BA warnt vor einer Gesellschaft die nicht mehr arbeiten will

  • Angesichts der Pläne der Grünen, die Hartz-IV-Sätze kräftig zu erhöhen, warnt die Bundesagentur für Arbeit vor "einer Gesellschaft die nicht mehr arbeiten will".
    Die Erhöhung würde den Steuerzahler mit zusätzlich 7 Milliarden € belasten und fast eine halbe Million Haushalte mit einer Million dann hilfsbedürftig werdender Personen hätten dann zusätzlich Anspruch auf öffentliche Sozialversorgung.

    Quote


    BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt sagte der Zeitung: „Ein höherer Hartz-IV-Bezug wird schnell zum Vermittlungshemmnis. Nämlich dann, wenn die Grenzen zwischen Erwerbseinkommen und Hartz IV verschwimmen.“ Es gehe aber auch um eine Grundsatzfrage: „Wollen wir wirklich ein Volk von Transferbeziehern werden?“


    Die Regierenden müssten laut Alt darauf achten, „dass Arbeit weiter attraktiv bleibt“. Hartz IV dürfe „kein Lebensmodell werden“. Viel wichtiger sei beispielsweise die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen: „Am Regelsatz zu schrauben ist die einfachste Übung, Menschen in Arbeit zu bringen die schwierigere.“

    ...
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    Kosten in Milliardenhöhe: Arbeitsagentur warnt: Hartz IV darf ?kein Lebensmodell sein? - Wirtschafts-News - FOCUS Online - Nachrichten



    BA-Vorstand Alt untertreibt eher. Schon jetzt lohnt sich Erwerbsarbeit für breite Kreise der Bevölkerung nicht. Dies hat schon vor Jahren eine wissenschaftliche Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft nachgewiesen.


    Schön dort die Formulierung, daß bei dieser Abwägung auch der "Barwert des künftigen Nutzens aus Freizeit" eine Rolle spielt.


    http://www.ifw-kiel.de/wirtsch…entlichungen/hartziv-2010

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  • Dem stimme ich auch zu.

    Das ganze passt dann ja prima in die heutige Kultur, Kinder von jedweder Verantwortung, Leistung und angemessenen Arbeiten "zu beschützen".

    War es früher mal normal, das Kinder sukzessive durch kleinere Arbeiten im Haushalt an Verantwortung und Arbeit für Ihre Lebensgemeinschaft/Familie herangeführt wurden, so sollen Kinder heutzutage nur noch spielen dürfen und man darf sie keinesfalls mit irgendwelchen Aufgaben "überfordern". Selbst Hausaufgaben werden in NRW als unzumutbar angesehen ...

    War es frührer einmal normal, mit 16 Jahren eine Lehre anzutreten, so ist es heutzutage gang und gäbe erst mit Anfang bis Mitte zwanzig den Schulabschluss zu machen oder gar anfangen zu überlegen, welche Ausbildung man antreten mag.

    Und hier wird gerne der Weg über den normalen Ausbildungsbetrieb ûbergangen (da müsste man ja mit Mitbewerbern konkurrieren und das haben die meisten heutzutage nie gelernt) - sondern man nimmt lieber eine schulische oder vom Amt zugewiesene Ausbildung. Wenn es dann mal nicht so läuft und man jetzt zum ersten Mal im Leben Verantwortung tragen und Arbeiten soll, wird die ganze Chose gern auch wieder hingeworfen. Gibt ja den Notausgang Hartz, Krankschreibung wegen Depressionen etc.

    Da kann man tatsächlich für eine grosse Zahl der zukünftigen Generation nur noch schwarz sehen!

    Nicht, dass früher alles besser gewesen wäre. Aber durch die komplette rundum-sorglos Versorgung und der akzeptierten Normalität des Leistungsbezug wird halt das bisher gekannte Verhältnis zur Arbeit vollkommen verschoben.

