ALG-II Empfänger leben zu "gut"!

  • Hallo Mensch44,


    möglichwerweise finden sich in Deinem Beitrag ja lesenwerte Gedanken.


    Dann hättest Du Dir allerdings etwas mehr Mühe geben sollen - denn so dahingeklatscht, da ist Dein Beitrag erstmal ein Schlag auf's Auge,
    und zwar auf das meinige.

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  • Gar nicht. Das könnten nur Moderatoren. Würde aber den Thread durcheinander würfeln.

    Grüsse,

    Mandy

    [SIZE=1]Ich beantworte ab sofort KEINE PN mehr, weshalb Threads geschlossen und/ oder bearbeitet bzw. entfernt wurden oder man eine Verwarnung erhielt. Wenn dies der Fall ist, dann hat das seinen Grund -> [SIZE=2]Forumsregeln [/SIZE] ->LESEN!!!!!)![SIZE=2]. [/SIZE][/SIZE]

  • 20 ct, 15 ct. Ja, wer den Pfennig nicht ehrt...


    Quote from Spejbl;222865


    ...
    Das Unsinnige an der Ganzen Sache hat das BSG erkannt und dem seltsamen Treiben (um jeden Preis die 20 ct zu ziehen) einen Riegel vorgeschoben. Manchmal hilft eben nur: Das war's und damit basta.
    Game ouver. ...



    Gleiches gilt natürlich auch, wenn das JobCenter Pfennigfuchserei betreibt. Also gleiches Recht für beide Seiten. Nur, hier geht es um 15 ct. Aktuelles Beispiel:

    Jobcenter Unstrut-Hainich-Kreis muss 15 Cent nachzahlen | Thüringer Allgemeine

    Jobcenter Mühlhausen scheitert in Rechtsstreit um 15 Cent vor Bundessozialgericht | MDR.DE

    Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:

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  • Willst du dazu was hören? Wenn man keine Ahnung hat, sollte man mal schweigen.

    Die Entscheidung ist nichts anderes als die Retourkutsche zum 20 Cent Urteil:
    Gericht: Kein Recht auf Prozess um 20 Cent Hartz IV

    Das war nämlich auch der Unstrut-Hainich-Kreis. Der in dem Fall gewonnen und damit dem LSG Thüringen ans Bein gep.... hat. Dass sich das BSG nicht nochmal mit so einer Ka... beschäftigten will, war fast logisch.

    Im Übrigen geht es nicht um 15 Cent, sondern um die horrenden Anwaltskosten. Ein normaler Mensch würde wahrscheinlich wegen 15 Cent weder in Widerspruch noch in Klage gehen und schon gar nicht einen Anwalt nehmen, denn im Falle des Unterlegens müsste er die Kosten tragen.

    Es ist schlichtweg (auch in der 20 Cent Klage durch das BSG) der Ruf an den Gesetzgeber nach einer Bagatellgrenze.

    Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.

  • Quote from Turtle1972;265998

    Ein normaler Mensch würde wahrscheinlich wegen 15 Cent weder in Widerspruch noch in Klage gehen und schon gar nicht einen Anwalt nehmen, denn im Falle des Unterlegens müsste er die Kosten tragen.


    Zu normalen, arbeitenden Menschen ist der Sozialstaat eben sehr asozial. Der Versuch, die Einkommenssteuerbefreiung der Fahrkosten (Kilometerpauschale) abzuschaffen, der letztlich vom Bundesverfassungsgericht gestoppt wurde, ist nur ein Beispiel. Gleichzeitig gibt es für Teilzeitarbeitslose nicht nur Einkommenssteuerbefreiung sondern pauschal mindestens 100 EUR extra, selbst dann, wenn die tatsächlichen Fahrkosten/Werbungskosten geringer sind :D


    Aber wem erzähle ich das.

  • Sorry für das Ausbuddeln dieses alten Threads, aber ich wollte jetzt nicht extra einen neuen eröffnen und thematisch passt es am besten.


    Ganz kurz zur Entstehung dieses Beitrages:
    ich selber war zum Glück(!) noch nicht einen Tag im Bezug; weder ALGI noch ALGII.
    Allerdings arbeite ich in einer Branche, in der man immer auf einem heißen Stuhl sitzt und von daher spricht man im Kollegenkreis immer mal wieder über die Option der Arbeitslosigkeit, welche wie ein Damokles-Schwert über einem schwebt.
    Mal zynisch/sarkastisch - mal realistisch/analytisch.


