Arbeit um jeden Preis!?

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    • Wichtig ist schon mal, was der Gesetzgeber geregelt hat:
      SGB 2 - Einzelnorm
      Also zunächst mal "jede Arbeit".
      Wichtig ist auch, den Absatz 2 zu lesen...

      Pikachu;280159 schrieb:

      Oder doch aus der Sicht von völlig Aussenstehenden, die der Meinung sind dass Arbeitslosen grundsätzliche jede Arbeit zuzumuten sei?

      Wenn Du mit "völlig Außenstehende" diejenigen meinst, die die Alimentierung mit ihren Steuern und Abgaben finanzieren, dann ja, genau die.

      Pikachu;280159 schrieb:

      Die Beispiele sollen wirklich nur mal verdeutlichen dass zumutbar eben nicht gleich zumutbar ist. Es muss dabei wirklich immer die einzelne Person gesehen werden.

      Die möglichen in der Person liegenden Gründe stehen im Gesetz. Und ob jemand körperlich, geistig oder seelisch nicht in der Lage ist, muss natürlich im Einzelfall - unter Zuhilfenahme von Fachleuten wie Ärzten - entschieden werden, natürlich!

      Nur globale Hinderungsgründe - also nicht in der Person liegende - kann man allgemein betrachten. Tätigkeiten wie Zuhälter oder Killer sind niemandem zumutbar, sittenwidrig entlohnte auch nicht. Aber ansonsten ist alles möglich.


      Nur mal als Anleihe, wie sowas im Unterhaltsrecht gesehen wird:
      [INDENT]"Das LG Stuttgart verurteilte den arbeitslosen Arzt. Die Richter wiesen daraufhin, daß ein Unterhaltspflichtiger alles ihm Zumutbare tun müsse, um seine finanzielle Leistungsfähigkeit wiederherzustellen. Dies hatte der arbeitslose Doktor unterlassen. Das Gericht hielt hierbei sogar einen Berufswechsel in eine Hilfsarbeitertätigkeit z.B. Bauberufe, Gartenbau oder Gastronomie für zumutbar, wenn - wie hier - keine Aussicht besteht, im erlernten Beruf wieder unterzukommen.

      Urteil des LG Stuttgart vom 18.11.1994 38 Ns 508/94
      "
      [/INDENT]
    • Richtig - es gibt gute Gründe, eine Tätigkeit nicht machen zu können.

      Häufig kann man jedoch die Ablehnung auf folgende Gründe reduzieren: "Tätigkeit gefällt nicht", "Arbeitszeiten passen nicht", "zu wenig Gehalt".

      Und das sind, mit Verlaub, lächerliche Ausflüchte. Wenn argumentiert wird, dass Mitarbeiter des Jobcenters oder andere Leute leicht reden haben, vergisst man, dass diese Leute vielleicht auch schon Jobs gemacht haben, die nicht so reizvoll waren.

      Ich habe in der Vergangenheit auch zu unchristlichen Arbeitszeiten (Nachtschicht, an Wochenenden und Feiertagen) gearbeitet, in äußerst stupiden Tätigkeiten, zu einem Lohn von rd. 7 €. Alles nicht sonderlich lustig, nebenbei mit unschönen Folgen für das Privatleben.

      Wenn man das nicht auf Dauer will: Niemand hindert einen daran, Bewerbungen zu schreiben und sich einen besseren Job zu suchen.

      Allerdings ist es nicht Aufgabe der Allgemeinheit, irgendwelche "Wartezeiten" dauerhaft zu alimentieren. Es ist dann auch das Recht der Allgemeinheit, Regeln zur Zumutbarkeit aufzustellen.
    • Pikachu;280159 schrieb:

      Bleibt aber immer noch die Frage: was genau ist denn nun zumutbar? Zumutbar aus wessen Sicht? Aus der Sicht des Sachbearbeiters?


      Nun, der Mitarbeiter des Jobcenters hat im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens über den Antrag auf Gewährung von Leistungen zu entscheiden. Es dabei ggf. auch darüber zu entscheiden, ob der Antragsteller schuldhaft zumutbare Arbeit abgelehnt hat.

      Pikachu;280159 schrieb:

      Aus der Sicht dessen der die Arbeit machen soll?


      Der kann ggf. einwenden, dass er eine Arbeit für unzumutbar hält und die aus seiner Sicht maßgeblichen Gründe vortragen. Der Jobcenter-Mitarbeiter wird dann prüfen und entsprechend entscheiden.

