BA warnt vor einer Gesellschaft die nicht mehr arbeiten will

  • ist schon schwierig, die ganze Lage hier - und letztlich eine Frage der Motivation des/der Einzelnen


    vorweg, HARTZ IV ist eine blöde Sache, ich empfinde es als sehr belastend, durchaus gleichwertig zur früheren Sozialhilfe. Wir haben hier allerdings eine Optionskommune, über die ich mich wirklich nicht beklagen will, sehr fair, sehr korrekt und vor allem - freundlich. Aber, ich bin 62 Jahre alt und fühle mich immer wieder als Almosenempfänger, und das stinkt mir. Ich lebe mit meiner Frau in einer -wirklich preiswerten- kleinen Wohnung. Ein Job für mich, kaum denkbar, die Aktion 50plus bemüht sich mit mir zusammen darum. Bis zum Sommer konnte ich noch taxifahren in Vollzeit. Nu nicht mehr, weil mein Diabetes mellitus II eine Verlängerung des Personenbeförderungsscheines verhindert. Dafür hab ich nu Schwerbehinderung beantragt, was dazu führen könnte, das ich ab 63 Lebensjahre abschlagsfrei Rente beziehen kann, die weiteren Voraussetzungen erfülle ich.
    Meine Frau und ich, wir wollen so wenig Leistungen wie möglich, arbeiten beide nachts als Zeitungsboten und erzielen damit zusammen knapp 600 Euro monatlich Einkommen. Reicht nicht um aus H4 auszusteigen, erleichtert aber


    1. das persönliche Gewissen, wir fallen nicht (mehr) in vollem Umfang dem Staat zur Last
    2. die tägliche/nächtliche (3 Std) Zeitungsverteilung bekommt meinem Diabetes ausgesprochen gut, gesundheitlich gesehen, auch wenn der damiot erzielte Stundenlohn eher zuim Heulen ist.


    Fazit: ohne HARTZ IV wären wir aufgeschmissen, besser als die frühere Sozialhilfe ist sie bestimmt. Meine Frau ist leider gesundheitlich so stark lädiert, das sie allein uns nicht aus der Suppe reißen kann, könnte sich aber ändern, wenn meine Rente zum April 2013 durch ist, das ist schon um einiges mehr als HARTZ IV, was da rüberkommt. Ich denke, dann kommen wir mit Rente und Zeitung auf eine Summe, die uns das Leben vernünftig ermöglicht. Wär schon schön.....wirklich!

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  • Hallo Endymion,

    ich wünsche Dir, dass du mit 63 abschlagsfrei in Rente gehen kannst.

    Und wie schon Vorredner ausgeführt haben, nicht alle H4-Empfänger leben gerne von H4 - aber ich denke, es werden derer immer mehr.

    Wenn man so Anfragen und Antworten in einschlägigen Jammerforen durchliest, muss man (ich) sich schon fragen, was so gewissen H4-Bezieher eigentlich meinen, was H4 ist und eben so mancher Mitmensch alles tut, um nicht aus diesem System (durch Arbeit usw.) raus fällt.

    LG

  • Zum Thema "Abschlagsfrei in Rente mit 63":

    Mein Vater (gelehrnter Dreher in Festanstellung) hat nur noch eine Niere und einen Schlaganfall gehabt. Antwort der Rentenversicherung: Suchen Sie sich einen Arbeitsplatz als Parkhauswächter!

    Das Stellenangebot lag leider nicht dabei.....:cool:

    "Ich hab' hier bloß ein Amt und keine Meinung." (Friedrich Schiller)

  • Hallo Hexepebbles,

    so was, wie Du es beschreibst, finde ich eine Frechheit. Andererseits gibt es dann wieder durchaus Leute, bei welchen eine 100 %ige Erwerbsminderung festgestellt wurde, und die nebenbei "schwarz" arbeiten, weil es ihnen zu Hause zu langweilig ist (ich kenne da so einen Fall). Und diese Person ist noch nicht mal 50 Jahre alt!