    So haben wir just Ende letzten Jahres, passend zur alljährlichen Kündigungswelle, mal diskutiert, was uns bei ALG-II erwarten würde.
    Und dabei kam heraus, dass es dem einen oder anderen durchaus noch den Umständen entsprechend "gut" gehen könnte.
    Wichtig: das ist kein konkreter Masterplan, sondern nur ein Gedankenspiel!

    Basierend darauf, dass man ja, wie in meinem Falle, bereits fast zwanzig Jahre durchgehend gearbeitet und auch recht gut verdient hat, bietet sich ja eine andere Perspektive, sofern man ab Stichtag x mit dem Regelbezug auskommt.
    Gemeint ist damit die persönliche Infrastruktur, welche man sich natürlich nicht aufbauen konnte, wenn man das ganze Leben noch nicht in Arbeit war.
    Baut man erst einmal alles auf, bevor man in den ALG-II Bezug fällt, und ist auch für niemanden anderen verantwortlich/Rechenschaft schuldig (Single), dann könnte man bei entsprechender Ambition ja quasi so ein Arno-Dübel Leben in der Enhanced-Version führen.


    Konkret:


    * schicke 65qm City-Eigentumswohnung vorhanden und abbezahlt. Selbstbewohnt seit 9 Jahren, KdU=ca.280 EUR (Strom, Hausverwaltung, Heizung,...)
    * ein Sportwägelchen, welches allerdings aus Baujahr 1994 stammt und laut Schwacke und Händler nur noch knapp 2000EUR wert ist. Das der wenig Laufleistung hat und richtig fesch aussieht, weil top gepflegt und TG-Platz, spielt bei der Wertberechnung ja keine Rolle.
    Besitzer ist damit super zufrieden und will auch nie einen anderen, der 7500+ EUR kosten würde.
    * Haushalt voll ausgestattet. Wenn auch kein Bang&Olufsen (das wäre wahrscheinlich anrechenbares Vermögen), so doch hochwertige und vielfaltige Unterhaltungselektronik, tolle Möbel, Lampen, Kleidung usw. - alles da.
    * keine Aktien, teuren Münzsammlungen (im Verweis auf die Geschichte von AFAIR 2012, Wert 20.000+ EUR), Goldbarren noch Bargeldvermögen.
    * Konto...immer leer :) Ich gebe echt schon immer alles aus, habe aber im Gegenzug auch keine Schulden/Kredite.


    Also ich fände unter diesen Umständen Hartz IV / ALGII-Bezug zwar mit Sicherheit aus der Perspektive schlimm, dass ich mit meinem sozialen Status nicht klarkäme, bei anhaltender Nichtbeschäftigung auch mit Sicherheit depressive Züge annehmen würde, weil man sich unnütz und ausgegrenzt fühlt,... aber rein wirtschaftlich würde es mir doch ganz gut gehen, oder wie seht ihr das?
    Ich könnte weiter in meiner Wohnung bleiben, müsste auch nie damit rechnen eine 6-monatige Karenzzeit zum Umzug aufs Auge gedrückt zu bekommen, weil die KdU nicht steigen wird (oder zumindest nie den Rahmen sprengen würde), könnte weiter mein altes, aber schönes Auto fahren, und hätte als einzige Einschränkung mit dem Regelsatz versorgungstechnisch über den Monat zu bekommen.


    Ich glaube damit käme ich in dem Sinne klar, dass ich mich wohl nie wirklich in einer Notlage fühlen würde; lediglich etwas eingeschränkt in den Möglichkeiten.
    Sofern ich nicht vorhabe noch ein Haus zu kaufen, Porsche zu fahren oder teure Urlaube zu buchen...geht!


    Mir ist klar, das dieses Beispiel nicht allgemeingültig ist, aber unter solch einer Prämisse muss man die These "Hartz IV Empfängern leben (zu) "gut"" zumindest in solchen Einzelfällen auch mal von einer andere Seite betrachten.
    Möglich müsste das doch so sein, oder habe ich da einen Gedankenfehler?


