Stress im Job nimmt zu

  • Dauerbelastungen im Job zwingen Jahr für Jahr mehr Beschäftigte in die Knie. Der gefühlte Stress hat zugenommen, die Belastungen aber unterm Strich nicht, sagt eine neue Studie. Arbeitsministerin von der Leyen sieht Handlungsbedarf zusammen mit den Tarifparteien.

    Quelle

    SZ-Online: Stress im Job nimmt zu

    aber auch:

    Studie: Arbeitnehmer stehen unter Stress | Nachrichten | BR.de

    Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:

  • Zitat

    Der gefühlte Stress hat zugenommen, die Belastungen aber unterm Strich nicht

    Genau das ist der Knackpunkt.


    Was ich in dieser Studie vermisse, ist eine offene Aussage jener 44 Prozent, die sich bei der Arbeit durch Telefonate und E-Mails unterbrochen fühlen, wie sie es denn mit der Handhabung ihres privaten Handy's halten.


    Ich jedenfalls kenne keinen aus meinem Umfeld, der nicht auf der Arbeitstelle per Handy erreichbar ist.
    Aber viele, die ihr Privatleben und ihre Familie mit genau diesem Handy von der Arbeit aus organisieren - das ist natürlich nicht repräsentativ.
    Und gerade deshalb hatte ich mir von dieser Studie, die ja schon vorgestern durch die Medien ging, eigentlich etwas mehr erwartet.

  • Walter Winter, voll deiner Meinung,


    Die Studie(n) und Umfragen gehen m.E. voll am Leben vorbei und beleuchten nur einen z.Zt. "modischen" Gesichtspunkt unter Sensationsaspekten, BILDgerecht. Zur Zeit ist es eben modern, gestresst zu sein und das vor allem auch weithin und ungefragt auch jedermann kundzutun. Als Folge und Steigerung gilt dann, gemobbt zu werden und lauthals zu klagen, wenn man mal vom Kollegen oder Vorgesetzten berechtigt oder auch unberechtigt "angeblasen" wird.
    Das geht sehr oft einher mit der Unfähigkeit, seinen (Arbeits)alltag vernünftig zu strukturieren und vor allem, mit der scheinbar immer öfter verlorengegangenen Fähigkeit, auch mal fünfe gerade sein zu lassen, zu entspannen und nicht alles so superernst zu nehmen. Auch wird das Lachen viel zu oft vergessen, wobei gerade dieses außerordentlich entspannend und auch heilend ist.:)


    Stress wird mir nicht gemacht, Stress mache ich mir selbst, insofern habe ich die Problematik selbst in der Hand. Als Beispiel führe ich mal den so oft dafür herhalten müssenden Zeitmangel an. Ich habe keine Zeit, ein geflügeltes Wort allerorten. Welch ein Quatsch...haben wir doch alle gleich viel Zeit, denn Zeit ist weder vermehr- noch verminderbar, es ist ein feststehender Faktor, der in Sekunden Minuten, Stunden usw. gemessen wird, unveränderbar. Wie ich mit Zeit umgehe bestimme ich selbst, also....


    Und zum Mobben gehören normalerweise mindestens zwei, von wirklich ganz seltenen Ausnahmen, die es sicher gibt, mal abgesehen. Aber, Mobbing ist gerade "in", täglich öffentlich verfügbar und dient als Ausrede und Vorwand für unzählige Handlungen und Forderungen. Das kann man sogar hier im Forum immer wieder lesen. In fünf Jahren kennen dieses Wort in seiner heutigen Bedeutung wahrscheinlich nur noch unmittelbar damit befaßte Fachleute.

  • Hallo,

    ich bin der Meinung, dass -meistens- der Stress nicht zunimmt. Es ist vielmehr so - nach meiner Meinung und Beobachtung -, dass "früher" Personen, welche betroffen waren, "alles" getan haben, dass ihre Krankheit nicht bekannt wird.

    Heutzutage gehört es schon fast zum "guten Ton" an einem z. B. Burn out zu erkranken und es "outen" sich immer mehr - zum Teil sehr bekannte Personen - zu ihren eigener psychischer Erkrankung. Vor ca. 10 Jahren noch waren viele Personen der Meinung, dass, wenn jemand psychisch erkrankt, dieser nicht ganz normal im Kopf ist oder ähnliches - heute ist dies anders. Und deswegen outen sich auch mehr Personen, denke ich.

    LG

  • Zitat von Spejbl;246725

    ...Der gefühlte Stress hat zugenommen, die Belastungen aber unterm Strich nicht, sagt eine neue Studie...



    Hallo,

    wer immer auch den Stressreport Deutschland 2012
    http://www.baua.de/de/Publikat…_blob=publicationFile&v=4
    so sinnentstellend zusammengefasst haben mag, sie/er hat ihn nicht gelesen und/oder nicht verstanden.

    Stress benötigt einen Langzeitfaktor um sich negativ auf die Psychische Gesundheit auszuwirken. Insofern ist es unerheblich, ob die Belastung der Arbeitnehmer zugenommen hat oder gleichbleibend war.

    Soziale Studien, statistische Erhebungen und Analysen haben ihre Grenzen. Walter, in der Studie ging es nicht um den Stressfaktor im Privatleben.

