Von ALG II zu Bafög mit PKV (privater Krankenversicherung)

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    • Von ALG II zu Bafög mit PKV (privater Krankenversicherung)

      Hallo,

      eine Freundin ist in folgender Situation:

      Sie ist 25 Jahre alt (wird im Dezember 26) alleinerziehend und hat zwei Kinder (3 und 5) und lebte bisher von ALG II und ist dummerweise in einer privaten Krankenversicherung, deren Beiträge jedoch nach einigem Kämpfen vom Jobcenter komplett übernommen wurde.

      Nun macht sie seit einem Monat eine schulische Ausbildung (mit Praktikum) zur Kinderpflegerin und erhält statt ALG II Bafög. Unter dem Strich bekommt sie nun knapp 170 Euro weniger, hat aber höhere Ausgaben (Essensgeld für den Kindergarten wegen Ganztagsbetreuung), Fahrtkosten zur Schule sowie Bücher und Schulmaterial.

      Das Schlimmste jedoch ist, daß vom Bafög kein Krankenkassenbeitrag übernommen wird (allenfalls ca. 50-72 Euro Zuschuss), wodurch sie zusätzlich nun auf fast 200 Euro monatlichen PKV-Beiträgen sitzen bleibt.

      Ist die sozialrechtliche Situation tatsächlich so, daß ein "Hartzer" mit PKV keine schulische Ausbildung machen kann, da sonst Schulden bei der PKV entstehen und eine medizinische Versorgung nicht mehr gewährleistet ist (nur noch Notfall)? Oder gibt es doch Möglichkeiten (ähnlich wie Selbstständige "aufstocken" können), dass die Arge bzw Jobcenter auf Antrag hier verpflichtet ist, die Grundsicherung zu gewährleisten?

      [Anmerkung: In der PKV ist sie wegen einer ehemals selbstständigen Tätigkeit (Hermes), bei der die GKV fast 50% vom Einkommen wollte (bei Selbstständigen wird von min. 1800 Euro Einkommen ausgegangen) und drei versicherungsfreien GKV-Monaten nach Abbruch der Ausbildung, deren Nachzahlung sie nicht aufbringen konnte.]

      Liebe Grüße,
      Yauhou
    • Es hat sie niemand geheißen, vor Absolvierung einer Ausbildung eine Selbständigkeit zu betreiben, die dann mangels Erfahrung, beruflichen Kenntnissen usw. von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Insoweit muss man sich auch ein Stück seiner Eigenverantwortung bewusst sein, bevor man ein System krank schimpft, dass, besser als viele andere Länder der Welt, die Existenz seiner Bürger durch x verschiedene Sozialzweige abgesichert hat! In den USA können viele von einer Krankenversicherung nur träumen. Mit oder ohne Arbeit.
    • Sie hat die private Krankenversicherung nicht gewählt, um zu sparen, sondern weil es für die gesetzliche damals gar nicht gereicht hat. Aus dem gleichen Grund hat sie die (Schein-)"Selbstständigkeit" nur deshalb gewählt, weil ihre damalige Lebenssituation sonst nur die Sozialhilfe in Aussicht gestellt hatte, zumindest aus der damaligen Sicht, immerhin war sie gerade erst 18.

      Ich finde es nicht nett, dass hier (von Daniel mal abgesehen) nur Paragraphen nach dem Motto Tja-Pech-gehabt und hämische Selbst-Schuld-Zuweisungen kommen.

      Immerhin scheint hier eine junge Frau durch das Raster des meiner Meinung nach kranken Systems (*) zu fallen und sitzt mit ihrer von einem Berater angedrehten privaten KV nun zwischen allen Stühlen und hat im Gegensatz zu verzockten Bänkern keine Chance mehr da rauszukommen.

      (*) und ein krankes verkorkstes System schön zu reden, indem man auf noch kränkere zeigt ist auch sinnfrei.

      Danke, DanielR, für den Tip, ich werde es an sie weitergeben. Und danke Turtle1972 und WalterWinter für gar nichts. Ihr scheint wohl nur in diesem Forum zu sein, um euch über Menschen in Not lustig zu machen und euch durch eure Überheblichkeit besser zu fühlen. Viel Spass noch dabei. Auf Wiedersehen.
    • @WalterWinter: Ok, dann habe ich das wohl in den falschen Hals gekriegt.

      Wobei die damalige Fehlentscheidung ja auch schon von dem "kranken" System beeinflußt wurde, dass ein Selbstständiger nicht wie alle anderen nach seinem Einkommen gesetzliche Krankenkassenbeiträge zahlt, sondern einfach von einem Mindestverdienst von 1800 Euro ausgegangen wird (auch wenn man nur 600 Euro verdient).