    (Und Turtle: bitte nicht böse sein! Niemand hat hier ernsthaft vor auf Staatskosten in den relativ luxuriösen "Frühruhestand" zu gehen!!!! Wir haben das jetzt echt über Tage diskutiert und wollen nur wissen, ob unsere Theorie da wirklich aufgeht ^^ Wir haben Ex-Kollegen, die wirklich mit Mitte 40 aufgehört haben zu arbeiten; diese sind aber Privateers und leben nicht auf Staatskosten. Das wäre auch für uns der einzige Weg, wenn wir uns das mal leisten könnten!)

  • Man sollte schon VORNE anfangen, wenn man über solche Szenarien diskutiert.
    VORNE ginge es bei dir dann los mit dem Blick, wie viel und wie lange es im Falle eines nicht selbst verschuldeten Jobverlustes als ALG 1 gäbe.
    Erst sehr viel später und nur, wenn man während der ALG-1-Leistung (von der Arbeitsagentur) keinen Anschlußjob gefunden hat und wenn man geldmäßig auch mit Wohngeld nicht mehr "gut" leben könnte,
    erst dann wäre zu überlegen, ob man Hartz 4 beantragt.
    Alle Werte finden sich im § 12 SGB II. Du kannst sie auf deine tatsächlichen Bezugsgrößen umrechnen.


    Ob die Wohnung schick und das KFZ fast ein schicker Oldtimer ist, ist irrelevant. Man läßt am besten die nackten Zahlen sprechen.
    Die Kosten deiner Wohnung sind auf jeden Fall angemessen.
    Eine B&O würde auch zu angemessenem Hausrat gehören, wäre also KEIN anrechenbares Vermögen. Das Auto auch nicht.


    Im Falle eines Falles müßtest du demzufolge monatlich mit 404,- auskommen. Davon müßtest du auch deinen Haushaltsstrom noch bezahlen. Natürlich auch den Sprit für dein Wägelchen und dessen sonstige Kosten.


    Mein Vorschlag: Versuch das einfach mal ein paar Monate und lege währenddessen Monat für Monat die Differenz zwischen Nettolohn und 404,- beiseite.


    Solche Versuche gab es schon haufenweise. Warum machst du es nicht auch mal?

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  • Hallo @norstone und danke für deine Antwort!




    Man sollte schon VORNE anfangen, wenn man über solche Szenarien diskutiert.
    VORNE ginge es bei dir dann los mit dem Blick, wie viel und wie lange es im Falle eines nicht selbst verschuldeten Jobverlustes als ALG 1 gäbe.
    Erst sehr viel später und nur, wenn man während der ALG-1-Leistung (von der Arbeitsagentur) keinen Anschlußjob gefunden hat und wenn man geldmäßig auch mit Wohngeld nicht mehr "gut" leben könnte,
    erst dann wäre zu überlegen, ob man Hartz 4 beantragt.
    Alle Werte finden sich im § 12 SGB II. Du kannst sie auf deine tatsächlichen Bezugsgrößen umrechnen.

    Vollkommen richtig!, das haben wir allerdings in dem hypothetischen Fallbeispiel quasi übersprungen.
    Soweit ich das richtig verstanden habe, würde ich exakt ein Jahr Anspruch auf ALG-I Leistungen haben.
    Auch den Auszahlbetrag kann man natürlich relativ genau ausrechnen.


    Sofern man sich rechtzeitig arbeitssuchend/arbeitslos meldet nimmt das ja relativ statisch seinen Lauf.
    Richtig spannend wird es ja erst nach 12 Monaten, wenn der Fall von der Agentur für Arbeit zum JobCenter wandert...
    Daher hatten wir in der Diskussion schwerpunktmäßig die Zeit ab ALG-II Antrag im Fokus. ;)




    Ob die Wohnung schick und das KFZ fast ein schicker Oldtimer ist, ist irrelevant. Man läßt am besten die nackten Zahlen sprechen.
    Die Kosten deiner Wohnung sind auf jeden Fall angemessen.
    Eine B&O würde auch zu angemessenem Hausrat gehören, wäre also KEIN anrechenbares Vermögen. Das Auto auch nicht.