  • Dem kann ich nur zustimmen


    Die Arbeitsstelle, die Selbstverantwortung, etwas selber regeln zu wollen und zu können treten immer mehr in den Hintergrund.
    Die Ansprüche an Kostenübernahmen für Alles und Jedes sind enorm gestiegen.
    Umzugskosten, Renovierungskosten, Übernahme von PKW Reperaturen oder PKW Förderung etc.
    Und alle sind enttäuscht wenn es nicht die Vertragswerkstatt ist die die Reparatur vornehmen darf, wenn es kein Audi, VW oder BMW ist sondern ein kleineres Modell einer nicht so bekannten Firma. Und nicht die Umzugsfirma die alles verpackt und schleppt ist, sondern nur der Mietwagen/LKW.
    Die erste Frage lautet nicht: haben Sie eine Stelle für mich? sondern : was kann ich noch beantragen?
    Nicht: wie kann ich das regeln? sondern: wer regelt das für mich?
    AlgII scheint die Menschen träge zu machen und ein gangbarer, weil gepolsteter Weg aus der Selbstverantwortung zu sein.
    Ich sehe in einer Erhöhung der Sätze auch keine Chance auf Motivation im Hinblick auf Beendigung des Zustands "arbeitslos".

  • Ich kann mich auch noch an Zeiten erinnern, als der Sozialhilfebezug ein Makel war, von dem man sich schnellstmöglich irgendwie befreien wollte.


    Man bekam im Bedarfsfall entweder Rente (weil zu alt oder zu krank) oder "Stütze vom Arbeitsamt" (Arbeitslosengeld oder -hilfe). Das war kein Problem. Aber Sozialhilfe - das galt als "unterste Schublade" und asozial.
    Und zudem unbequem, weil man vieles einzeln beantragen musste, und das war mit viel Papierkram und Lauferei verbunden, sodass es vielen Sozialhilfeempfängern bequemer erschien, sich um Arbeit zu bemühen.


    Das war allerdings vor 2004 auch noch deutlich einfacher als heute, weil ja selbst Vollzeitarbeit in unserem Niedriglohnland nicht mehr vor Bedürftigkeit schützt.


    Aber heute gilt es ja schon als hip, wenn man als Berufsziel von Schulabgängern hört "isch geh Hartz vier, weißt du ?".:(
    Und das mit Hilfe der völlig ausgeuferten Sozialrechtsprechung und zum Teil sogar mit Unterstützung der Schulen, in denen den Schülern die Inanspruchnahme von Sozialleistungen aller Art beigebracht wird. Das wurde irgendwo hier im Forum schon mal thematisiert.


    Hilfen im Fall unverschuldeter Bedürftigkeit - gerne. Soviel Geld sollte Deutschland übrig haben.
    Aber die Löcher in unserem sozialen Netz so dicht zu knüpfen, damit der Sozialleistungsbezug ja auch schön plüschig und nicht zu unbequem ist, kann es ja nicht sein.


    Irgendwann ist auch Deutschland so weit, dass im Rahmen der Euro- und Finanzkrise der Regierung die Entscheidung für oder gegen die Aufstockung von Sozialleistungen genommen wird - dann bleibt nämlich entweder der griechische Weg - radikale Kürzung aller Sozialleistungen ohne Rücksicht auf Verluste - oder der amerikanische Weg - Befristung der Sozialleistung auf z.B. 5 Jahr im Leben, und wer es bis dahin nicht packt, kann zusehen, wie er fertig wird.

  • Schon jetzt lohnt sich Erwerbsarbeit für breite Kreise der Bevölkerung nicht.





    Ist doch ganz logisch. Man muss an die Hinzuverdienstbedingungen ran. Keine Erhöhung des allgemeinen Regelsatzes über die Inflationsgrenze hinaus!