      Pikachu;280159 schrieb:

      Oder doch aus der Sicht von völlig Aussenstehenden, die der Meinung sind dass Arbeitslosen grundsätzliche jede Arbeit zuzumuten sei?


      Nein, ein Außenstehender ist kein Verfahrensbeteiligter. Seine Meinung bleibt unberücksichtigt.

      Pikachu;280159 schrieb:

      Ist Arbeitslosen eine Arbeit auch dann zuzumuten wenn man diese selbst im Leben nicht machen würde?


      Klar gibt es Arbeiten die einem Arbeitslosen zugemutet werden können, die einem Jobcenter-Mitarbeiter nicht machen möchte. Auf einen aus welchen Gründen auch immer arbeitslos gewordenen Jobcenter-Mitarbeiter der ALG 2 beantragt hat, finden dieselben Regelungen wir für alle andere Antragsteller Anwendung.

      Pikachu;280159 schrieb:

      Die Beispiele sollen wirklich nur mal verdeutlichen dass zumutbar eben nicht gleich zumutbar ist. Es muss dabei wirklich immer die einzelne Person gesehen werden.


      Klar ist auf den Einzelfall abzustellen.
    • pAp in meinem genannten Beispiel mit der Altenpflege...was sollen da denn Fachkräfte entscheiden? Was soll da z.B. ein ärztliches Gutachten belegen? Das ist einfach ne Geschichte von "ich kann das" oder "ich kann das nicht" das dürfte sich bei einer gesunden Person kaum durch ein ärztliches Gutachten festlegen lassen. Eher das Gegenteil könnte man feststellen, eben das die Person körperlich sehr wohl in der Lage ist dort zu arbeiten.
      Mal doof gesagt vom Windeln wechseln wird man auch nicht gleich nen psychischen Schaden davon tragen. Hier spielt dann erheblich ne Ekelgrenze rein, und die kann man eher schlecht ärtztlich belegen.;)
      Ich denke da gibt´s ne ganze Menge Jobs, bei denen dann doch die eigene Person ein Rolle spielt.

      Klar ich kenne auch genug Leute, bei denen mir die Galle hochkocht, weil für die gar keine Arbeit zumutbar ist.
      Wegen der schon genannten Beispiele (doofe Arbeitszeit, Arbeit generell blöd usw.) Die finden für einfach alles eine Ausrede. Leider sind es gerade diese Negativbeispiele, die auffallen und dafür sorgen das jemand der tatsächlich nen trifftigen Grund hat warum er die Arbeit nicht machen kann, genauso schlecht dastehen lassen.
      Meine ehemals beste Freundin gehört leider auch zu dem Schlag, der Hauptgrund weshalb die Freundschaft zerbrach.(WAAAAS?! Du geht am Wochende arbeiten?)
      Auf solche Gesellschaft lege ich keinen Wert, da ich es eben schon bevorzuge meinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen.

      Meine SB lässt zum Beispiel gar keine Gründe zu warum man den Job nicht machen kann, sofern keine ärztlich bestätigten gesundheitlichen Einschränkungen rein spielen. Die hält es auch für Zumutbar nen Veganer in den Schlachthof zu stellen, so in etwa.:rolleyes: Jaaaa mit ihr hatte ich schon sehr anregende Gespräche...meine Arbeit startete damals 6Wochen nach meiner Ausbildung...in den 6Wochen wollte sie mir allen ernstes per Sanktionsandrohung verbieten mich in meinem Beruf zu bewerben. Begründung hierzu war dann ganz schlicht: sie möchte nicht dass ich in meinem Beruf arbeite weil sie hier viele Angebote als Gehilfe bei Zeitarbeitsfirmen habe. Ich glaub ich bin da aber auch bei einer sehr speziellen Person gelandet.:o
    • Vegas sehr nett, danke. Ich hab´s ja nun schon öfter geschrieben das ich derzeit nicht arbeiten gehen kann.
      Ich wäre lieber gesund und auf Arbeit anstelle von krank und zuhause. Aber hey was schreib ich hier überhaupt, jemand der nicht selbst in der Situation steckt kann sie eben nicht nachvollziehen. (ist ein geiles Gefühl wenn die Ärzte einem sagen man bräuchte ein neues Kniegelenk, und das man evtl. mal im Rolli landet und evtl. auch ganz bettlägerisch werden könnte. So geil das man sich dann noch als Sozialschmarotzer abstempeln lassen muss. Ich freu mich.)
      Ich hab vorher auch brav Steuern bezahlt, und war ganz brav auf Arbeit. Dort war ich so faul das ich ständig Zusatzdienste übernommen habe, und im Monat auch mal auf rund 190stunden gekommen bin. Steurgelder kassieren...juhuuu es ist so geil im Monat so wenig Geld zu haben das man sich nichts leisten kann. Ich hab jetzt nur 1000€ weniger als mit Arbeit...damit kann man riiiiiesen Sprünge machen.
      Schon ein gutes Gefühl das man vorher für die Leute da war, die heute über einen lästern.