    Das mit den Punkt Wohnung beruhigt ungemein und war auch mehr oder weniger der Ausgangspunkt der weiteren Recherche.
    Ich war fest davon ausgegangen, dass man eine EW in jedem Fall verkaufen müsste um von dem Erlös seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können.
    Das man diese bis zu einer angemessenen Quadratmetergröße weiter bewohnen (und letztendlich auch besitzen) darf, welche obendrauf sogar höher ausfallen darf als bei Mietwohnungen für eine Einzelperson, konnte ich fast nicht glauben.
    Der Hintergrund ist mir zwar immer noch nicht klar, also ob es aus der Sicht der Rechtsprecher im Sinne der Sozialgesetze Vermögenserhaltung darstellen soll, oder ob ein ganz simples Rechensystem dahintersteckt: Miete+Betriebskosten = immer höher als NUR Betriebskosten.


    Aber wie auch immer: in dem hypothetischen Fall eines ALG-II Bezugs wäre das natürlich eine beruhigende Tatsache.
    Gleiches gilt für das Auto: nahezu nur ein Viertel des Freibetrages wert und ich finde es richtig toll und will gar keinen anderen!
    Mit Sicherheit sehr subjektiv, aber in meinem Fall halt durchweg positiv zu bewerten.


    Bei der hypothetischen B&O-Ausstattung staune ich ein weiteres mal...
    Grundsätzlich habe ich verstanden das alles, was man sich vor Antrag des ALG-II anschafft, geschützt ist und auch dann nicht angerechnet werden darf, wenn es sich um einen Verkauf ohne Gewinn handelt. Also quasi einer reinen Wertumwandlung: Gegenstand <-> Bargeld.
    Wie aber ist dann das Urteil bezüglich dem Bauingenieur in Hartz IV und seiner Münzsammlung aus dem Jahre 2012 zu bewerten?
    Diese Sammlung hat er ja auch vor ALG-II Beantragung angehäuft und hatte halt einen Wert von ca. 23.000 EUR (Angaben schwanken da in den Presseberichten).
    Ein B&O "BeoVision Avant 75" " zum Beispiel kostet um die 17.000 EUR, der zwingend erforderliche Tunerblock noch einmal gute 8000 EUR.
    Da hört es doch wahrscheinlich auch auf mit "angemessener Haushalt", oder ist das JobCenter nur dann an solchen Werten interessiert, wenn es sich explizit um eine Sammlung handelt?



    Mein Vorschlag: Versuch das einfach mal ein paar Monate und lege währenddessen Monat für Monat die Differenz zwischen Nettolohn und 404,- beiseite.


    Solche Versuche gab es schon haufenweise. Warum machst du es nicht auch mal?

    Hatte ich sogar schon im Hinterkopf.
    Allerdings ist das derzeit nicht wirklich realitätskonform nachspielbar, weil ich aktuell noch Kosten habe, die ich im Falle eines wirklichen ALG-II Antrages im Vorfeld eliminieren würde.
    Diverse Versicherungen kosten mich im Monat alleine einen relativ hohen Betrag.
    Und da sich diese um Berufsunfähigkeit etc. drehen wären die dann eh überflüssig, könnte mir das aber so oder so natürlich nicht mehr leisten.
    Roundabout könnte ich mir aber gut vorstellen mit 404 EUR gut haushalten zu können, wenn ich davon "nur" Strom, Telefon und Lebensmittel kaufen muss und alles andere abgedeckt ist.
    Streng genommen gab es Jahre, in denen ich auch nicht mehr zur Verfügung hatte.
    Insbesondere in der Zeit in der ich die Finanzierung der EW stemmen musste.

  • Roundabout könnte ich mir aber gut vorstellen mit 404 EUR gut haushalten zu können, wenn ich davon "nur" Strom, Telefon und Lebensmittel kaufen muss und alles andere abgedeckt ist.

    Du vergisst dabei, dass mit diesen 404 Euro auch Ansparungen für Anschaffungen wie den neuen Kleiderschrank o.ä. geschafft werden müssen. Und die Reparaturen des Autos und Rücklagen für die Anschaffung eines neuen Autos kannst Du vergessen.
    Falls durch längeren ALG II-Bezug Deine Rentenansprüche massiv sinken, bedenke auch, dass Du dann Dein gesamtes Leben lang von Leistungen abhängig sein wirst. Die Grundsicherung im Alter wäre auch nur 404 Euro...