      Aber was ich persönlich dabei für krank halte, ist das diese junge Frau, die nun versucht, durch eine schulische Ausbildung dem Hartz IV zu entkommen, jetzt keine Chance hat, weil sie eben durch ihre finanzielle Situation damals scheinbar keine andere Wahl hatte (ausser Sozialhilfe) als diesen Ausbeuterjob bei Hermes anzunehmen und durch Zahlungsunfähigkeit gegenüber der gesetzlichen in die private KV gedrängt wurde.

      Das mit dem kranken System war aber auch nur MEINE Meinung und nicht die der jungen Frau. Es ging ja eigentlich darum, was sie machen kann. Und wenn die Antwort ist: nichts, außer die Ausbildung abbrechen und wieder zurück in Hartz IV, dann ist es eben ein krankes System, dass den großen Zockern die Milliarden in den ... schiebt, während der kleine Mann (Frau) ohne Chance bleibt.

      @Turtle1972: Was ist daran Quatsch? Sie hat nicht genug verdient, um sich die GKV leisten zu können. Ergo blieb ihr nur die Private oder unversichert bleiben (was seit ein paar Jahren sogar verboten ist und diesen Nonsense mit Basistarif hervorgerufen hat).
    • Immer dieses Geschwafel von der "Eigenverantwortung", wenn man "selbstständig" wird. Du (genauso wie der Gesetzgeber) verwechselst die freie Entscheidung zu unternehmerischer Tätigkeit mit einer gewinnträchtigen Idee mit den vielen arbeitslosen Menschen, die durch das Outsourcen und andere Umstände keine andere Wahl mehr haben außer ein (schein)"selbstständigen" Job zu machen oder sich im Hartz IV schikanieren zu lassen.

      Die meisten geringverdienenden "Selbstständigen" sind einfach die neuen Sklaven der großen Konzerne, die ehemals Angestellte ersetzen sollen mit geringerem Risiko für die Konzerne und komplettem Risiko für Altersarmut und Ausbeutung der Sub-"Unternehmer".

      "Das System" ist sowieso nicht "verantwortlich", da es nur ein Prinzip und keine Person ist. Und es geht auch nicht darum, Schuldige zu finden, sondern einfach festzustellen, daß unser System eine Fehlentwicklung ist, die nur wenigen dient (z.B. den 10%, denen mehr gehört als dem gesamten Rest zusammen) aber durch "teilen und herrschen" und "Brot und Spiele" weiter am Laufen gehalten wird.

      Nichtsdestotrotz hilft dies der besagten jungen Dame mit ihren zwei Kindern und dem Wunsch einfach einen Job zu haben, von dem man einfach nur überleben kann, auch nicht weiter. Wenn sie die zwei Jahre ihrer schulischen Ausbildung finanziell überstehen würde und einen Job findet, käme sie ja aus dieser PKV-Falle heraus.
    • Gewinnträchtige Idee? Hat ja offensichtlich wunderbar funktioniert. Junge, du machst dich aber mehr als nur ein Stück weit lächerlich.

      Eine rein schulische Ausbildung ist im Übrigen der schlechteste Garant für einen Job. Das ist und bleibt immer noch die duale Ausbildung, also eine, bei der man anschließend auch die Chance auf Übernahme im Ausbildungsbetrieb hat.

      Damit wären auch ihre KV Probleme gelöst gewesen.
    • Ich merke schon, dass du meiner Unterscheidung nicht folgen kannst. Es war für sie eben keine gewinnträchtige Idee, mit der sie sich selbstständig gemacht hat, sondern lediglich ein Hungerlohnjob, um sich über Wasser zu halten, der auch noch einen Gewerbeschein erforderte.

      Viele große Unternehmen in der Logistik wie Hermes, DPD, GLS, DHL, aber auch Tiefkühlwaren-Lieferanten wie Eismann etc. und auch in anderen Branchen outsourcen das Risiko während die Gewinne beim Konzern bleiben und der "Unternehmer" ist im Grunde nichts ist als ein scheinselbstständiger Arbeitssklave ohne die Rechte eines Arbeitnehmers.

      Sie macht eine schulische Ausbildung mit Praktikum zur Kinderpflegerin, meiner Meinung auch ein schlecht bezahlter Beruf, in der sie wieder ausgebeutet wird. Ob das eine duale Ausbildung weiß ich nicht, ich krieg das nur am Rande mit, da es eben eine Freundin ist, die mir das Problem mit der privaten KV geschildert hat.

      Aber wie gesagt, wollte ich hier keine Diskussion über Schuldfragen und Hätte Hätte Fahrradkette, sondern habe mir erhofft, das es Lösungen für ihre JETZIGE Situation gibt (außer abbrechen oder Schulden bei der PKV auflaufen lassen).

      Anscheinend gibt es die nicht, d.h. also für mich: krankes System.