    Also manchmal fragt man (ich) sich schon, nach welchen Kriterien die Rententräger entscheiden.

    LG

  • Quote from neu76;242354


    Also manchmal fragt man (ich) sich schon, nach welchen Kriterien die Rententräger entscheiden.
    LG



    Nicht nur die Rententräger. Auch von den Sozialgerichten habe ich schon Urteile gesehen mit der Begründung, man könne noch 3 Stunden täglich als Pförtner Hinterpforte arbeiten. Die Realität der Arbeitswelt interessiert dabei nicht.

    "Nehmt die Menschen wie sie sind. Andere gibt es nicht." (K. Adenauer)

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  • Quote from gfr;238076



    Ich kenne viele, gerade ältere Leute, die lieber am Monatsende von trocken Brot leben, als Leistungen von der "Fürsorge" zu erhalten und die sich schämen, zum Amt gehen zu müssen.

    Bei dieser Generation (hauptsächlich Witwen) ist das mit einem Makel behaftet sein noch ausgeprägt, obwohl das der Personenkreis ist, der am wenigsten für seine Notlage kann.


    Danke! Genauso ist es.


    Früher war es ein Makel, zur "Fürsorge" zu gehen. Es galt als asozial. Lieber sich aufhängen als sowas...so bin ich auch aufgewachsen.


    Und auch ich hatte einen anerkannten, guten Beruf gelernt (Stenographie),
    einen Einserabschluss, war Vollzeit arbeiten und fühlte mich glücklich im Job. Doch wenn Ehemann und Eltern zeitgleich an Krebs erkranken, war die (einzige) Tochter gefragt! So, wie es halt üblich war.


    Nachdem der Letzte den Kampf gegen den Krebs verloren hatte, gab es auch meinen Job nicht mehr! Ersetzt durch das Diktiergerät.

  • Ich habe diesen Beitrag mit Interesse gelesen und muss schreiben, dass ich über einige Aussagen so ziemlich entsetzt bin. Wenn einige Forenteilnehmer ihre Meinung gegenüber Leistungsempfängern in einer gewissen Position als ausführendes Organ in solcher Art und Weise so durchsetzen kann ich mich nur wundern.


    Der damalige Gedanke der sozialen Absicherung ist m.E. mit der Agenda 2010 vollkommen untergegangen. Für mich sind die H4 Gesetze zum großen Teil eine Subventionierung von Arbeit, welche den großen Unternehmen zu Gute kommen. Der menschliche Aspekt ist dabei komplett verloren gegangen und die Unantastbarkeit der menschlichen Würde ebenfalls. Postengeschacher ist an der Tagesordnung. Ferner sind zwei Parallelwelten entstanden. Der Niedriglohnsektor inklusive Zeitarbeit und die Armutsindustrie. Die Geldverteilung hat sich massiv verändert. Zum Nachteil der arbeitenden Bevölkerung. Wir bewegen uns auf einen Wirtschaftsfaschismus zu. An der die Politik kräftig mitverdient.


    Generell vertrete ich die Meinung, sämtliche staatliche Unterstützungen zu streichen und ein bedingungsloses Grundeinkommen zu etablieren. Dazu müsste ebenfalls ein vereinfachter Steuersatz eingeführt werden. Demnach müsste sich auch der Arbeitsmarkt verändern, in dem die Arbeitgeber Bedingungen schaffen, die dem Arbeitnehmer entgegenkommen. Den viele Arbeitnehmer würden zu einem Arbeitgeber abwandern, der bessere Bedingungen vorweisen kann oder sich dem zuwenden, was sie wirklich tun wollen. Die meisten Menschen gehen einer Arbeit nach, ohne dass sie ihnen Spaß macht und ohne dass sie sich mit ihm identifizieren können. Dementsprechend arbeiten sie auch. Wenn morgen ein BGE eingeführt werden würde, würden Sie dann aufhören zu arbeiten? Ganz bestimmt nicht. Vielleicht würden sie sich neu orientieren oder etwas eigenes machen wollen. Jeder, der ein BGE mit der Begründung "dann würde ja keiner mehr arbeiten" ablehnt, gibt bereits Auskunft darüber, dass er selbst nicht mehr arbeiten gehen würde. Jeder sollte sich zudem die Frage stellen, ob es Sinn des Lebens ist, bis zum 67. Lebensjahr nur zu arbeiten und das unter Zwang? Und wo wir schon einmal bei der Rente sind: die Rente mit 67 ist lediglich eine versteckte Rentenkürzung. Mehr nicht.