  • Das ist natürlich absolut richtig!


    Man müsste sich natürlich bewusst sein, dass man im Extremfall bis zum Ende aller Tage auf niedrigem Niveau agieren müsste und jede Neuanschaffung im günstigsten Fall schmerzhaft, und im worst case schlichtweg nicht möglich, wäre.


    Man kann also festhalten:
    es bliebe einem zumindest der Umzug in eine Wohnung gemäß der regionalen KdU-Richtlinien erspart und man könnte sein Auto weiter nutzen, bis es kaputt ist.
    Und da ich noch gute zwanzig Jahre erwerbsfähig bin, wäre es mehr als naiv zu behaupten: ich werde nie Dinge ersetzen und/oder neu anschaffen müssen.
    Auch die These "wenn es mir doch nicht gefällt, fange ich halt wieder an zu arbeiten" wird nicht greifen, da es bestimmt nicht so einfach ist mit diesem Posten im Lebenslauf eine lukrative Stelle auf dem 1. Arbeitsmarkt zu bekommen.

  • Man kann festhalten:
    - Deine hypothetische ETW wäre angemessen, weil die Kosten gering sind.
    - Auch eine unangemessen große und teure eigene Immobilie muß nicht zwangsläufig veräußert werden, wenn man Hartz 4 bezieht. Der Gesetzgeber hat nicht beabsichtigt, daß man eine schuldenfreie oder noch belastete Immobilie veräußern muß. Der Gesetzgeber ist nicht davon ausgegangen, daß jemand 1x in Hartz 4 dann dauernd in Hartz 4 bleibt.
    - Die hypothetische B&O-Anlage ist ein teurer Kasten, verwendbar als TV und Tuner. Na und ? Hast du irgendwo lesen können, daß im § 12 SGB II beim nicht zu berücksichtigenden angemessenen Hausrat etwas von Anschaffungspreisen oder Zeitwerten oder gar Auflistung des Hausrates steht?
    - Hast du das Urteil zu der Münzsammlung mal komplett gelesen? Machs mal. Überleg auch mal, ob eine solche Sammlung Hausrat darstellt. Ersetze mal "Münzsammlung" durch : Gemäldesammlung, Briefmarkensammlung, Porzellansammlung, andere wertvolle Sammlungen. Warum sollte das JC an Werten interessiert sein? Es ist an nachvollziehbaren und glaubhaften Angaben im Antrag interessiert, damit der Antrag geprüft, bearbeitet und beschieden werden kann.
    - An Versicherungen sollte man immer denken, die hattest du gestern nicht aufgezählt. Auch zu Versicherungen bzw. Altersvorsorge liest sich etwas im § 12 SGB II. Manche sind geschützt bzw. können geschützt werden, manche sind zu verwerten.
    BU-Versicherungen gehören mM auch ganz ohne Hartz-4-Überlegungen auf den Prüfstand.
    -Mit dem NUR ist es so eine Sache: von den 404,- + evtl. ca. 9,30 extra für dez. WarmWasser-Bereitung ist zu bestreiten:
    Nahrungsmittel, Getränke, Bekleidung, Schuhe, HH-Strom, Instandhaltung/Schönheitsreparaturen der Wohnung, Einrichtung/Möbel, Gesundheitspflegekosten, Verkehrskosten, Telefonie/Internet, Freizeit-Unterhaltung-Kultur, Bildung, und der ganze mögliche Rest. Und ein nicht bezifferbarer Ansparbetrag für Bedarfe, die unregelmäßig anfallen.


    Zusammenfassung: die Versuche, die von ganz unterschiedlichen Leuten mal gemacht wurden, waren meist nicht länger als 3 Monate. Warum das so war, ist mir nicht bekannt. Aber 3 Monate gehts wohl ganz gut, wenn man nicht bei 0 beginnt.
    Es gibt jede Menge Alg2-Bezieher, die seit vielen Jahren auf diesem Niveau leben, viele, die auch nicht den kleinsten Minijob oder ein Ehrenamt mit AE machen, um ein paar Euro zusätzlich zu haben.
    Das geht offenbar. Ob es "gut" geht, ist die große Frage. Ob man Angebote wie Tafel, Kleiderkammer u. Sozialkaufhaus in Anspruch nimmt, bleibt einem selbst überlassen. Es soll nämlich auch ohne gehen.
    Es ist das Existenzminimum.