      Ich halte fest: Sie ist an ihrer Situation nicht selbst schuld, sondern durch ihre Lebenssituation und die Umstände, dass die GKV ungerechte Beiträge von "Selbstständigen" fordert, in sie hineingedrängt worden - am besten hätte sie aus heutiger Sicht wohl doch besser direkt mal Sozialhilfe beantragt anstatt für einen Ausbeuterkonzern wie die Otto-Versand-Tochter Hermes zu arbeiten. Sie ist nicht in die PKV, um zu "sparen" (wo nichts ist kann man nix sparen), sondern weil sie mit dieser Tätigkeit die GKV gar nicht bezahlen konnte.
    • Nochmal: sie allein ist schuld daran. Sie hätte ja keine Selbständigkeit begründen brauchen. Niemand hat sie dazu gezwungen. Wenn man sowas tut, sollte man die Tragweite seines Handelns kennen. Mache also nicht das System für etwas verantwortlich, was die junge Dame ganz allein zu verantworten hat! Sie hätte wenigstens jetzt soweit mitdenken können, dass sie sich eine duale Ausbildung sucht, durch die sie wieder in die GKV hätte wechseln können!

      Für ihre völlig verkorkste Lebensplanung sollte sie jemand anderen verantwortlich machen. Und nicht uns.
    • Ist sie nicht. Außerdem, bist du das System, daß du dich angesprochen und verantwortlich gemacht fühlst ("uns")?

      Sie war in einer Situation, aus der sie aus persönlichen Gründen (Psychoterror durch das Elternhaus) heraus MUSSTE, wodurch sie ihre Ausbildung abbrechen MUSSTE.

      Sie HÄTTE kein (damals frisch eingeführtes) Hartz IV bekommen, da die Eltern weiter für sie zuständig gewesen wären, aber von denen MUSSTE sie ja weg, wenn sie dem Psychoterror entkommen wollte.

      Um dort, wo sie unterkam, etwas zurückzugeben, in Form von Beteiligung am Lebensunterhalt, musste sie sich Arbeit suchen, was sie dann im Paketeausfahren für Hermes fand. Dies war die einzige auffindbare Tätigkeit, die sie ohne festen Wohnsitz ausüben konnte.

      Dass sie durch den Gewerbeschein und die Private Krankenkasse (wie ich schon mehrmals ausführlich begründet habe) in eine Falle geraten ist, aus der sie nun nicht mehr herauskommt, kann man einer 18-Jährigen nun wirklich nicht als eigene Schuld anrechnen.

      Dass es den Berufsweg, den sie momentan wählt, um aus Hartz IV herauszukommen, weil sie eben nicht der Allgemeinheit ewig zur Last liegen will, eben nicht als duale Ausbildung gibt, hat sie ebenfalls nicht zu verantworten.

      Verkorkst ist vor allem eins: dieses schwachsinnige Gesundheitssystem, an dem sich die Pharmakonzerne bereichern und die Reichen sich aus der Verantwortung stehlen. Es sollte gar nicht möglich sein, sich außerhalb der Gesetzlichen zu versichern.

      Aber wie gesagt, ich habe hier nach Lösungen gefragt, nicht nach Häme und Verurteilung. Da es diese offensichtlich nicht gibt, außer seine gesamte berufliche Lebensplanung nach dem Gesundheitssystem zu richten, Arbeitslosigkeit der Ausbeutung durch Scheinselbstständigkeit vorziehen, und dass man vor jedem Schritt daran denken muss, dass man überall abgezockt, verarscht, belogen, in die Irre geführt, kommerziell ausgebeutet wird, ist es definitiv ein krankes System.
    • Ja, natürlich bin ich Teil des Systems. Jeder ist es. Nicht aufgepasst in der Schule?

      Ein Azubi hätte auch bei Einführung des HartzIV keinen Anspruch darauf gehabt. Azubis bekommen nämlich BAB oder Bafög. Niemand muss seine Ausbildung abbrechen, wenn die Eltern nicht zahlen wollen, dann gehen die BAB bzw. Bafögstellen mit dieser Leistung in Vorausleistung!

      Von daher sind das nach wie vor alles nur dumme Ausreden und Phrasen, um ihr Unvermögen, ihren Lebenslauf bisher ordentlich zu gestalten, zu verdecken. Mag vielleicht daran liegen, dass du -außer Stammtischweisheiten- auch nichts weiter zu bieten hast und es nach wie vor Menschen gibt, die alles und jedem die Schuld für ihr eigenes Versagen aufdrücken möchten.
    • Hallo,

      ich weiß nicht wohin diese Schuldzuweisungen führen sollen.:(

      Fakt ist nun einmal, dass die junge Frau ihre Entscheidungen selbst getroffen hat, aus welcher Motivation auch immer.

      Yauhou, deine Eingangsfrage ist schon recht provokant gestellt und der Freispruch für deine Freundin, die Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu tragen, bessert ihre Situation nicht und lässt trotz allem auch keine andere Antwort zu, als Turtle bereits gegeben hat.

      Gruß von anabell

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