    Zudem: H4 ist mittlerweile kein Standard, denn das Bashing und das Verhalten der ausführenden Organe sorgen bereits für negative Anhaftung einer Notsituation, die zudem von vielen schamlos ausgenutzt wird, indem sie ihre Macht missbrauchen.


    PS: das Kinder im Haushalt mithelfen ist Erziehungssache.

  • Genau, 1000 Euro bedingungsloses Grundeinkommen für jeden und dann hören wir alle morgen auf zu arbeiten, immerhin hat dann ja eine Familie mit 3 Personen 3000 Euro monatlich. Finanziert sich alles aus Luft und Liebe heraus, da wird man mit Luft und Liebe garantiert auch satt.


    "Ganz bestimmt würde niemand aufhören zu arbeiten."


    Lächerlich.

    Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.

  • "Jeder, der ein BGE mit der Begründung "dann würde ja keiner mehr arbeiten" ablehnt, gibt bereits Auskunft darüber, dass er selbst nicht mehr arbeiten gehen würde."


    Das lässt tief blicken.


    Der Mensch scheint in der Masse nicht dazu geboren, auf Dauer nicht einer Tätigkeit nachzugehen. Er wird sich eher produktiv beschäftigen. Wäre dem nicht so, würde es unseren technischen Fortschritt nicht geben und wir wären in den Höhlen verhungert.


    Naja, und demnach würde es auch keine ehrenamtliche Tätigkeiten geben.


    Außerdem hat niemand von 1000 Euro gesprochen. Und von Luft und Liebe auch nicht. Hier sollte man sich im Gegenzug die Frage stellen, wie unser Geldsystem funktioniert und wie Schulden entstehen. Der Vergleich zu Luft und Liebe liegt hier sehr nah.

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  • Richtig, auch ich frage mich, wie sich das finanzieren lässt.


    Richtig, auch ich frage mich, wie sich das finanzieren lässt. Ich bin der Auffassung, dass das BGE in dem System, in dem wir leben, Utopie ist.

    Sicher würden nicht Alle aufhalten, Arbeiten zu gehen. Ich meine, wer dann arbeiten geht, dem würde natürlich mehr zur Verfügung stehen, was durchaus einen besseren, oder sagen wir mal, höhren Lebensstandard ermöglicht.

    Aber mit Sicherheit würde aber das Ganze System, so wie es jetzt funktioniert, zusammenbrechen. Und das in relativ kurzer Zeit.

    Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:



  • Das Du diese Meinung vertrittst, ist mir aufgrund des folgenden Postings schon klar:rolleyes:

    http://www.sozialhilfe24.de/fo…-dem-profiling-31382.html

    Viele Menschen sind zu gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.(Orson Welles)


    Es ist nicht nötig, mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: [URL=http://www.sozialhilfe24.de/forum/thread/231-nutzung-des-forums-hinweise/]

  • Quote from Spejbl;249321

    Richtig, auch ich frage mich, wie sich das finanzieren lässt. Ich bin der Auffassung, dass das BGE in dem System, in dem wir leben, Utopie ist.

    Sicher würden nicht Alle aufhalten, Arbeiten zu gehen. Ich meine, wer dann arbeiten geht, dem würde natürlich mehr zur Verfügung stehen, was durchaus einen besseren, oder sagen wir mal, höhren Lebensstandard ermöglicht.