      Manchmal würd ich denen die am meisten schimpfen doch mal wünschen in einer ähnlichen Situation zu landen.
      Hier scheinen viele gar nicht zu begreifen das nicht jeder der Sozialleistungen bezieht auch ein Sozialschmarotzer ist.
      RTL, BILD, und Co. haben hier auch gute Arbeit in der Öffentlichkeit geleistet.
      Der ein oder Andere sollte mal anfangen über den Tellerrand zu schauen, oder hat man da Angst dass das schöne Bild was man im Kopf hatte bröckeln könnte?
    • Du schreibst verwirrend und wunderst Dich, dass man zwischen Deinen Zeilen möglicherweise etwas anderes herausliest, als Du meinst.

      Pikachu;280288 schrieb:

      Ich hab´s ja nun schon öfter geschrieben das ich derzeit nicht arbeiten gehen kann.

      Ja. Und dann bist Du einer derjenigen, von denen wir alle hier sagen, dass dann eine Arbeit unzumutbar ist, wenn das durch ärztliche Gutachten belegt ist. Für Menschen in Deiner Situation sind Sozialleistungen da, die sind kein "Almosen".

      Aber:
      Du schriebst auch: "Meine SB lässt zum Beispiel gar keine Gründe zu warum man den Job nicht machen kann, sofern keine ärztlich bestätigten gesundheitlichen Einschränkungen rein spielen."
      Das und andere Deiner Aussagen geben eher zu denken, dass evtl. auch andere Gründe bei bestimmten Arbeitsangeboten bei Dir zum Tragen kommen könnten.
      Wie oben gesagt: Man kann hier nur lesen, was Du schreibst, nicht was Du denkst oder wie Du handelst. Von daher sind das keine Angriffe auf Dich, sondern Ergebnis des Verständnisses dessen, was Du schreibst.
    • Stimmt hab ich geschrieben. Das könnt ihr allerdings nicht wissen, war nämlich noch auf Anfang letztes Jahr bezogen. Sorry dafür:o

      Damals hatte ich mich tatsächlich etwas quer gestellt...und hatte schon einige Diskussionen mit meiner SB. Die wollte damals das ich jegliche Helferstelle annehme bzw. mich dort zu berwerben habe, und wie gesagt mit Sanktionen gedroht sollte ich mich in meinem Beruf bewerben. (Sorry aber bei der Frau zweifel ich manchmal am Verstand[ Seit wann kann man bestraft werden weil man sich Arbeit sucht?])
      Ich gebe zu da hab ich wirklich etwas auf Zeit gespielt, weil ich 6Wochen später meine Arbeit hatte.
      Ich hab´s da wirklich nicht eingesehen warum ich dann irgendwo einen Arbeitsvertrag für ne Helferstelle hätte annehmen sollen, wo quasi schon feststand das ich bald anfangen kann.
      Anders wär´s auch hier gewesen wenn ich null perspektive gehabt hätte. Dann hätt ich notfalls auch wieder ne Putzstelle gesucht.

      Ich weiß das ich mich eigentlich für nichts schämen muss...dennoch muss ich mich fast täglich bei irgendwem dafür entschuldigen das ich gerade nicht kann.
      Alle sehen nur mein Alter und beschimpfen mich ich wär nur zu faul was zu machen. Selbst meine Schwiegereltern ziehen ständig über mich her. Die gehen sogar so weit das mein Arbeitsunfall inszeniert war um nicht arbeiten zu müssen. Ich fühl mich dadurch derzeit extrem schnell angegriffen.
      Meine SB macht mich bei jedem Termin fertig, und erklärt ich solle endlich mal in die Pötte kommen. Ich müsste ja langsam auch mal wissen was nun gesundheitlich geht und was nicht, und das auf Dauer.
      Wie soll ich wissen was geht, wenn das nicht mal mein Arzt genau sagen kann?

