Unterstützung/Wohngeld zum Einkommen

  • Hallo,
    folgende Situation:


    Ich bin seit 2 Jahren wegen psychischer Erkrankung voll arbeitsunfähig geschrieben und beziehe bei einer Miete von 320,- Euro(inkl. aller Nebenkosten) 792,xy Euro über das Sozialamt (SGB XII - keine Rentenbezüge).


    Weiter bin ich in therapeutischer Behandlung, voraussichtlich noch bis einschließlich Ende 2015.


    Nun habe ich die Möglichkeit eine Halbtagsstelle mit einem Bruttoverdienst von ca. 800 Euro angeboten bekommen und möchte diese unbedingt annehmen (Prognose vom Psychiater & Therapeut positiv).


    Grob überschlagen hätte ich ungefähr 628,- Euro Netto.


    Ich habe an aussergewöhnlichen Kosten ziemlich genau 78,- Euro Fahrtkosten, um den Umgang mit meinem Kind zu gewährleisten.


    Die Fahrtkosten zur Arbeit würden ~ 56,- Euro betragen.


    Ich möchte diese Arbeit unbedingt annehmen, da ich nicht mit Mitte 40 vollkommen aus dem Arbeitsleben aussscheiden will und diese angebotenen Stelle auch in dem Rahmen zur zeit meiner psychischen und physischen Kraft liegt. UND ich habe Lust darauf.


    Welche Möglichkeiten habe ich hier
    a)auf Wohngeld bzw. Fahrtkostenerstattung (Kind/Arbeit)
    b) gibt es eine Unterstützung, da mein Kind hier ein eigenes Zimmer für den 14-tägigen Umgang/Ferienzeit
    c) was sollte ich noch unbedingt beobachten ?


    Ich danke für jeden Hinweis/Tip


    Gruß an alle, die sich durchschlagen !


    Mutbürger


    P.S.: Ich werde den Job auch nehmen, wenn es bei 628,- bleibt - finanziell würde das dann aber wirklich sehr hart werden......

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  • Sobald du den Job annimmst, wirst du keine Leistungen nach SGB XII mehr erhalten. Du kannst aber ergänzendes ALGII (SGBII) beantragen. Über die Anlage Bebe kannst du die Umgangskosten geltend machen.

    Meine hier eingestellten Beiträge stellen nur meine persönliche Meinung und KEINE Rechtsberatung dar. Ich erhebe nicht den Anspruch allwissend zu sein und lasse mich gerne korrigieren. Wer mich nicht mag, darf mich gerne ignorieren, persönliche Angriffe bitte ich zu unterlassen. Vielen Dank.


  • Du meinst --befristet voll erwerbsgemindert---
    Wenn du den Job annimmst, ist nicht mehr das Sozialamt mit SGB XII zuständig, sondern das Jobcenter mit SGB II.
    Dann bist du wieder --erwerbsfähig-- und mit dem Job --erwerbstätig--
    Wenn Arzt und Therapeut das befürworten, solltest du das versuchen.
    Mut ist immer gut!
    Hat der Arzt/Therapeut schon mal was vom Hamburger Modell gesagt?
    Oder hast du mit dem Arbeitgeber Kontakt und evtl. darüber gesprochen?


    zu Wohngeld: grober Richtwert ist: 80% eigenes Einkommen im Vergleich zu Hartz4-Bedarf---dann ist man wohngeldberechtigt.
    Dein Hartz-4-Bedarf wäre 391+320= 711,-
    Wohngeld KÖNNTE klappen.
    Gerechnet wird beim Wohngeld aufs Jahreseinkommen. Man kann sich bei vielen W-Ämtern eine Schnellberechnung zum Anspruch machen lassen.
    Oder mit einem Internet-WG-Rechner prüfen.
    zu Umgangsrecht: ein eigenes Zimmer? wie wohnst du jetzt? wie alt ist dein Kind?

  • Hallo


    erstmal vielen Dank an Eure beiden Antworten, Grubenpone und Norstone89.


    Ich habe am Anfang einen Fehler gemacht, ich bekomme natürlich nur 692,27 Euro über das Sozialamt (SGB XII), Krankenkasse wird direkt vom Sozialamt überwiesen


    Über das Hamburger Modell lese ich mich jetzt ersteinmal ein - klingt beim
    ersten Einblick sehr interessant.