    Aber mit Sicherheit würde aber das Ganze System, so wie es jetzt funktioniert, zusammenbrechen. Und das in relativ kurzer Zeit.


    Das jetzige System steht kurz vor dem Zusammenbruch. Dies sollte jedem nach der Subprime Krise bewusst sein. Ein System, welches auf Schulden, immer fortwährendem Wachstum und einer explodierenden Geldmenge, die durch nichts gedeckt ist, basiert, wird irgendwann zusammenbrechen. Und Schulden mit noch mehr Schulden zu bekämpfen (in der Hoffnung, dass es ewig so weiter geht) ist absolut utopisch. Das sollte einem schon der reine Menschenverstand sagen.


    Sparen und zudem gleichzeitig den größten Teil der Bevölkerung mit immer mehr Abgaben zu belasten wird zur weiteren Verarmung führen. Würde man sämtliche staatliche Leistungen streichen (sprich Kindergeld, Ehegattensplitting, H4, ALG1, Steuervergünstigungen, Rente usw.) und die zusätzlichen Verteilungsstellen und staatlichen Träger schließen (z.B. Arbeitsamt usw.) könnte ein BGE gegenfinanziert werden. Und es wäre ein erster Ansatz die Arbeitswelt und die Gesellschaft nachhaltig zu verändern. Viele Menschen könnten sich beruflich neu orientieren und viel produktives schaffen.


    Vielleicht wären wir auch wieder ein Volk der Dichter und Denker. ;)



    gfr
    Ich habe lediglich nach einer plausiblen Argumentationskette gefragt, welche beide Seiten stärkt. Aber dies ist ein anderes Thema und gehört m.E. nicht in diesen Thread.

  • Quote

    Dies sollte jedem nach der Subprime Krise bewusst sein. Ein System, welches auf Schulden, immer fortwährendem Wachstum und einer explodierenden Geldmenge, die durch nichts gedeckt ist, basiert, wird irgendwann zusammenbrechen. Und Schulden mit noch mehr Schulden zu bekämpfen (in der Hoffnung, dass es ewig so weiter geht) ist absolut utopisch. Das sollte einem schon der reine Menschenverstand sagen.

    Aha. Und dein BGE ist ohne Schulden möglich. Wie war das doch mit dem Menschenverstand?!


    Im Übrigen gibt es bereits Threads zum BGE. Ich verbitte mir hier jede weitere Diskussion darüber!


    Was in welchen Thread gehört, bestimmst im Übrigen nicht du. Das überlasse bitte den Admins und MODS (ggf. solltest du mal die Bezeichnung unter dem Nick von gfr lesen)!

    Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.

  • Hallo lieber Wegnachvorn (Ein etwas unpassender Name für soviel Pessimismus, aber egal), seit Jahrzehnten ist das Wirtschaftssystem in der Bundesrepublik kurz vor dem Zusammenbruch, desolat, menschenunwürdig, total überschuldet.


    Das glaubt man zumindest wenn man mindestens 4 Deutsche bei Bierlaune erlebt und sie über den deutschen Staat weinen.


    Das Wachstum steigt, die Arbeitslosenrate ist gesunken, aber Deutschland geht es schlecht.


    Es gibt da 2 Möglichkeiten, entweder du gehst einmal in ein Land was wirklich Probleme hat oder du versuchst das Subjektive vom Objektiven zu trennen.


    Macht manchmal wirklich Sinn, als diese ewigen Parolen nachzuquatschen. Was ich sicher befürworten würde, das man alle Subventionen streicht. Meine persönliche Meinung, es würde unter dem Strich weder besser noch schlechter. In Deutschland gibt es mittlerweile soviele sich gegenseitig aufhebende Subventionen, dass es in vielen Bereichen keinen Sinn mehr macht.