    Neben den 100 EUR Werbungskostenpauschbetrag (der anrechnungsfrei ist) sollte man statt 20% z.B. 50% oder 60% des ERWERBS - Einkommens anrechnungsfrei belassen. Ist doch ganz logisch; die jämmerlichen 20% anrechenfreies Einkommen wirken sich auf diejenigen demotivierend aus, die was tun, also arbeiten gehen. Und das fordert die Schwarzarbeit geradezu heraus. Und die muss man bekämpfen. Da muss angesetzt werden.

    Das ist eben das Problem: Man muss Bedingungen und Gesetze dafür schaffen, dass sich Erwerbsarbeit wieder lohnt. Legal. Und die Gesetzte macht in unserem Gesellschaftssystem die Politik. Sie muss der Witschaft sagen, wo es lang geht. Und nicht, wie es de facto ist, umgekehrt. Dann könnte es auch mit dem Mindestlohn was werden. Denn icgh bin der Meinung: Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert.

    Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:

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  • Quote from Spejbl;238057


    Neben den 100 EUR Werbungskostenpauschbetrag (der anrechnungsfrei ist) sollte man statt 20% z.B. 50% oder 60% des ERWERBS - Einkommens anrechnungsfrei belassen. Ist doch ganz logisch; die jämmerlichen 20% anrechenfreies Einkommen wirken sich auf diejenigen demotivierend aus, die was tun, also arbeiten gehen. Und das fordert die Schwarzarbeit geradezu heraus. Und die muss man bekämpfen. Da muss angesetzt werden.


    und was meinst du wieviele Menschen es da ins ALGII katapultiert ?


    Davon abgesehen mal das wir als Häuslebauer eh die A-Karte haben,
    würde ich bei uns die angemessene Miete ansetzen kämen 37,60 Euro ALGII raus.
    Gehe ich nun auf 50% Freibetrag und wieder angemessenie Miete wären wir bei
    716 Euro.
    Das würde selbst schon einen Teil der Besserverdienenden ins ALGII schieben.


    Unterm Strich würde dies nur heißen es würden noch mehr Arbeiter vom ALGII subventioniert.
    Für wem würde es sich da überhaupt noch lohnen ne gute Ausbildung zu machen oder Vollzeit zu arbeiten, wenn ALGII noch gut drauflegt ?
    Oder wenn ich als Paar mit 2x Teilzeit genauso viel habe - wie mit 2x Vollzeit.

    Das Vergleichen ist das Ende des Glücks
    und der Anfang der Unzufriedenheit.

  • Ich meine der Grundfreibetrag sollte bleiben, aber für den Teil des Einkommens zwischen 101 und 400 (zukünftig 450) sollten keine Freibeträge gewährt werden. Ab 401 dann wieder die normale Staffel, meinetwegen auch etwas erhöht.

    Im Moment ist es am besten für den LE einen Minijob zu machen, von dem kaum etwas angerechnet wird und zusätzlich beim selben AG schwarz zu arbeiten.

    Diese Änderung zusammen mit einem moderaten allgemeinen Mindestlohn (6.50) sollte die Vollzeitarbeit attraktiver machen.

  • Quote from ubu;238047

    Ich kann mich auch noch an Zeiten erinnern, als der Sozialhilfebezug ein Makel war, von dem man sich schnellstmöglich irgendwie befreien wollte.



    Da brauchst Du doch gar nicht so weit in die Vergangenheit gehen.

    Ich kenne viele, gerade ältere Leute, die lieber am Monatsende von trocken Brot leben, als Leistungen von der "Fürsorge" zu erhalten und die sich schämen, zum Amt gehen zu müssen.

    Bei dieser Generation (hauptsächlich Witwen) ist das mit einem Makel behaftet sein noch ausgeprägt, obwohl das der Personenkreis ist, der am wenigsten für seine Notlage kann.

