Keine Mindestlohn für AL2 Empfänger

    • Hi,

      ganz einfach: es gibt bei bestimmten Arbeitgebern die Idee, die Lohnkosten gleichsam um jeden Preis zu drücken, da die betroffenen Mitarbeiter ja aufstocken können.
      Im Ergebnis erfolgt ein erheblicher Anteil der Bezahlung durch das JC, d.h. durch öffentliche Kassen. Ohne eine solche Quersubventionierung hätten solche Arbeitgeber Mühe, am Markt zu bestehen. Also würden solche Buden verschwinden, jedenfalls zu einem Teil.
    • gustl;301991 schrieb:

      Ohne eine solche Quersubventionierung hätten solche Arbeitgeber Mühe, am Markt zu bestehen. Also würden solche Buden verschwinden, jedenfalls zu einem Teil.

      Ich weiß, was du meinst.
      Ich denke aber, so einfach ist es nicht. Denn "quersubventioniert" wird nicht der AG, sondern der AN. Deshalb fragte ich, wer sollte das Verschwinden solcher Buden veranlassen?
      Die AN, die JC, oder wer?
      Könnte das JC dem aufstockenden AN verwehren, bei einem solchen AG zu arbeiten, bzw. weiterhin nach Einführung des ML, weil er seine Hilfebedürftigkeit nicht "ausreichend" verringert?
      Könnte der LB, der einen solchen Job in einer solchen Bude angeboten bekommt, ihn als unzumutbar ablehnen?

      Ich denke vielmehr, solche AG, die das bisher schon so gemacht haben, kennen längst ihre Strategie und "verfeinern" lediglich ihr "sozialpolitisches Unternehmertum".
    • norstone89;301994 schrieb:

      Deshalb fragte ich, wer sollte das Verschwinden solcher Buden veranlassen?


      Wenn "solche Buden" kein wirtschaftlich mehr tragfähiges Geschäftsmodell haben, gehen sie Pleite. Die Geschäftstätigkeit wandert dann, falls die Art des Produkts oder der Dienstleistung das ermöglicht, ggfs. ins Ausland wo keine 8,50 € Stundenlohn gezahlt werden oder sie wird ganz eingestellt.

      In Berlin beispielsweise wird dann nicht nur, wie bisher, Hotelwäsche zum Waschen über das kurze Autobahnstück nach Polen gebracht, sondern dasgleiche findet ggf. statt bei den entsprechenden Dienstleistungen und Produkten.

      Es werden noch Schätzungen angenommen, denn die Zahlen gehen weit auseinander, zwischen den

      900000 neuen Jobcenter-Kunden, (deutsche-wirtschafts-nachricht…bt-jugendarbeitsloigkeit/)

      und den 60000 weniger Jobcenter-Kunden (zeit.de/wirtschaft/2014-12/min…arbeitsagentur-aufstocker)
    • mpumpe;301998 schrieb:

      Wenn "solche Buden" kein wirtschaftlich mehr tragfähiges Geschäftsmodell haben, gehen sie Pleite.

      Da stellt sich eine weitere Frage: Warum wäre eine solche Bude wirtschaftlich nicht tragfähig? Weil die AN nun alle mind. 8,50 pro Std. erhalten sollen? Kann ein solcher AG seine Sklaven in weniger Zeit schneller malochen lassen? Rechnet sich evtl. sogar die Aufsplittung in Minijobs, was bisher sv-pflichtig war?
      Die AN laufen nach wie vor zum JC, werden also nach wie vor alimentiert/subventioniert.
      Der Budenbesitzer NICHT.

      mpumpe;301998 schrieb:

      Die Geschäftstätigkeit wandert dann, falls die Art des Produkts oder der Dienstleistung das ermöglicht, ggfs. ins Ausland wo keine 8,50 € Stundenlohn gezahlt werden oder sie wird ganz eingestellt.
      Wenn es die Branche erlaubt (Frisöre eher nicht) und es sich rechnet, die Arbeit im Ausland insgesamt billiger machen zu lassen, könnte das passieren.
      Dann werden dadurch arbeitslos gewordene AN mit mehr Sozialleistungen bezahlt. Der abgewanderte AG nicht quersubventioniert.

      mpumpe;301998 schrieb:

      In Berlin beispielsweise wird dann nicht nur, wie bisher, Hotelwäsche zum Waschen über das kurze Autobahnstück nach Polen gebracht, sondern dasgleiche findet ggf. statt bei den entsprechenden Dienstleistungen und Produkten.