    Ebenso wollte ich meinen ersten Beitrag nicht zu kompliziert gestalten,
    sehe aber jetzt, das noch einige Ergänzungen notwendig sind:


    a) ja, ich bin jetzt "befristet voll erwerbsgemindert", das Sozialamt hat jetzt eine weitere Überprüfung angeleiert mit dem Ziel "zur Feststellung der dauerhaften Erwerbsunfähigkeit gem. 46 SGB XII".
    Das möchte ich auf keinen Fall, auch wenn ich herausbekommen habe, das es in weiteren zwei Jahren erneut überprüft werden würde - also bei "Feststellung dauerhafter Erwerbsunfähigkeit" dieses Jahr nicht entgültig sein muss.
    Emotional belastet mich diese Überprüfung trotzdem sehr, auch wenn ich volle Rückendeckung meines Umfeldes, des Hausarztes, Psychiaters und Therapeuten erhalte. Alle raten mir, keinesfalls wieder voll ins Arbeitsleben einzusteigen, sondern eher nochmals zwei Jahre ohne Erwerbsverpflichtungen an meiner Erkrankung bzw. Stabilisierung zu arbeiten.


    b)

    Quote from norstone89;284627


    zu Umgangsrecht: ein eigenes Zimmer? wie wohnst du jetzt? wie alt ist dein Kind?


    Ich wohne auf 32 qm, 2 Zimmer. Davon ist halt ein Kinderzimmer für die Besuche meines Kindes, das zweite Zimmer ist Schlafraum/Küche/Wonzimmer für mich. Mein Kind ist 6 Jahre alt.


    Ich habe letzten Monat bereits einen Antrag auf Fahrtkosten für die Umgangskontakte und die Fahrten zur Therapie gestellt, zumindest der Fahrtkostenbetrag für den Umgang ist bei Vorlage verschiedener Dinge (Bestätigung durch den anderen Elternteil / Fahrkarten) genehmigt, allerdings Erstattung erst im Monat darauf.
    Daher habe ich ebenso noch einen Antrag auf ein einmaliges Darlehen in Höhe der monatlichen Fahrtkosten gestellt. Hier steht der Bescheid noch aus.
    Mein Anwalt hat mir allerdings gesagt, das es leider ein brandneues Gerichtsurteil (3 Wochen alt) gibt, was zukünftig die Übernahme von Fahrtkosten ausschließt. Er meinte, man (ich) solle darauf hoffen, das das zuständige Sozialamt noch eine Weile braucht, bis sie von diesem Urteil erfahren....


    Ich hoffe, Euch jetzt alle wesentlichen Fakten geschrieben zu haben und Danke für jede weitere Hilfe.


    Alles Gute und eine schöne sonnige Woche


    Gruß
    mutbürger

  • Quote from mutbürger;284685


    a) ja, ich bin jetzt "befristet voll erwerbsgemindert", das Sozialamt hat jetzt eine weitere Überprüfung angeleiert mit dem Ziel "zur Feststellung der dauerhaften Erwerbsunfähigkeit gem. 46 SGB XII".
    Das möchte ich auf keinen Fall, auch wenn ich herausbekommen habe, das es in weiteren zwei Jahren erneut überprüft werden würde - also bei "Feststellung dauerhafter Erwerbsunfähigkeit" dieses Jahr nicht entgültig sein muss.


    Das ist aber gesetzlich geregelt, daß eben in Abständen wieder amtsärztlich geprüft werden muß.
    Es kann natürlich auch etwas anderes herauskommen.
    zB: teilweise erwerbsgemindert. Dann bist du --erwerbsfähig--, aber eben nicht in Vollzeit und nicht in alle Tätigkeiten vermittelbar.


    Deswegen, weil dir dein Umfeld rät, es langsam anzugehen, ist eine Teilzeit doch in Ordnung.
    Und evtl. übers Hamburger Modell sogar noch *geschützt*.
    Frag den Arbeitgeber, ob er das kennt.
    Wenn das mit dem Job aus X Gründen nicht gut klappt, dann war es einen Versuch wert. Dann weißt du auch, was du dir selbst zutrauen kannst.


    Quote from mutbürger;284685

    b)Ich wohne auf 32 qm, 2 Zimmer. Davon ist halt ein Kinderzimmer für die Besuche meines Kindes, das zweite Zimmer ist Schlafraum/Küche/Wonzimmer für mich. Mein Kind ist 6 Jahre alt.


    Dann gibt es für die Zeiten des Umgangsrecht einen Platz für dein Kind und wenn es nicht bei dir ist, dann hast du dieses Zimmer auch zur alleinigen Nutzung.


    Ein brandneues Urteil?
    Es müßte schon ein Grundsatzurteil eines hohen Gerichtes sein, damit sich das Amt darauf berufen kann.
    In aller Regel bekommen die Ämter dann eine *Anweisung* von oben...bis die kommt, dauerts oft...

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