      Ich hoffe ich hab jetzt etwas aufgeräumt, und in mein Chaos für Euch etwas nachvollziehbarer gemacht.;)
    • Pikachu;280304 schrieb:

      Ich hab´s da wirklich nicht eingesehen warum ich dann irgendwo einen Arbeitsvertrag für ne Helferstelle hätte annehmen sollen, wo quasi schon feststand das ich bald anfangen kann.

      Siehst Du, das meine ich.
      Du nahmst in Anspruch, auf Kosten des Steuerzahlers für einen großzügigen Urlaub von 6 Wochen alimentiert zu werden, statt überbrückungsweise nach Helfestellen zu suchen.
      Vorübergehende Helferstellen sind zumutbar, ein Nichtsuchen hätte eine Sanktion auslösen müssen.
    • pAp ich hatte keinen Großzügigen Urlaub aus Steuergeldern. Keine Sorge.
      Ich hab genaugenommen Geld für 14Tage bekommen, aufstockend zum Lohn meines Mannes. Das waren keine 200€ und ich musste es zurückzahlen, wegen Arbeitsaufnahme. Zuflußprinzip...ich fing die Arbeit mitten im Monat an, und bekam unerwartet schon am 30. meinen ersten Lohn. Die 4 Wochen davor hab ich noch Kindergeld bekommen, was mit dem Lohn meines Mannes ausreichend war. Ich musste lediglich schon Termine beim Amt wahrnehmen, da ich ja trotzdem arbeitslos war.
      Bewerben sollte ich mich auf Stellen außerhalb, wo ein Umzug notwendig geworden wäre, mit doppelter Haushaltsführung usw. Und ja da bleib ich immernoch dabei, das wäre sinnlos und unzumutbar gewesen, wenn man seinen Arbeitsvertrag quasi schon hatte. Soll man lieber die gut bezahlte Vollzeitstelle saußen lassen, um irgendwo in Deutschland als Helfer anzufangen?:rolleyes:

      Und hier wird wieder meine Meinung gestützt, ihr urteilt alle viel zu schnell. Statt einfach nochmal etwas zu hinterfragen, wenn es unklar erscheint.
    • Stopp! A) Du schilderst eine Sachlage und die muss man werten. Nichts weiter. Wenn du nicht alles schilderst, dann sind Missverständnisse durch dich produziert. B) Wenn du mit dem "Fördern und Fordern" nicht klarkommst, ist das dein Problem. Andere haben damit offensichtlich kein Problem. Da "Fördern und Fordern" aber im Sinne des Gesetzgebers ist, bist es wohl du, deren Meinung verquer geht. Eine Helferstelle kann man in der Probezeit beenden, wenn man was Besseres hat. Jede Stelle kann man beenden. Nennt sich "Kündigung".
    • Was mich interessiert, ist, was heißt zumutbar ? Ich glaube nicht das jemand der vorher im Büro tätig war jetzt eine Stelle in der Altenpflege annehmen kann um dort Alten Menschen die Fäkalien vom Körper zu wischen, oder Windeln zu wechseln. Vor allen meinen viele SB bei AltenpflegeHELFER es sei eine Tätigkeit die man so ausüben kann. Aber selbst als Altenpflegehelfer braucht man eine Ausbildung. genauso ein Musiker auf dem Bau etc. Und die meisten SB fordern nur aber fördern gar nicht. ich kenne Leute, die haben ihren SB das letzte mal vor 2 Jahren gesehen und schiken nur ihre Bewerbungen die sie geschrieben haben an den SB zur Kontrolle. und mit dem Schlechten Ruf von Firmen, welche Zeitarbeitsfirma oder auch Personalmietbuden genannt hat einen Guten Ruf ? Ich habe auch schon bei 3 ZAF gearbeitet und bin jedesmal vorm Kadi gezogen wegen Lohnzahlungen. Habe auch jedesmal gewonnen. aber ich finde es sollten noch viel viel mehr Leute in der Zeitarbeit anfangen und die Betriebe könne auch gerne mehr Personal aus der Zeitarbeit einstellen, nach dem Motto Arbeit für alle. Sollte einer seinen Regulären Job dadurch verlieren, kann er ja über eine Zeitarbeitsfirma wider in seiner Alten Firma anfangen. aber nur eben zu einer für die Firma besseren kondition.

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