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  • @ Wegnachvorn:
    Aus den Arbeitgebern, die ja entsprechend Deiner ersten Forderung Bedingungen schaffen sollen,
    die dem Arbeitnehmer entgegenkommen, wird dann auch ein Volk der Dichter und Denker ??

    Dann zumindest passt auch Dein weiterer Vorschlag, nämlich auf das Arbeitsamt zu verzichten.
    Den Rest mag ich mir dann aber nicht mehr zusammendichten und –denken wollen.

  • Quote from Turtle1972;249341

    Aha. Und dein BGE ist ohne Schulden möglich. Wie war das doch mit dem Menschenverstand?!


    Der gesunde Menschenverstand ist auf dem "Weg nach vorn" ins Schlaraffenland schon voraus geeilt. :D


    (So er überhaupt je vorhanden war.)

  • Mercury220


    Danke für Deine Anmerkung. Ob ich über zuviel Pessimismus verfüge (auch angesichts meines gewählten Namens) lässt sich wahrlich streiten. Ich denke, ich habe eine gute Balance gefunden und sehe immer noch das Licht am Ende des Tunnels. Ich gebe Dir recht, dass diese Diskussion (über meinen Namen) irrelevant ist.


    Seit Jahrzehnten baut die Bundesrepublik einen Schuldenberg auf, der nicht mehr zu bewerkstelligen ist. Noch nicht einmal für unsere Kinder und Kindeskinder. Diese Entwicklung fungiert seit ungefähr 40 Jahren, wobei ich anmerken möchte, dass das so genannte Schuldenbuch damals noch handschriftlich verfasst wurde. Heute wird es Computer geführt. Auch die Schuldenuhr gibt darüber Auskunft.


    Wenn wir von Schulden und deren Eindämmung sprechen, dreht es sich hauptsächlich um das Thema Neuverschuldung.


    Gerade in den letzten 20 - 30 Jahren ist mir aufgefallen, dass diese Neuverschuldung einem exponentiellen Prozess unterliegt. Dies hat nicht mit einer Bierlaune zu tun, sondern ist durch Zahlen belegbar. Ich lasse hier die Verschuldungen der Bundesrepublik durch den 1.+2. Weltkrieg ebenso bewusst weg und ziehe diese nicht in meine Argumentation mit ein.


    Ebenfalls gab es einen massiven Wachstum im großen Unternehmenssegment. Dies ist u.a. durch Aktienkurse verschiedener Unternehmen belegbar. Doch auch die Verschuldung ist gestiegen. Was nicht zuletzt durch die mangelnde Überwachung verschiedener Finanzderivate und Schuldverschreibungen (und deren spekulativen Versicherungen = kurz CDS) zurück zuführen ist.


    Ist es nicht unwirklich, dass eine Reduktion von Arbeitsplätzen (nichts anderes wird durch eine Kostenreduktion zum Ausdruck gebracht) und einer gleichzeitigen staatlichen Subvention (= Verteilung der Kosten auf die Allgemeinheit für den Erhalt des Standorts und der Arbeitsplätze) im Sinne der positiven Betriebseinnahmen einen Aktienkurs nach oben schnellen lässt bzw. positiv beeinflusst?


    Hier greift, so meist die Begründung, der Prozess der Wettbewerbsfähigkeit ein. Die breite Masse finanziert nicht nur die Subvention sondern auch noch den Umsatz ( inklusive Gewinn) eines Unternehmens sowie die soziale Unterstützung der "Unterprivilegierten". Es findet eine Umverteilung auf drei bis fünffacher Ebene statt, die für keinen Steuerzahler tragbar ist. Dies auch nicht in der Zukunft.


    Und auch ein Leistungsempfänger, ist direkt oder indirekt an eine solche staatliche Pflichtleistung gebunden. Dabei ist die Umsatzsteuer ein Paradebeispiel dafür, obwohl diese für einen Unternehmer lediglich eine "Durchreichungssteuer" betitelt, welche sich "gegenrechnen" lässt.