    Halt deinen Job fest und tu was für deine Vorsorge. Das ist mein Vorschlag für dich und deine hypothetischen Kollegen. :D

  • Hi,


    bei einem derartigen Fallbeispiel sollte man eines nicht übersehen: Aktuell ist das Sozialsystem in Deutschland relativ komfortabel. Ob und in welchem Umfang das so weitergeht, ist völlig offen.
    Jeder, der aus seinen beruflichen Zusammenhängen herausspringt, läuft Gefahr, in einer sozialen Realität zu landen, die nicht mehr so bequem ist, wie der Bezug von SGB II Leistungen.
    Von daher sind diese Gedankenspiele nicht frei von Zynismus.

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  • Hallo,


    Auch ein "Oldtimer" kostet Versicherung, kostet Steuern ( bei schlechter Schadstoffklasse etwas mehr)


    die Reperaturen werden häufiger ? Der Verbrauch ist höher als bei "Nichtoldtimern".


    Ich gehe mal davon aus, dass Auto soll nicht nur auf'm Grundstück stehen?


    Was ist mit Urlaub?


    Angemessener Kleidung ( auch die wird älter).


    lg
    edy

  • Man kann festhalten:
    - Deine hypothetische ETW wäre angemessen, weil die Kosten gering sind.
    - Auch eine unangemessen große und teure eigene Immobilie muß nicht zwangsläufig veräußert werden, wenn man Hartz 4 bezieht. Der Gesetzgeber hat nicht beabsichtigt, daß man eine schuldenfreie oder noch belastete Immobilie veräußern muß. Der Gesetzgeber ist nicht davon ausgegangen, daß jemand 1x in Hartz 4 dann dauernd in Hartz 4 bleibt.

    OK, das Argument sticht natürlich: ich denke der aller größte Teil der Betroffenen wird in der Tat zusehen so schnell wie möglich aus dem ALG-II Bezug heraus zu kommen. Arno Dübel stellt das wohl die absolute Minderheit dar, welche natürlich von den Medien dankbar ausgeschlachtet wird, weil er alle Klischees erfüllt.


    Trotzdem scheint es doch irgendwie so zu sein, dass es bei "Betongold" einen besonderen Bestandsschutz gibt, weil es halt auch Wohnraum darstellt und man somit als Leistungsträger einen enormen Posten (KdU) sehr gering halten kann.
    Letztendlich stellt so eine Immobilie ja schon ein ordentliches Vermögen dar, sprengt auch i.d.R. den Wert der angesprochenen Münzsammlung deutlich.
    Aber ich verstehe schon warum so eine Sammlung nicht zum Schonvermögen gerechnet wird, wenn es kumuliert mit den anderen wertvollen Gütern/Besitztümern den Rahmen von 750EUR Freibetrag/Person + 150EUR pro Lebensjahr sprengt, vielen Dank an dieser Stelle erst einmal für die detaillierten Ausführungen!



    Halt deinen Job fest und tu was für deine Vorsorge. Das ist mein Vorschlag für dich und deine hypothetischen Kollegen. :D


    Definitiv! Wie ich oben schon mal andeuten ließ, hätte ich auch unabhängig von den finanziellen Einbußen große Bedenken, dass mir der Zustand des "Nichts-tun & Nichts-sein" psychisch ganz schön an die Murmel gehen würde.
    Ich habe echt nichts weiter in der Richtung geplant! ;)



    Hallo edy!!