      Ja, kann passieren.
      Schätzungen sind immer doof.
      Man wird die Statistiken der kommenden Jahre noch genügend zerfleddern.

      Wer hat sich vom ML ein Heil für alle versprochen?
    • Hi,

      nur ein Beispiel: Vor einigen Jahren gab es einen Postdienstleister, dessen einzige Idee darin bestand, Löhne so zu drücken, dass es für eine Existenz nicht mehr reichte.
      An dieser Stelle wurden natürlich die Arbeitgeber subventioniert, es handelte sich um ein Geschäftsmodell, dass um keinen Deut weniger asozial ist, als das Verhalten einiger SGB II Empfänger, die nicht arbeiten wollen.

      Natürlich wird zum Beispiel in Hotels Arbeit verloren gehen, wenn Reinigungsarbeiten ausgelagert werden, aber was spricht z.B. dagegen, Zimmermädchen ordentlich zu bezahlen?

      Seriöse Zahlen zu den tatsächlichen Auswirkungen des Mindestlohns gibt es nicht. Sie wären auch reine Spekulation, denn die genaue Wirkung verschiedener Faktoren, die ineinander greifen, kann wohl kaum vorhergesagt werden.

      Dass der arbeitgeberseitige Chef-Propagandist Sinn sich zu Zahlen bis zu fast einer Millionen versteigt, um die die Leistungsempfänger mehr werden sollen, ist bemerkenswert, aber von allenfalls begrenzter Bedeutung.
      Interessanter sind insoweit Annahmen einer insoweit moderaten und unverdächtigen Publikation wie die Zeit, welche wesentliche gemäßigte Zahlen annimmt.


      Etwas mehr Gelassenheit wäre sicher nicht verkehrt, auch um tatsächlich auftretenden Fehlentwicklungen sinnvoll entgensteuern zu können.
      Und eine Anmerkung noch: eine Tätigkeit bei einem Arbeitgeber, der versucht, rechtswidrige Umgehungslösungen zu Lasten von Mitarbeitern zu finden, dürfte unzumutbar sein.
    • gustl;302005 schrieb:

      nur ein Beispiel: Vor einigen Jahren gab es einen Postdienstleister, dessen einzige Idee darin bestand, Löhne so zu drücken, dass es für eine Existenz nicht mehr reichte.
      An dieser Stelle wurden natürlich die Arbeitgeber subventioniert,
      Das verstehe ich, ehrlich gesagt, nicht.
      Subventionen sind staatliche Hilfen. Hat dieser PDL staatliche Hilfen (Subventionen) erhalten?
      Wenn derart miese Löhne gezahlt wurden, wurden die doch an die AN gezahlt. Diese konnten davon ihren Lebensunterhalt nicht sichern und mußten notgedrungen Subventionsleistungen=Hartz 4 zusätzlich beantragen.
      Demzufolge wurden doch die AN subventioniert.

      Ist der Postdienstleister weg vom Markt?

      gustl;302005 schrieb:

      Natürlich wird zum Beispiel in Hotels Arbeit verloren gehen, wenn Reinigungsarbeiten ausgelagert werden, aber was spricht z.B. dagegen, Zimmermädchen ordentlich zu bezahlen?
      Nichts spricht gegen "ordentliche" Bezahlung. Bei Zimmermädchen und anderen AN in Hotels wird es dann Mindestlohn sein.
      Wo nimmt der Hotelier die Differenz zum jetzt gezahlten Dumpinglohn dann her? z.B. von höheren Übernachtungspreisen?

      gustl;302005 schrieb:

      Seriöse Zahlen zu den tatsächlichen Auswirkungen des Mindestlohns gibt es nicht.
      Eben. Kann es gar nicht geben. Es gibt bisher nur Spekulationen.

      gustl;302005 schrieb:

      Dass der arbeitgeberseitige Chef-Propagandist Sinn sich zu Zahlen bis zu fast einer Millionen versteigt, um die die Leistungsempfänger mehr werden sollen, ist bemerkenswert, aber von allenfalls begrenzter Bedeutung.
      Interessanter sind insoweit Annahmen einer insoweit moderaten und unverdächtigen Publikation wie die Zeit, welche wesentliche gemäßigte Zahlen annimmt.
      Beides Spekulation.