    Außerdem merkst Du an, dass die Arbeitslosenrate gesunken ist. Hier lohnt sich ein Blick auf deren Berechnungsformel. Zwar mag sich die Arbeitslosenrate verringert haben, die nomimalen Lohnstückkosten haben sich ebenso verringert. Vergleicht man dies mit den den Reallöhnen, zugleich mit der Inflationsrate und der Entwicklung im Niedriglohnsektor ergibt sich ein erschreckendes Bild.


    Zwar haben viele Unternehmen im Rahmen der "heiß geliebten" Globalisierung von so genannten Absatzmärkten ihre Produktionsstätten in Niedriglohnländer verlagert, doch mit der Gesetzgebung der Agenda 2010 hat die Bundesrepublik einen Gegenpol erschaffen, welche die auf Export gestützte Wirtschaft wieder (global) wettbewerbsfähig erscheinen lässt. Somit ergibt sich ein Bild, dass die Industrieländer zu Niedriglohnländern entwickeln und sich Länder wie China (Kommunismus) zu Weltnationen entwickeln.


    Mit der Einführung der EU und der europäischen Währungsunion hat die Bundesrepublik einen Grundstein gelegt, ihre eigenen Gesetze abzuschaffen. Dies ist nur vereinfacht ausgedrückt. Der weitere Schritt; also eine Banken- bzw. Transferunion zu erschaffen, ist m.E. nur ein weiterer Baustein zum Wirtschaftsfaschismus. Natürlich kann ich mich in dieser Annahme auch täuschen, da wir uns in einer Umbruchphase befinden. Vielleicht machen wir auch einen Prozess der Vereinigten Staaten von Europa durch. Ein Prozess den die Vereinigten Staaten von Amerika bereits vor mehr als 200 Jahren durch gemacht haben. Ob dieser von Erfolg gekrönt ist, war oder sein wird: darüber lässt sich streiten.


    Was mir jedoch dabei auffällt, dass der Mensch mehr und mehr als Nummer betrachtet wird, mehr einem gewissen Bild entsprechen soll, die Selbstbestimmung und damit die Demokratie flöten geht.


    Wenn ich dann im Gegenzug vernehmen muss, dass sich mit gesteigerter Transferleistung auch die Anzahl der Arbeitsunwilligen erhöht, eine solche Gesellschaft heranzüchtet und die Produktivität der Menschen nachlässt (von den unwürdigen und teilweise beleidigen Anmerkungen mal ganz abgesehen), kann ich einfach nur den Kopf schütteln. Weil man dann nur nach Schema F verfahren kann, was m.E. kontraproduktiv ist und weder die eigene Person noch die Allgemeinheit weiterbringt. Auch wenn verschiedene Menschen nur der Meinung sind, man kann Menschen nur mit Druck zu Taten bewegen. Psychologisch m.E. der falsche Ansatz.


    Gerade Querdenker haben dafür gesorgt, das sich die Menschheit weiterentwickelt. Ich würde jetzt nicht behaupten, dass ich ein solcher bin, aber meine Ansätze haben zumindest manche zum Nachdenken gebracht. Auch wenn das Vielerorts nicht erwünscht ist, aber damit kann ich leben.

  • Es gab und gibt in Deutschland einen grundsätzlichen Denkfehler.


    Schaut man sich in diversen Familien- und Sozialforen um, dann sticht recht häufig ins Auge "Mein Kind ist hochbegabt, mein Kind muss studieren...", Eltern klagen auf bessere Noten und von klein auf werden Kinder auf ein Studium gepolt. Die Folgen sieht man, auf einen klassischen Berufsabschluss wird nur heruntergesehen, Hauptschüler werden unter Generalverdacht der Dummheit gestellt. Ein normaler klassischer Beruf und eine spätere berufsbegleitende Weiterbildung wird von einigen Helikoptereltern als minderwertig bewertet. Das nebenbei diese Berufsentwicklung zu gefragten Fachleuten führt wird gerne übersehen, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Theorie und Praxis und dazu eine Führungskraft dem bewußt ist wo die Grenzen eines Mitarbeiters sind, das macht meines Erachtens einen fähigen Leiter aus.