    Also ich trau mich das echt nie zu erzählen, aber der Wagen steht echt die meiste Zeit in der Tiefgarage.
    Das liegt einfach daran, dass ich hauptsächlich einen Firmenwagen nutze und meinen privaten nur ab und an zum Joyriden im Sommer nutze.
    Der hat zudem ein Targadach mit der typischen Krankheit: leicht undicht. Deshalb fahre ich in bei Regen gar nicht und im Winter ebenfalls nie.
    Ich glaube letztes Jahr bin ich vielleicht 300km gefahren :)
    Mir ist aber auch bewusst, dass das purer Luxus ist, der halt nur möglich ist weil ich einen Firmenwagen zur Verfügung habe!
    Ich sage auch immer (und stehe auch dazu): WÄRE ich Berufspendler und dabei auf meinen eigenen Wagen angewiesen, würde ich die Karre ersetzen gegen einen "Vernunftswagen", also so ein 3-Liter-Polo oder so!
    Kostentechnisch wiegen in der Tat die Instandhaltungen am meisten, sowie die Spritkosten wenn man ihn wirklich fährt.


    Urlaub ist so eine Sache: das wäre so ein Ding, auf das ich echt verzichten könnte!
    "Erholungsurlaub" bräuchte ich da ja eh nicht, das wäre ja vermessen! Erholen von was denn? Auf der Couch liegen?
    Und Urlaube mit den Zweck fremde Länder und Kulturen kennenzulernen wären für mich als Leistungsbezieher in die gleiche Kategorie einzuordnen wie Ferrari fahren...geht einfach nicht!


    Kleidung....klar!, auch da wird es schwerlich möglich sein mal einfach spontan einzukaufen.
    Wird man ansparen müssen.
    Ganz zu schweigen was passiert wenn der TV mal kaputt geht (hatten wir ja auch oben schon den Punkt mit dem Ersetzen und neu anschaffen).
    Da verstehe ich schon gut worauf ihr hinauswollt und ihr habt absolut Recht damit.

  • Hallo,


    Es war am Anfang die Rede von "gut leben mit ALGII ".


    Urlaub bedeutet nicht nur "nicht arbeiten".ALGII-Bezieher haben oft auch Kinder ( die dann auch nicht in Urlaub können).


    Wie ist es mit Rauchern ? Auch mal ein Bier in der Kneipe trinken?


    lg
    edy

  • Das Thema Immobilie und Alg2-Bezug hat ganz viele Facetten und es gibt sehr viele Fallkonstellationen. Die kann man hier nicht erörtern.
    Für deine Hypothese gilt aber: Deine ETW ist sehr angemessen, also weit günstiger als eine max. angemessene Mietwohnung in deinem Ort für eine Person.


    Was du zu Sammlungen geschrieben hast, ist falsch.
    Lies bitte mal den § 12 SGB II: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__12.html
    Man hat also nach Absatz 2 einen Freibetrag für Geld und verwertbare Geldanlagen (flüssiges), auch nicht verwertbare Anlagen/Vorsorgen etc sind geschützt (wenn nicht gleich verwertbar) UND ZUSÄTZLICH nach Absatz 3 auch den "Freibetrag" eines angemessen ausgestatteten Haushaltes. Da gibt es keine Summe. Der Hausrat wird ganz einfach nicht berücksichtigt als verwertbares Vermögen.
    Wäre auch unzumutbar, oder? Wer sollte bewerten, was dein B&O noch wert ist? Es ist ein TV, es ist ein Radio. braucht man nicht einmal einzeln angeben. Es ist ja weder Edelmetall noch Antiquität noch echter Schmuck o.s.ä.
    Wertvolle Sammlungen sind sowas, zählen also nicht zum Hausrat, egal, was sie wert sind.


    Und wenn du noch immer denkst, Hartz 4 wäre "Nichtstun & Nichtssein", täuschst du dich ein weiteres Mal.
    Sowohl Nichtstun als auch Nichtssein---sind wahrscheinlich aus deinen Arno-Dübel-Kenntnissen erwachsen.


    Als Hartzer hat man meist immer zu tun und ganz viele sind auch was. Sie haben nur zeitweise kein auskömmliches Einkommen.
    Dazu kommen noch die Aufstocker, die durchaus in ihrem Job viel zu tun haben, aber aus X Gründen für sich oder für ihre Familie mit diesem Einkommen nicht auskommen.

  • Es können nur die Leute sagen: Hartzer leben zu gut, welche noch nie Hartz 4 bezogen haben. Dieses Leben ist Menschenunwürdig. Kein Wunder, dass sich so viele Menschen in den Alkohol verlieren. Denn dieser ist in Deutschland billiger als Brot.

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