    Wenn man dann mal sagt, beantragen sie doch Leistungen, kommen immer so Sätze wie:

    Nein, hinterher will man das Geld von meinen Kindern zurück...
    Nein, was sollen denn meine Bekannten von mir denken...
    Nein, ich schaffe das schon irgendwie...

    Viele Menschen sind zu gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.(Orson Welles)


    Es ist nicht nötig, mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: [URL=http://www.sozialhilfe24.de/forum/thread/231-nutzung-des-forums-hinweise/]

  • Noch mal nachgefragt


    Quote from nachtvogel;238058

    und was meinst du wieviele Menschen es da ins ALGII katapultiert ? …

    Quote from nachtvogel;238058


    Unterm Strich würde dies nur heißen es würden noch mehr Arbeiter vom ALGII subventioniert.
    Für wem würde es sich da überhaupt noch lohnen ne gute Ausbildung zu machen oder Vollzeit zu arbeiten, wenn ALGII noch gut drauflegt ?
    Oder wenn ich als Paar mit 2x Teilzeit genauso viel habe - wie mit 2x Vollzeit.



    Meine Meinung ist die: Arbeiten lohnt sich dadurch, dass eben mehr im Geldbeutel bleibt, wenn man arbeiten geht. Das ist so und das bleibt so. Sicher, es werden mehr Menschen, die ALG II- Anspruch hätten. Das ist aber der Teuerungen geschuldet.

    Und die Politik sorgt ja selber dafür, dass die Preise steigen. Sehen wir gerade wieder bei der Energiepolitik. Ein Preisanstieg beim Strom zum Jahreswechsel von 12% ist wohl historisch zu nennen. Da die Politik uns diese Suppe eingebrockt hat, darf sie sich ruhig auch mal einen Kopf darüber machen, wie wenigstens ein Teil der dadurch entstandenen Teuerungen für die Bevölkerung kompensiert werden. Und dass alle die erhöhten Stromkosten auf die Endverbraucher abwälzen werden, ist auch klar. Da bin ich mal gespannt, wie sich die Preise entwichkeln werden.

    Quote from yamato;238073

    Ich meine der Grundfreibetrag sollte bleiben, aber für den Teil des Einkommens zwischen 101 und 400 (zukünftig 450) sollten keine Freibeträge gewährt werden. Ab 401 dann wieder die normale Staffel, meinetwegen auch etwas erhöht.

    Quote from yamato;238073



    Im Moment ist es am besten für den LE einen Minijob zu machen, von dem kaum etwas angerechnet wird und zusätzlich beim selben AG schwarz zu arbeiten.

    Diese Änderung zusammen mit einem moderaten allgemeinen Mindestlohn (6.50) sollte die Vollzeitarbeit attraktiver machen.



    Genau das (Schwarzarbeit) soll ja vermieden werden. Macht man es aber gemäss diesen Vorschlages, wird gerade dieser Bereich in die Schwarzarbeit ausweichen. Denn warum soll man „hinzuverdienen“, wenn per Saldo kein Mehr an Einkommen da ist. Das musst du dann auch erklären, wie du das vertreten kannst. Auch viele SV- pflichtige Arbeitsplätzte werden ungünstiger behandelt, da ja erst Einkommen über 450 EUR besser gestellt wird. Der Bereich darunter verpufft.

    Der Bürger rechnet so: Arbeitslohn + ALG II Aufstockung = Einkommen. Wie sich die Summe zusammensetzt, ist vielen Rille. Und wenn man arbeiten geht, muss mehr an Einkommen bleiben, als wenn man nichts dergleichen tut. Tut mir leid, ich sehe es nicht, dass dieser Vorschlag funktionieren wird.

    Bleibt noch die Frage: Wie willst du erreichen, dass die Wirtschaft mehr Vollzeit zu vernünfigen Löhnen anbietet. Klar, das wäre eigentlich richtig. Jeder Arbeitet ist seines Lohnes wert. Aber wie durchsetzten, ohne dass die Wirtschaft z.B. nach Fernost auslagert? Man muss die Wirtschaft zwingen, das zu tun, was die Politik will. Nicht, wie es gerade ist. Nämlich das das Kapital diktiert. Und dann kämen wir wieder zurück zum Sozialismus.