    Dieses Elitedenken führt -meiner Meinung nach- zu einem sehr überzogenen Anspruchsdenken und damit verbunden eine nicht unwesentliche Anzahl von Menschen und damit Kollegen welche nach dem Prinzip "Ich bin nicht besser, aber viel lauter." ihren beruflichen Weg versuchen.


    Die Frage ist -meiner Meinung nach- wie hoch werden die eigenen Forderungen gesteckt, wie kompatibel ist es mit den eigenen Möglichkeiten. Wieviele spielen gerne "Mein Haus, mein Boot, mein Auto." und übersehen das sie ihr Leben nach ihrer Außendarstellung leben.


    Es ist einfach nicht wahr, dass es keine gutbezahlten Jobs mehr gibt. Was es aber gibt sind klare Anforderungen und nicht nur viel Show und wenig Wissen. Das Anlerntätigkeit oder Tätigkeit für Ungelernte immer ein Risiko sind und nie gut bezahlt werden, nun das ist auch schon in den letzten 50-60 Jahren so gewesen. Das oft Leute mit einer geringen Bildung am lautesten Meckern, dass ist keine Erfindung der Neuzeit.


    Vielleicht macht es einfach Sinn seinen Blick auf das Wesentliche zu richten und nicht auf ein völlig überzogenes Anspruchsdenken.

  • Anspruchsdenken/überzogene Forderungen


    Zuerst will ich anmerken, dass ich mich als unmündiger Bürger verstehe.


    Wir haben zwar noch das Grundgesetz, dass uns vieles garantiert, aber nicht mehr realisierbar ist. Das Recht auf Selbstbestimmung ist denjenigen vorbehalten, deren Portmonaie sowiewo gefüllt ist und das Vitamin "B" besitzen.


    Somit ist es auch verständlich, dass Eltern Sorge tragen um ihren Kindern eine gute Schulbildung zu ermöglich, um auch einen attraktiven und gut bezahlten Job zu ergreifen.


    Obwohl Bildung heute keinesfalls ein Garant für eine gut bezahlte Stellung ist. Siehe arbeitslose Akademiker und gut gebildete ältere Arbeitsuchende. Hier werden Akademiker aus dem Ausland angeworben und die Älteren auf den Abstellgleis ausrangiert mit der Garantie auf Grundsicherung im Alter. Unsere hochqualifizierten Leute hauen ab ins Ausland.


    Bei meiner Suche auf dem Arbeitsmarkt ist mir u. a. aufgefallen, dass es gerade Menschen mit weniger oder gar keine Bildung leichter haben, einen Job zu finden. Wobei handwerkliche Bereiche sehr wohl gut bezahlt werden.


    Was vielleicht noch nicht allgemein bekannt ist: Viele Industriebetriebe, die ihre Produktionsstätten ins Ausland verlagert hatten, kehren wieder ins Reich zurück, da "Made in Germany" kostengünstiger ist und nicht noch einmal hier am Standort Deutschland nachgearbeitet werden muss.


    Ich weiß nicht, wie Ihr das seht. Aus meiner Sicht ist es zwingend erforderlich, dass der Kündigungsschutz wieder verschärft werden muss, die Mitbestimmung am Arbeitsplatz wieder eine Lobby findet und Lohn nach Leistung und Qualifikation bezahlt wird. Die Schul- und Berufsausbildung von jungen Menschen wieder in den Vordergrund gestellt wird und Gemeinschaftsschulen abgeschafft werden (Über-/Unterforderung!). Ich brauche grundsätzlich keine Beamten, den der Staat sind wir.


    Laßt mal einen Bienenkönigin, ohne ihr Volk!?

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