      gustl;302005 schrieb:

      Etwas mehr Gelassenheit wäre sicher nicht verkehrt, auch um tatsächlich auftretenden Fehlentwicklungen sinnvoll entgensteuern zu können.
      Ja. Wer sollte gelassen sein und wer sollte ggfls. gegensteuern?

      gustl;302005 schrieb:

      Und eine Anmerkung noch: eine Tätigkeit bei einem Arbeitgeber, der versucht, rechtswidrige Umgehungslösungen zu Lasten von Mitarbeitern zu finden, dürfte unzumutbar sein.

      Wie erfährt man von dem Versuch? Wäre der AG so blöd, den Versuch schon in die Stellenausschreibung zu setzen, wenn er AN sucht?
      Bei bereits Beschäftigten: Sollten die kündigen, wenn sie die Versuche erkennen?

      Einige JC lassen sich jetzt von Stellenanbietern versichern, daß der Mindestlohn gezahlt wird...bevor VV an LB verschickt werden.
      Obs hilft?
    • Eigentlich ist es ganz einfach.
      Kann der AG die durch den Mindestlohn entstehenden höheren Preise am Markt weitergeben, dann bleiben die Arbeitsplätze erhalten.
      Wenn nicht fallen sie weg. Es geht ja in der Regel um niedrigqualifizierte Beschäftigung die bisher nicht durch Maschinen erbracht werden kann. Vielleicht bringt der Mindestlohn hier auch neue Entwicklungen hervor und wir bekommen den Burger zukünftig am Automaten oder die Pizza durch eine ferngesteuerter Drohne geliefert.
      Auf jeden Fall sollte es für jeden heute jungen Menschen ein zusätzlicher Anreiz sein, sich zu qualifizieren, damit er mit seiner Tätigkeit und seinen Fähigkeiten in der Lage ist den Mindestlohn für den AG zu erwirtschaften.
    • yamato;302081 schrieb:

      Eigentlich ist es ganz einfach.
      Kann der AG die durch den Mindestlohn entstehenden höheren Preise am Markt weitergeben, dann bleiben die Arbeitsplätze erhalten. Wenn nicht fallen sie weg.

      Stimmt. Das wäre die einfachste und nahe liegendste Erklärung.
      Ist es aber wirklich so flach einfach? Dann gäbe es wohl fast keine Diskussionen.

      Bestes und stets beispielhaft hergezerrtes Beispiel: Die FrisörInnen.
      Meist in kleinen Betrieben mit <5 Mitarbeitern, ganz oft als TZ-Beschäftigte, häufig als Minijobber.
      Die Preise sind sehr unterschiedlich in den Betrieben, es gibt keine durchgängigen Regelleistungspreise.
      Ein(e) MeisterIn führt meist den Laden als Eigentümer oder als Filialist, falls Kette.
      Würden Kunden nun ab Einführung des ML ca 20-25% mehr für die vergleichbare bisherige Leistung zahlen?
      Dann wäre die ML-Diskussion wirklich nicht "der Rede wert".

      yamato;302081 schrieb:

      Es geht ja in der Regel um niedrigqualifizierte Beschäftigung die bisher nicht durch Maschinen erbracht werden kann.
      Das ist wohl nur zum Teil richtig.
      Sehr viele gar nicht niedrigqualifizierte Beschäftigungen werden niedrig bezahlt.
      Sehr viele wirklich niedrigqualifizierte Arbeiten werden auch weiterhin nicht von Maschinen, sondern von gering qualifizierten AN erledigt werden.

      yamato;302081 schrieb:

      Auf jeden Fall sollte es für jeden heute jungen Menschen ein zusätzlicher Anreiz sein, sich zu qualifizieren, damit er mit seiner Tätigkeit und seinen Fähigkeiten in der Lage ist den Mindestlohn für den AG zu erwirtschaften.
      Ja, das mit der Qualifizierung sehe ich auch so.
      Ob ein AG jedoch damit zufrieden ist, daß sein AN ihm nur den ML erwirtschaftet, möchte ich anzweifeln.
      Das genügt nicht.
      Übrigens haben auch jetzt viele gut- und hochqualifizierte junge Leute nicht die Möglichkeit, einem AG wenigstens den ML zu erwirtschaften.