    War eben eine andere Zeit. Und es herrschten andere Ideals und ein anderer Geist. Hier an diesem Beispiel sehen wir, wie die Saat aufgeht, die über Jahre ausgesät wurde. Es wurde ja immer das Anspruchsdenken als angemessen propagiert. Es wurde und wird ja auch heute noch ausgestreut: Du hast Rechte. Du musst dir nichts gefallen lassen. Du musst dich … Du kannst das noch… etc. etc. etc. Alles andere ist schwach und verdient es, verdrängt zu werden. Soweit die Denke unserer Zeit.

    Die Menschen sehen, der Staat den Leuten greift in die Tasche. Über Steuern (Tendenz natürlich zu den indirekten Steuern), Abgaben, etc. Die werden auf Produkte und Leistungen draufgedrückt. Folge Verteuerung. Da kann man es sehen wie man will. Der Bürger versucht sich da, etwas zurückzuholen. Nämlich da, wo was zu holen ist.

    Egoismus, Individualismus, zunehmende Rücksichtslosigkeit und Kälte, das ist es, was die Moderne hervorgebracht hat. Dass ein solches Denken vorherrscht, bedaure ich allerdings. Und das wird nicht folgenlos bleiben. Die Früchte dessen werden schon immer sichtbarer.

    Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:

  • Ich denke, dass, würde das Einkommen noch mehr bereinigt, es viele Arbeitnehmer geben würde, welche von Vollzeit in Teilzeit "umsteigen" würden, weil diese dann im Endeffekt das Einkommen in gleicher Höhe wie wenn sie in Vollzeit arbeiten haben würden.

    Warum wird das Einkommen eines H4-Beziehers überhaupt bereinigt (als mehr um Fahrtkosten, Kfz-Versicherung u. ä.)? Ich finde diese ganze Bereinigung sowieso einen Blödsinn. Ich kann ja noch verstehen, dass Fahrtkosten und notwendige Arbeitsmittel bzw. Versicherungsbeiträge in Abzug gebracht werden, aber alles Andere finde ich .....
    Falls der Arbeitnehmer Lohnsteuer zahlt, ist auch die Absetzung von Fahrkosten und Arbeitsmittel nicht erforderlich - meine Meinung.

    ALG II ist gesellschaftsfähig geworden, dies ist das Problem. Wäre es nämlich nicht so, würde sich Arbeit allein schon dadurch lohnen, dass man nicht im H4 landet.

    Man kann es immer wieder in Beiträgen lesen so oder ähnlich: Bekomme ich noch H4, wenn ich einen 400,00 EUR Job aufnehme oder so ähnlich? Also muss H4 für Manche erstrebenswert sein. Ist aber auch logisch, denn anders erhält man z. B. keine GZR-Befreiung oder andere Vergünstigungen.

    Und Schwarzarbeit wird es immer geben, egal was mit H4 den Steuern insgesamt usw. geschieht. Es gibt auch Leute, welche es nicht z. B. nicht einsehen, für eine Stunde arbeiten als Elektriker 20,00 EUR zu erhalten - im Gegenzug aber für eine Stunde Arbeit für einen Maler 40,00 EUR zu zahlen (die Beträge sind Beispielsbeträge!). Diese Personen wissen zwar, warum es so ist, aber sehen es nicht unbedingt ein, selbst 2 Stunden arbeiten zu müssen, damit sie 1 Stunde eines anderen Dienstleister bezahlen zu können.