    Endymion, Stress ist nicht selbstgemacht. Wir sind zahlreichen äußeren Stressfaktoren ausgesetzt und müssen lernen uns diese bewusst zu machen und mit diesen zu leben.

    Wenn es um Stress geht, dann kann ein ausgewogenes Verhältnis von Eu- und Distress letztlich die einzige Lösung einer Psychischen und Physischen Gesundheit sein.

    Gruß von anabell

  • Hallo neu76,

    es geht in dieser Analyse nicht um Psychische Erkrankungen, sondern viel mehr um die Psychische Gesundheit!

    Du vergisst die Untrennbarkeit von Psyche und Physis.

    Lies mal nach ab Seite 155.

    Gruß anabell

  • Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat die Angaben der großen gesetzlichen


    Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat die Angaben der großen gesetzlichen Krankenkassen zu Arbeitsunfähigkeit (AU), psychischen Erkrankungen und Burnout ausgewertet. Dabei zeigt sich, dass die Anzahl der Krankschreibungen aufgrund eines Burnout (Z73 im ICD-10-GM) seit 2004 um 700 Prozent, die Anzahl der betrieblichen Fehltage sogar um fast 1.400 Prozent gestiegen ist. Diese Zunahme fällt damit deutlich größer aus als die Zunahme von betrieblichen Fehltagen aufgrund psychischer Erkrankungen (insgesamt)....



    Quelle

    http://www.bptk.de/uploads/media/20120606_AU-Studie-2012.pdf

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es sich bei der überwiegenden Mehrheit um Simulantentum handelt. Ich meine, die BPtK ist ja nicht irgende wer. ...

    Wenn ich mir einige Beiträge durchlese, unterstellen einige den kranken Menschen, dass sie simulieren. Zumindest kommt das zwischen den Zeilen so durch. Da bin ich ehr vorsichtig mit dem Urteil.

    Bei einigen Vorrednern habe ich das Gefühl, dass die Welt bei ihnen noch in Ordnung ist, Probleme haben sie nicht und behaupten, wer krank ist, der ist selber schuld. Sicher mag so mancher Kranke eine Aktie mit daran haben. Aber Vorsicht: Solange es einen selber nicht betrifft, hat man gut Reden.

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  • Hallo,

    früher, wenn jemand z. B. Kopfschmerzen hatte oder eben andere Schmerzen, für die es keine physische Erklärung gab. Dann hieß es eben, der Patient simuliert oder der bildet sich irgendwas ein.

    Heute ist dies anders, die Ärzte sind nicht mehr der Meinung, dass der Patient sich irgendwelche Schmerzen einbilden und diese Menschen werden eben dann psychisch behandelt, was in vielen Fällen von Schmerzen der tatsächliche Auslöser ist.

    Also meine Meinung ist, dass früher eben solche psychische Symtome irgendwie (s.o.) "abgetan" wurden - heutzutage werden sie psychisch behandlet - aber ich denke trotzdem nicht, dass es heute mehr betroffene Patienten als früher sind.

    LG

  • Zitat von Spejbl;246725

    Arbeitsministerin von der Leyen sieht Handlungsbedarf zusammen mit den Tarifparteien.


    Was habe ich über den Satz gelacht. Manche hätten es mal nötig, vor ihrer eigenen Haustür zu kehren.

  • Ich denke schon, dass durch die ständige Unterbrechung bei der Arbeit durch Telefonanrufe, emails etc. der Stress zunimmt.
    Habe sogar mal gelesen, dass der Trend bei manchen Unternehmen deshalb dahin geht, den emailverkehr soweit wie möglich zu minimieren und einzuschränken.

  • nicht nur der gefühlte Stress... sondern auch der reale. Denn die AN von heute müssen Jobs für 2 oder 3 Menschen erledigen...irgendwann ist das Pensum nicht zu schaffen, dann kommt noch die lange Kündigungsfrist dazu .....BURN OUT und Depression

  • Ist das ein Hobby steinalte Beiträge auszugraben???


    Was soll dieses Gejammer, schau dir doch der Einfachheit die Arbeitsbedingungen in den 50ziger und 60ziger an. Da war Ergonomie, Arbeitszeitregelung, professioneller Arbeitsschutz, Umweltschutz so gut wie Fremdwörter.


    Ich kann langsam dieses Geheule von zu viel Stress, Burn out und Depressionen nicht mehr hören. Heute haben schon einige Leute Pipi in den Augen wenn sie mehr nicht direkt vor der Haustür die Arbeit haben und vom AG nicht auf jeden individuellen Wunsch eingegangen wird.

  • Nicht wenige verlassen Deutschland, suchen sich woanders Arbeit.


    Ja, Deutschland ist mitunter ein rauhes Pflaster ;) :rolleyes:.


    Nicht wenige verlassen Deutschland, suchen sich woanders Arbeit. Nicht nur deswegen, aber auch.
    Kuuskajaskari ist eine schöne Insel vor den Toren Finnlands. Und gehört auch zu Finnland. Und wenn da die Welt noch in Ordnung ist [Blockierte Grafik: http://t1.gstatic.com/images?q…hMwT7tyV0StImKUw9-eNL0ps0].

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