      SO einfach ist es also leider doch nicht mit dem Mindestlohn.
    • Es gibt wenig nicht niedrigqualifizierte Beschäftigungen, die nur den Mindestlohn erhalten.
      Die Friseure sind hier sicherlich ein Beispiel, vielleicht noch Köche.
      Gibt es weitere Beispiele ?
      Bei den Friseuren wird es spannend, werden hier die vielen selbständigen EinzelunternehmerInnen ihren Vorteil nutzen und bei den billigen Preisen bleiben, dann wird es den Friseuren, die Angestellte beschäftigen schwer fallen (sofern sie nicht den ML umgehen) Preiserhöhungen durchzusetzen, was dann vielleicht zu mehr arbeitslosen Friseuren führt. Hängt also davon ab ob die Einzelselbständigen die Preise mit anziehen oder nicht.
      Ihr vorletzter Satz ist mir nicht ganz klar, bei der derzeitigen Arbeitsmarktlage sind gut- oder hochqualifizierte in der Regel nur sehr kurz oder gar nicht arbeitslos. Hochqualifiziert natürlich im Sinne der Wirtschaft, da ein Dr. der mongolischen Sprachen (absichtliche Übertreibung) nicht unbedingt gesucht ist, sollte jedem klar sein. Wobei selbst solche Akademiker immer noch seltener arbeitslos sind als geringer Qualifizierte ohne Studienabschluß.
    • yamato;302103 schrieb:

      Es gibt wenig nicht niedrigqualifizierte Beschäftigungen, die nur den Mindestlohn erhalten.
      Die Friseure sind hier sicherlich ein Beispiel, vielleicht noch Köche.
      Gibt es weitere Beispiele ?
      Bei den Friseuren wird es spannend, werden hier die vielen selbständigen EinzelunternehmerInnen ihren Vorteil nutzen und bei den billigen Preisen bleiben, dann wird es den Friseuren, die Angestellte beschäftigen schwer fallen (sofern sie nicht den ML umgehen) Preiserhöhungen durchzusetzen, was dann vielleicht zu mehr arbeitslosen Friseuren führt. Hängt also davon ab ob die Einzelselbständigen die Preise mit anziehen oder nicht.
      Ihr vorletzter Satz ist mir nicht ganz klar, bei der derzeitigen Arbeitsmarktlage sind gut- oder hochqualifizierte in der Regel nur sehr kurz oder gar nicht arbeitslos. Hochqualifiziert natürlich im Sinne der Wirtschaft, da ein Dr. der mongolischen Sprachen (absichtliche Übertreibung) nicht unbedingt gesucht ist, sollte jedem klar sein. Wobei selbst solche Akademiker immer noch seltener arbeitslos sind als geringer Qualifizierte ohne Studienabschluß.

      Es wird spannend mit den Auswirkungen des ML, ganz allgemein. Auswirkungen werden wir später sehen. Das geht jetzt nicht.
      Es würde auch diesen Rahmen hier sprengen, einzelne Berufe bzw. Beschäftigungen nach gering oder nicht ganz so gering qualifiziert zu untersuchen. Mir fallen aber durchaus etliche Branchen ein, wo unter ML bezahlt wird. Erzieher??? spez. KindergärtnerInnen.

      Wie arbeitet denn ein Frisör als selbständiger Einzelunternehmer? Den geht doch der ML gar nichts an.
      Daß erhöhte Arbeitslosigkeit bei angestellten Frisören zu erwarten ist, WEIL Einzelunternehmer so billig bleiben, ist blanke Spekulation und nicht darstellbar. Du unterstellst, daß die Kunden dann wegen billiger Preise zu den Einzellern wechseln. Der kann so viele Kunden allein gar nicht bedienen.
      Die Spirale hatten/haben wir schon. Geiz-ist-geil----du erinnerst dich?