    Bezüglich des Mindestlohnes ist das auch so eine Sache: Ich habe dies in einem Thread, der leider wegen Rechtschreibung :mad: gelöscht wurde, schon mal gefragt. Was ist, wenn jemand sich einen Rentner "sucht", welcher eine Hofanlage, Hausanlage (außen), eine längere Zufahrt o. ä. z. B. 2-mal die Woche kehrt, soll dieser Jemand dann für eine Stunde Arbeit 8,00 EUR Mindestlohn erhalten, obwohl der Bäckergeselle, dessen Arbeit um einiges schwerer und schwieriger ist, auch nicht mehr erhält?

    LG

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  • Quote from neu76;238163

    Falls der Arbeitnehmer Lohnsteuer zahlt, ist auch die Absetzung von Fahrkosten und Arbeitsmittel nicht erforderlich - meine Meinung.

    Hier verwechselt Du allerdings 'Absetzung' (vom steuerpflichtigen Betrag) und 'Bereinigung'.
    Dazwischen können bis zu 85% Differenz liegen.
    Dies nur als Hinweis für den Fall, dass Deine Meinung auf sachlicher Grundlage basiert.

  • Hallo WW,

    zugegeben, ich habe noch nie anhand eines Lohnes eine Vergleichsberechnung durchgeführt. Aber wenn ein Arbeitnehmer Lohnsteuer/Einkommenssteuer zahlt, kann dieser Arbeitnehmer die Kosten für Arbeitsfahrten/Versicherungen mittels Lohnsteuerjahresausgleich "absetzen". In der Regel erhält dieser Arbeitnehmer vom Finanzamt deshalb Geld zurück. - Also warum diese Kosten beim H4-Bezieher beim Netto-Einkommen (nochmals) in Abzug bringen?

    LG

  • Solange jemand ALG II bezieht dürfte sein Einkommen sowieso so niedrig sein, daß keine EK-Steuer zu zahlen ist. Von daher gibts auch nichts abzusetzen. Daher wahrscheinlich die Absetzmöglichkeiten bei der Einkommensanrechnung.

  • Nanana, wenn das immer so wäre, bräuchte es ja die Urteile, dass eine Einkommensteuererstattung während des ALG 2 Bezuges Einkommen und nicht Zufluss ist, nicht zu geben.

    Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.

  • Dann ist es praktisch so zu sehen, dass die Einkommensbereinigung für Fahrtkosten usw. o. k. ist, weil, falls das Finanzamt diese auch noch mal anerkennt (und weiteres) ist ja die Einkommenserstattung als Einkommen beim ALG II-Empfänger anzurechnen.
    Dies kann ich jetzt nachvollziehen.:)

    LG

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  • Die Beiträge #12 und #13 zeugen von reichlich Unwissenheit: Auch jemand, der 1300 € netto verdient, kann sehr wohl als Angehöriger der zu ihm gehörenden BG ALG2-Empfänger sein. Und als solchem, wird ihm jegliches Einkommen, auch Steuererstattung, angerechnet. Und wenn dieser nun noch jeden Tag 120 km Arbeitsweg hat, dann rollt sich jeder Arbeitslose vor Lachen auf dem Boden, denn diese Kosten werden auch nicht nur annähernd anerkannt! Denkt mal ein bisschen mehr nach. Von Arbeit muss man leben können! Und mal eben in Teilzeit gehen aus Lust und Laune finanziert das Amt wohl kaum.

  • Hallo Beobachter,

    was ist dann, wenn jemand z. B. 30 Stunden wöchentlich arbeitet, der Lohn nicht ausreichend ist und zusätzlich H4 bekommt. Falls dieser jemand statt 30 Stunden 40 Stunden arbeiten würde, hätte er vielleicht auch nicht bzw. nicht wesentlich mehr, müsste mehr arbeiten - glaubst Du wirklich, dass es dies nicht jetzt schon gibt - dann lebst Du aber auch noch auf Wolke Nr. 7.

