BG und keine Krankenversicherung mehr

  • Hallo,

    Ich habe ein (bzw. ein paar Dutzend) Problem(e).

    Erst etwas zu meiner Person. Ich bin 29 Jahre alt habe leider keine Ausbildung genossen, aber einen Realschulabschluß mit der Note 3,5. Seit ich aus der Schule bin habe ich für verschiedene Firmen als Hilfskraft gearbeitet. Ich fing in Hamburg an und als ich dort arbeitslos wurde zog ich ohne zu zögern sofort nach Duisburg, weil ich in Düsseldorf ein Jobangebot hatte. Das habe ich alles aus eigener Tasche finanziert, ich habe keinerlei Zuschüße oder Umzugsbeihilfe bekommen. Dabei ging mein gesamtes Erspartes drauf. Das war vor ca. 2 Jahren, ich hatte ein Einkommen von knapp 700€ Netto im Monat, war in der Firma fast ein jahr beschäfftigt. Wie sich das wahrscheinlich Jeder denken kann war es sehr schwer damit über die Runden zu kommen und an Sparen war erst garnicht zu denken.
    Dann habe ich meine Partnerin kennengelernt, die allerdings in Franken lebt. Pünktlich kurz vor Weihnachten letzten Jahres wurde ich gekündigt, wie das leider häufig ist bei Zeitarbeitsfirmen. Wir entschieden, zusammen zu ziehen, und da sie als Altenpflegerin einen sehr guten sicheren Job hat, war halt die sinnvollste Lösung, daß ich zu ihr ziehe, da sie auch eine große, günstige Wohnung hat.
    Ich zog also wieder auf eigene Kosten um. Dann meldete ich mich in Franken arbeitslos und alles fing sehr vielversprechend an. Man vermittelte mir eine Umschulung. Ich hoffte endlich etwas lernen zu können, einen Beruf. Mittlerweile denke ich das diese Umschulung absolute sinnlose Verschwendung von Steuergeldern war und ich 5 Monate meines Lebens verschwendet habe die ich nie wieder bekomme. Aus dem einfachen Grund, weil es die erste ihrer Art war, sie absolut unorganisiert war, kaum Wissen vermittelt wurden, sie so nie wieder stattfinden wird, und das die Berufsbezeichnung nicht existent ist und somit auch für potentielle Arbeitgeber irrelevant ist. Ich bekam nach einem 4 wöchigen Praktikum (bei welchem ich 9 Stunden am Tag gratis geschufftet habe) einen feuchten Händedruck und ein Zertifikat auf dem "...mit Erfolg teilgenommen" steht. Auf der Rückseite des Zertifikats steht ein Lehrplan, auf dem wohl steht was wir alles gelernt haben während dieses Kurses. Der Lehrplan liest sich gut und würde mir sicher bei der arbeitsuche helfen, schade ist nur das wir nicht einmal die Hälfte der Angegebenen Fertigkeiten auch nur theoretisch angeschnitten haben.
    Ich blieb also arbeitslos. Und jetzt fangen meine Probleme an bei denen ich Rat benötige.
    Mein Anspruch auf Arbeitslosengeld ist zuende und ich mußte Hartz IV beantragen. Da ich aber mit meiner Lebensgefährtin zusammen wohne wurde uns mitgeteilt, daß wir eine Bedarfsgemeinschaft haben und ich keinen Anspruch auf Hartz IV habe, weil sie sehr gut verdient und das ja mit angerechnet wird.
    Daraus ergeben sich für mich 2 Probleme. Ich bin nicht krankenversichert und ich muß mich "aushalten" laßen.
    Ich will arbeiten, ich kann arbeiten aber ich bekomme keine Arbeit. Wir leben in einem 3000 Seelen Dorf. Die Busverbindung ist miserabel. Ich schreibe dutzende Bewerbungen in der Woche, ich telefoniere mit Firmen, die Gespräche fangen immer sehr vielversprechend an. Bis zu der Frage haben sie einen Führerschein und einen PKW. Wenn ich diese Frage verneine und auch noch bekannt ist in welchem Kaff ich wohne werde ich freundlich abgewiesen. Ich bewerbe mich auf alle möglichen Hilfstätigkeiten und oft steht schon in Stellenanzeigen drinne FS+PKW zum erreichen des Arbeitsortes zwingend erforderlich. Wie kann man erwarten, daß Jemand mit einem Einkommen was höchstens 750€ Netto im Monat betragen wird sich ein eigenes Auto leisten kann?
    Ein Umzug kommt nicht in Frage, wir wohnen fast umsonst und meine Lebensgefährtin hat es nicht weit zur Arbeit was auch Sprit spart.
    Ich habe jetzt zum dritten Mal beim Arbeitsamt angefragt ob man durch ein Zinsloses Darlehen irgendwie den FS finanziert bekommt. Zwei mal wurde ich schon abgewiesen (beim ersten Mal bezahlte man mir lieber die Umschulung welche knapp 4000€ kostete!). Ich möchte ja nichts geschenkt ich zahle es ja zurück. Ich würde es ja selbst finanzieren, aber ohne Einkommen bekommt man logischerweise auch keine Finanzierung. Ich warte jetzt auf einen Rückruf meiner Sachbearbeiterin, aber ich fürchte fast ich werde wieder abgewiesen, zumal ich ja dieses Mal nicht mal mehr Anspruch auf Leistungen zum Lebensunterhalt habe.
    Falls es jemand geschafft hat mein Wirrwarr bis zu Ende zu lesen, möchte ich wissen, ob Jemand einen Rat hat, wie ich wenigstens die Krankenversicherung abdecken kann.

    Vielen Dank für die Zeit

    Uschi

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  • Der einfachste Weg (damit nicht noch mehr Schulden auflaufen) wäre, wenn deine Partnerin dir die KV bezahlt. Sofern ihr eine eingetragene Lebensgemeinschaft seid, könnte sie dich sogar in ihrer KV familienversichern. Wenn nicht, kann sie alle Kosten, die sie für dich hat, als aussergewöhnliche Belastung mit bis zu € 7680/jährlich steuermindernd geltend machen.

    Vielleicht gibt sie dir auch ein zinsloses Darlehen für den Führerschein?

    Meine hier eingestellten Beiträge stellen nur meine persönliche Meinung und KEINE Rechtsberatung dar. Ich erhebe nicht den Anspruch allwissend zu sein und lasse mich gerne korrigieren. Wer mich nicht mag, darf mich gerne ignorieren, persönliche Angriffe bitte ich zu unterlassen. Vielen Dank.