      Ja, man nehme das Segment der Wirtschaft und behaupte, dort würden Hochqualifizierte selten oder nur kurz arbeitslos.
      Es würde auch den Rahmen hier sprengen, das breiter zu diskutieren.
      Wirtschaft ist 1 Segment. Allerdings mit tausend Facetten.
      Ebenso, wie "Hochqualifizierte" nur eine ganz grobe Pauschalbezeichnung ist.
    • Also Erzieher/KindergärtnerInnen beginnen zumindest im TVÖD mit 1675 € auf der untersten Stufe (Bei 173 h/Monat = 9,68 €/h), als Erzieher mit staatlicher Anerkennung beginnt man schon bei 1850 € (10,70€/h). Neben normalen Aufstiegschancen erhalten diese mit steigender Erfahrung mehr Geld. Nach einem Jahr bereits 1770 € bzw. 2100 €.
      Die meisten Kitas werden wohl immer noch von den Kommunen betrieben und diese zahlen nach TVÖD. Die kirchlichen Einrichtungen mögen darunter liegen, aber sicherlich nicht allzuweit.
      PS: Diese Zahlen sind von 2009, da der TVÖD zwischenzeitlich einige Erhöhungen hatte, dürften sie aktuell noch höher liegen.
    • Grubenpony;302135 schrieb:

      Dann hätte ich gerne noch ein paar Beispiele von den "etlichen". Denn das ErzieherInnen ein schlechtes Beispiel war, wurde schon belegt.

      Stimmt, wenn man die TVÖD als allgemein verbindlich für sämtliche Beschäftigte als Erzieher als Beleg nimmt.
      Ansonsten: Es würde den Rahmen hier sprengen. Was draus wird und wie sich was wegen des ML auswirkt, wird erst die Zukunft zeigen.
      Wir können ja jeweils zu Jahresbeginn mal die Auswirkungen betrachten. Meinetwegen auch für alle möglichen Branchen.
      Dann hat man evtl. belastbares Zahlenmaterial anstatt Ahnung und Spekulation.
    • Den ML sehe ich in mehreren Punkten problematisch.

      Den ML sehe ich in mehreren Punkten problematisch.

      Den ML sehe ich in mehreren Punkten problematisch.

      Soweit es geht, werden die Mehrkosten auf die Preise umgelegt werden. Waren und Dienstleistungen werden teurer. Wo das nicht geht, weil der Markt das nicht hergibt, wird es zu betriebsbedingten Kündigungen oder zumindest zu Änderungskündigungen kommen. Damit wird der Druck auf die AN steigen. Unbezahlte Überstunden gibt es ja jetzt schon, das wird sich mehren. Da kann man dann auch davon ausgehen, daß der Krankenstand steigen wird.

      Problematisch halte ich den Sektor Schwarzarbeit. Auch Auslagerungen in ein Ausland werden zunehmen.

      Die Ziele der Politik sind nicht, wie verkauft wird, eine Besserung der Verhältnisse für die AN. Vielmehr geht es darum:

      - weniger Ausgaben für Sozialleistungen
      - mehr Einnahmen für die Sozial-, Kranken- und Rentenkassen
      - verkappte Steuererhöhung (Mehr Lohn, Mehr Steuern)
      - Anhebung des Lohn- und Preisniveaus. Damit Ausnutzung der "Kalten Progression"

      Dann können wir mal in z.B. einem Jahr Bilanz ziehen, was die Auswirkungen sind.
    • Ich muss dazu sagen, auch wenn es vielleicht bisher nicht so rüberkam, ich befürworte den ML durchaus.
      Es gab mir tatsächlich zu viele Exzesse, auch zulasten der Jobcenter.
      Ich halte 8.50 nicht für zu hoch und finde es gut, dass zukünftige Änderungen des ML nicht von der Politik, sondern von einer
      paritätisch besetzten Kommission entschieden werden.
      Trotzdem muss man die Sache rational angehen und anerkennen, dass er auch Nachteile haben wird.

      Besser hätte ich allerdings gefunden, man hätte mehr individuell ausgehandelte Tarifverträge allgemein gültig erklärt und so an die Branchen angepasste Mindestlöhne geschaffen. Diese hätten dann auch teilweise höher liegen können (z.B. Baugewerbe).
      So wird in Zukunft die AG-Seite sich häufig auf den ML berufen und die unteren Tarifgruppen nur knapp darüber ansiedeln.
    • Neu

      Warum sollen die, die am schwächsten sind auch noch bestraft werden? Das finde ich ungerecht. Gerade die, die es geschafft haben, aus diesem Sog der Arbeitslosigkeit raus zu kommen, sollten belohnt werden mit einem richtigen Lohn, damit sie endlich wieder ein normales Leben führen können und sich nicht gleich wieder schlecht behandelt und zurückgesetzt fühlen.