    LG

  • Quote from neu76;238185

    Hallo Beobachter,

    was ist dann, wenn jemand z. B. 30 Stunden wöchentlich arbeitet, der Lohn nicht ausreichend ist und zusätzlich H4 bekommt. Falls dieser jemand statt 30 Stunden 40 Stunden arbeiten würde, hätte er vielleicht auch nicht bzw. nicht wesentlich mehr, müsste mehr arbeiten - glaubst Du wirklich, dass es dies nicht jetzt schon gibt - dann lebst Du aber auch noch auf Wolke Nr. 7.

    LG


    Es wäre lachhaft, diese Effekte zu bestreiten. Die einschlägigen Foren sind voll mit Vollzeitjob-Vermeidungsstrategien wenn das JC 'nervt', oder wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft in einer wissenschaftlichen Studie schreibt, mit der Abwägung des "Barwert des künftigen Nutzens aus Freizeit". Insbesondere dann, wenn Schwarzarbeit eine Rolle spielt. Oder wie das Buschkowsky in seinem Buch ausdrückt, Bezahlung nach 'BAT'.

  • mpumpe, wenn Du in der Lage bist, den von Dir zitierten Bandwurm inhaltlich zu verarbeiten, dann darf ich sicherlich davon ausgehen, dass Du politisch aktiv engagiert bist.

    Wenn hier in diesem Thread die mangelnde Weitergabe von Werten und Eigenverantwortung beklagt wird, mit dem Verweis darauf, dass es das ’früher’ alles nicht so in dieser Art gegeben hat, dann muss ich darauf verweisen, dass es ’früher’ auch kein Internet gab, wo man sich je nach Bedarf und Bedürfnis die Erkundigungen holen kann, wie man sich sein Freizeitvolumen oder gar sein Faulenzerdasein versüßen kann.

    Die Zeiten, wo man sich mit des Nachbarn Bekannten in mündlicher Kommunikation über Inhalte und Probleme des täglichen Alltags auseinandergesetzt hat, was dann möglicherweise gipfelte in gegenseitiger praktischer (!) Hilfestellung, diese Zeiten haben sich in großen Teilen geändert. Und wenn wir allemal ehrlich sind: auch wir nutzen die moderne teils drahtlose Kommunikationsmöglichkeit in einem Umfang, der uns die Zeit nimmt, einfach mal draußen vor Ort sich an den Rand jener Probleme zu stellen, die hier beklagt werden und fraglos ja auch existieren.

    Das hier diskussionsmäßg geführte Rumgehacke auf denen, die sich das Sozialsystem zum Nutzen machen, kommt in dieser Form doch gar nicht dort an, wo es hingesendet werden soll.


    Oder glaubt Ihr wirklich, ein schmarotzerbehafteter Familienvater dreier unehelicher Kinder würde in der Tat sich die Mühe machen, hier in diesem Forum nachzulesen, wie der schuftende Teil der Bevölkerung über ihn denkt?

  • [QUOTE=Spejbl;238129]


    Bleibt noch die Frage: Wie willst du erreichen, dass die Wirtschaft mehr Vollzeit zu vernünfigen Löhnen anbietet. Klar, das wäre eigentlich richtig. Jeder Arbeitet ist seines Lohnes wert. Aber wie durchsetzten, ohne dass die Wirtschaft z.B. nach Fernost auslagert? Man muss die Wirtschaft zwingen, das zu tun, was die Politik will. Nicht, wie es gerade ist. Nämlich das das Kapital diktiert. Und dann kämen wir wieder zurück zum Sozialismus.


    Die meisten Niedriglöhne (nicht alle) werden m.W. derzeit in Bereichen gezahlt, die nicht nach Fernost ausweichen können (Handel, Friseur, Taxi, Gastronomie, Hausmeisterdienste usw.), wenn von Seiten der Bedürftigen nicht mehr so viele Teilzeitjobs und Minijobs nachgefragt werden, wird sich die Wirtschaft schon umstellen.

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