Bildungsgutschein für berufsbegleitende Ausbildung?

  • Guten Tag,

    hier kurz zu meiner Situation. Ich war über zwei Jahre im Ausland und bin mit nichts außer meiner Kinder (4 u 8 Jahre) und unseren Koffern im Mai wieder nach Deutschland zurück. Momentan bin ich Hartz4 Empfänger. Ich habe eine Ausbildung im IT-Bereich, die mehr als 10 Jahre zurückliegt, gelte somit als ungelernt.
    Ich habe seither alle Hebel in Bewegung gesetzt um mein Leben wieder neu zu organisieren und möchte baldmöglichst wieder auf eigenen Beinen stehen. Seit Juli arbeite ich in einen Minijob und seit meiner Ankunft bemühe ich mich um eine Fortbildung. Ich habe einige Empfehlungsschreiben und sogar eine Einstellungszusage nach Beendigung der gewünschten Ausbildung. Es handelt sich hierbei um eine berufsbegleitende Ausbildung, eine Vollzeitausbildung ist wegen der Kinder für mich nicht realisierbar. Siegessicher ging ich dann zum Jobcenter und bat um einen Bildungsgutschein, den ich aber nicht erhielt, da der Bildungsträger nicht die notwendige Zertifizierung habe.
    Ich habe versucht die Ausbildung anderweitig zu finanzieren, bin aber leider auf das Jobcenter angewiesen. Andere Fördermittel fallen weg. Unter anderem habe ich gerfragt, wenn ich zusätzlich arbeite, ob ich dann mit dem verdienten Geld die Ausbildung finanzieren kann, was aber nicht möglich ist.
    Die Akademie ist bereit in diese Zertifizierung zu investieren, allersings nur, wenn eine Zusammenarbeit mit dem Jobcenter garantiert ist.

    Jetzt schrieb der Sachbearbeiter und der Bildungsträger (Auszug aus der E-Mail):
    Jobcenter:
    Für mich stellt sich in gesamt die Frage, welchen Sinn es macht, dass eine Kundin des Jobcenters die Arbeitslos ist an einer berufsbegleitenden Maßnahme teilnehmen soll und so noch weitere 2 Jahre in der Hilfsbedürftigkeit bleibt.

    Bildungsträger:
    Nun, es ist ja hinsichtlich Stil und Prozedere nicht meine Sache, dies zu begründen.

    Ich kann nur reagieren auf den Wunsch einer Interessentin, die sich mit Engagement für eine berufliche Qualifikation einsetzt.

    Und in diesem Zusammenhang muss ich auch erkennen, dass sie sich in einer wenig privilegierten Situation befindet. Selbstständige und Angestellte können für die berufliche Weiterbildung - also je nach Berufsstand - MWST in Höhe von 19% verrechnen, um die 14% der Gesamtaufwendung abschreiben, Bildungsscheck, Bildungsprämie, Erasmus, ESF, betriebliche Fortbildungszuschüsse, Bildungsurlaub, etc. für sich in Anspruch nehmen, während eine Person, die arbeitslos ist, ganz auf die Zusage eines Bildungsgutscheins des Arbeitsamtes angewiesen ist. Allein dieser Fakt erscheint mir bei näherer Betrachtung nicht ganz nachvollziehbar.

    Nun, eine mögliche Antwort kann ich Ihnen als über 25 Jahre erfolgreicher Selbstständiger, der gerne Menschen in Brot und Arbeit setzt und zudem viele Teilnehmer unseres Bildungsangebotes über einen längeren Zeitraum in die erfolgreiche Selbstständigkeit geführt hat, schon geben:
    Um erfolgreich als Selbstständiger oder Angestellter zu arbeiten, muss man von seinem Arbeitsfeld begeistert sein, die erforderliche theoretische und praktische Kompetenz besitzen, diese kommunizieren und umsetzen können und sich auf seinem jeweiligen Markt gut auskennen. In jedem Falle sind Engagement, berufliche Weiterbildung, etc. wichtige Grundfaktoren für einen nachhaltigen Erfolg. Und genau diese sehen wir bei Frau Abele und setzen uns - von unserer Seite - gerne für eine sinnvolle Gestaltung ihrer weiteren beruflichen Laufbahn ein.
    Dies wäre im Übrigen für uns mit einem hohem Kosten und Arbeitsaufwand verbunden, der mögliche Einnahmen durch das Zustandekommen einer entsprechenden Fortbildung bei Weitem übersteigt.

    Was raten Siemir,wie ich mit dem Jobcenter verhandeln soll, oder wie sieht die rechtliche Lage aus bei einer berufsbegleitenden Ausbildung?

    Ich möchte kurz erwähnen, dass mir sehr viel an dieser Ausbildung liegt, und ich mich bisher sehr dafür eingesetzt habe. Leider drängt das ganze, da die Ausbildung schon Ende dieses Monates beginnt.

    Ich bedanke mich herzlichst für Ihre Antwort

  • Ich verstehe gerade nicht, was "berufsbegleitend" ist. Hast du denn einen richtigen Job, so dass du das neben der eigentlichen Tätigkeit machen willst? Wieso du nur wegen der 2 Kinder keine Vollzeitmaßnahme machen kannst, entgeht mir auch. Es gibt genug Mütter und Väter, die trotz Kind(er) Vollzeit arbeiten. Auch alleinerziehend.


    Ansonsten: zu Bildungsgutscheinen gibts genug Threads. Du wirst recht einfach erlesen können, dass es keinen Rechtsanspruch auf einen solchen gibt. Und dass im SGB II vorrangig jeder Job zumutbar ist, so dass Bildungsgutschein und Förderung der Selbständigkeit das letzte Mittel der Wahl sind.


    Ach ja: Wenn schon so ein ellenlanger Text, hättest du wenigstens deinen Ausbildungswunsch mal nennen können.

    Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.

  • Bei dem langen Text bleiben am Ende doch nur 2 Fragen, die du beantworten solltest:



    • Wenn du schon eine Ausbildung nicht in Vollzeit machen kannst, wie willst du einen Job in Vollzeit absolvieren?
    • Was willst du eigentlich für eine Ausbildung absolvieren?



    Übrigens, der Weg ist:



    Bildungsträger läßt seinen Lehrgang zertifizieren, damit sie auch vom JC zugelassen werden.


    Nicht erst kommt der Teilnehmer und der Teilnehmer wird als "Druckmittel" für das Amt genutzt. Das ist unseriös, zudem wir nicht von einer "Jobcenter-Zertifizierung" reden, sondern von einer ISO-Zertifizierung. Das sollte -meines Erachtens- auch für den Teilnehmer ein Kriterium sein um sich für den Bildungsträger zu entscheiden. Es gibt meines Erachtens schon genügend Seminare die weder Inhalt noch Kompetenz vermitteln.



    Allein aus dieser Sicht ist das Schreiben des Bildungsträgers schon lächerlich.

  • Zitat von malve;267855

    ...und bat um einen Bildungsgutschein, den ich aber nicht erhielt, da der Bildungsträger nicht die notwendige Zertifizierung habe.


    Bildungsgutscheine gibt es nur wenn das Angebot zertifiziert ist, so steht es im Gesetz, § 84 SGB III.
    Entweder der Anbieter lässt sich zertifizieren oder das wird nichts. Und das hat überhaupt nichts mit Dir zu tun.

    Welches Berufsfeld ist das, was konkret könnte man bei dem Anbieter erreichen?
    Ist der wirklich seriös oder bietet er Dir Deinen Traum an?