungen aus?


    4. wie sieht es im Fall 1 und Fall 2 mit einer gemeinsamen Wohnung aus, wie viele qm stehen uns zu?
    a. nur soviel wie vom Gesetzesgeber vorgeschrieben?
    b. etwas mehr?
    c. oder wird es sogar getrennt berechnet?
    Weil: wir würden dann gerne eine grössere Wohnung nehmen, die man in zwei geschlossene Bereiche unterteilen kann (auf Grund der besonderen Situation: wegen der ständigen Anwesenheit einer Pflegeperson (24h-Pflegedienst) und die Wahrung der Privatsphäre der beiden Kindern und meiner Frau)! Das habe ich schon mehrfach in meine Leben erlebt, dass wenn die Wahrung der Privatsphäre nicht eingehalten wird, wenn man quasi zu dritt wohnt (mit Pflegekraft und Freundin) und es keinen privaten Bereich gab, dass das Zusammenwohnen nicht klappte! Und das möchte ich bei einer Heirat mit Kindern gerne vermeiden! Außerdem bleibt mein enormer krankheitsbedingter Platzbedarf (wie weiter oben beschrieben und vom Sozialamt [in Zahlen: 95qm, 3 Zimmer, 700€ Warmmiete] bereits für angemessen gehalten wird) bestehen bleibt!


    Ich wäre um jegliche Information und Rat dankbar,
    CmdrBrain

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  • Hallo CmdrBrain,

    ich habe leider gerade nicht viel Zeit, daher in aller Kürze:

    zu 1.) Nein, das ALG II deckt gerade den notwendigen Lebensunterhalt+Unterkunftskosten deiner Freundin, da kann bei dir nichts angerechnet werden.

    zu 2.) Wenn sie mehr Geld hat, als sie zum Leben braucht, wird der Überschuss bei dir abgezogen. Ihr seid verheiratet, also eine Einstandsgemeinschaft. D.h. ihr steht füreinander ein, auch finanziell.

    zu 4.) Wenn du alleine schon eine 94qm-Wohnung als angemessen bekommen hast, dann werde ihr zu zweit (bzw. zu dritt mit Pflegedienst?) bestimmt nicht weniger bekommen.

    Aber das wäre eigentlich alles am besten bei deinem Sozialamt zu erfragen.

    Grüße,
    Dude

  • Hallo,


    danke für die Antwort. Die Antwort 1 und 2 habe ich mir mittlerweile schon ergoogelt!


    Am wichtigen ist uns Frage 3 und 4! In Frage 4 ging es ja nicht darum, dass wir dann nicht weniger bekomme (das denke ich mir auch)(zu zwei bzw. zu dritt mit Pflegedienst), sondern, ob wir dann zu viert, also zwei Kinder, dann meine "Frau" und ich (eigentlich zu fünf, Pflegedienst) mehr bekommen und was von a., b. und c. eher eintreffen!


    Also im Prinziep entweder 94qm+45qm, da ja dei Personen á 15qm mehr sind,
    oder in dem besonderen Fall 94+45+30=94+75qm, also getrennt berechnet wird (also wenn sie wieder arbeiten geht, also ich nur Grundsicherung: der Wohnanteil von ihr und den Kindern unberücksichtig bleibt, also quasi 94qm+eunberücksichtigtal bzw. 700€ WM+unberücksicht)!


    Mfg,
    CmdrBrain