Wurde fristlos gekündigt, Sperrzeit unvermeidbar?

  • Moin! Hier ist mein Problem, habe vor kurzem meine fristlose Kündigung bekommen und der Grund ist Diebstahl. Von essen. Ich arbeite in einem Betrieb mit Bistro, wo es bereits üblich ist für die Mitarbeiter während der Schicht zu essen und es erst später zu zahlen - der Grund existiert trotzdem und ist natürlich sehr ernst, keiner will ein Dieb sein. Ich weiss dass der inoffizielle Grund mit dem Betriebsklima zu tun hatte, ein paar Kollegen kamen nicht mit mir zurecht und haben Lügen über mich erzählt, ist allerdings jetzt egal da der Kündigungsgrund trotzdem steht und ich glücklich sein sollte wegen dem Mist nicht angezeigt worden zu sein und stattdessen die Chance habe einen Job mit einem besseren Betriebsklima zu finden. Nachdem ich bereits beim Jobcenter angerufen habe wegen der Kündigung (benötige bereits trotz Arbeit einen kleinen Zuschuss von ALGII wegen niedrigem Gehalt), habe ich jetzt gehört dass ich mir den heutigen Trip zum Arbeitsamt eigentlich gleich sparen kann - wegen einer 3 Monatelangen ALG I Sperrung die ich bekommen werde wegen der fristlosen Kündigung, wenn ich die Beitrage hier im Forum richtig verstehe. Anscheinend muss ich zusätzlich damit rechnen 30% weniger ALG II zu bekommen. Was bedeutet ich kann glücklich sein wenn ich überhaupt meine Miete zahlen kann? Ich weiss nicht was ich tun soll. Falls das passiert, ohne ALG I und mit nur 70% ALG II, habe ich ein echtes Problem. Vor das Arbeitsgericht und die Kündigung anfechten möchte ich eigentlich auch nicht - selbst wenn jeder es tut, kann es trotzdem Diebstahl genannt werden.

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  • Da beißt sich die Maus in den eigenen Schwanz.


    Wenn du nicht gegen die fristlose Kündigung vorgehst bleibt der Vorwurf bestehen. Vor Gericht hat man noch die Chance das Ganze -vorausgesetzt es ist so wie du es beschreibst- in eine fristgerechte Kündigung umzuwandeln.


    Ach und noch was, ein Prozess vor dem Arbeitsgericht beinhaltet nicht eine strafrechtliche Verfolgung, das Eine hat mit dem Anderen nichts zutun.

  • Sanktion und Sperre sind nämlich das Eine.


    Sehe ich auch so wie Mercury220.

    Sanktion und Sperre sind nämlich das Eine. Das Weitere ist die Berufsbiographie. Künftige Arbeitgeber werden eine Einstellung nämlich auch davon abhängig machen, wie sich jemand gibt. Ob und was der potentielle Arbeitnehmer asuf dem Kerbolz hat und was nicht. Tipp: Ich würde gleichfalls das Arbeitszeugnis prüfen lassen. Denn auch da kann durch verklausulierte Formulierungen künftigen Arbeitgebern ein solcher Vorwurf gesteckt werden.

    Und glaube mir, die Berufsbiographie wird durchgecheckt, auch wenn es so nicht geäußert wird.

    Quote from Bob876;271907


    ... habe vor kurzem meine fristlose Kündigung bekommen und der Grund ist Diebstahl. Von essen. Ich arbeite in einem Betrieb mit Bistro, wo es bereits üblich ist für die Mitarbeiter während der Schicht zu essen und es erst später zu zahlen - der Grund existiert trotzdem und ist natürlich sehr ernst, keiner will ein Dieb sein. ...



    Eben, und deshalb muss der Sachverhalt schon mal geprüft werden. Notfalls gerichtlich. Da hängt einfach einiges dran. Das kannst du dir nicht leisten, den Vorwurf stehen zu lassen und kampflos hinzunehmen. Die Folgen hast du ja selber aufgezeigt.

    Und die Frage ist natürlich die: Hast du dann das Essen bezahlt?

    Auf der anderen Seite denke ich, dass es unter den Bedingungen, so, wie du es schreibst, durchaus angezeigt ist, sich woanders Arbeit zu suchen.

    Ich würde auch dafür plädieren, die ausserordentliche (sprich fristlose) Kündigung als solche anzufechten und die Wandlung in eine ordentliche Kündigung zu erstreiten.

    Natürlich musst du auch zur BA für Arbeit. Klare Sache. Kommt deswegen (ausserordentliche Kündigung) Sperre und Sanktion, Widerspruch einlegen mit der Begründung, dass der Vorwurf des Diebstahls nicht den Tatsachen entspricht und diese Sache vor dem Arbeitsgericht geklärt wird. Die Klage muss innerhalb von 3 Wochen nach Erhalt der Kündigung beim Arbeitsgericht eingegangen sein.

    Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:

  • Quote

    habe ich jetzt gehört dass ich mir den heutigen Trip zum Arbeitsamt eigentlich gleich sparen kann - wegen einer 3 Monatelangen ALG I Sperrung die ich bekommen werde wegen der fristlosen Kündigung, wenn ich die Beitrage hier im Forum richtig verstehe. Anscheinend muss ich zusätzlich damit rechnen 30% weniger ALG II zu bekommen. Was bedeutet ich kann glücklich sein wenn ich überhaupt meine Miete zahlen kann? Ich weiss nicht was ich tun soll. Falls das passiert, ohne ALG I und mit nur 70% ALG II, habe ich ein echtes Problem.


    ALG I müsstest du als vorrangige Leistung sowieso beantragen. Wenn eine Sperre greift, zahlt die Agentur für Arbeit die Krankenversicherung.


    Im Falle einer Sperre würde bei Bedürftigkeit unter Anwendung des § 34 SGB II (Rückforderung) ALG II gewährt werden. Dazu gehören die Kosten der Unterkunft, die Miete wäre also gesichert, und dazu noch der Regelsatz, der allerdings um die 1. Sanktionsstufe gemindert wäre.


    Da hier eine Menge Geld und dazu noch ein Arbeitszeugnis auf dem Spiel stehen, würde ich auf jeden Fall fristgerecht Kündigungsschutzklage erheben und erstmal klären, ob hier eine Kündigung gerechtfertigt ist.


    Auf den ersten Blick liest sich das so, als sei eine betriebsübliche Vorgehensweise in einen Diebstahl umgedeutet worden.
    Sowas kann man nicht dulden.