(kurze) Anwartschaftszeit ?

  • Guten Tag zusammen,

    ich bin neu hier und habe mir das Forum gründlich durchgelesen, aber nichts gefunden, was auf mein Problem etwa zutrifft – ich bin was Arbeitslosengeld I angeht auch sehr unwissend.
    Ich habe von 01.01.09 – 31.08.10 (!!) meinen Wehrdienst abgeleistet – in diesem Fall exakt FWDL21 – und in dieser Zeit wurde auch versicherungspflichtig eingezahlt.
    Seit Dienstaustritt bis heute habe ich auf ehrliche Art und Weise von meinem Ersparten gelebt, habe mich auch nicht Arbeitslos gemeldet, oftmals jeden Groschen umgedreht, nur um die Zeit bis zur Wiedereinstellung (01/2012) zu überbrücken. Großer Fehler!

    Da es im Leben aber oftmals unkalkulierbare Eventualitäten gibt, habe ich nun ein großes Problem, und erhoffe mir hier vielleicht das ein oder andere Nützliche zu erfahren.

    Wie im oberen Teil bereits entnehmbar ist, war ich bei der Bundeswehr als freiwillig länger Dienender beschäftigt. Von insgesamt 21 Monaten Dienstzeit sind also effektiv 12 Monate versicherungspflichtig gewesen. Sollte ich mich nicht irren...

    Sollte für Arbeitslosengeld I ja vollkommen ausreichen – da ich genau 12 Monate versicherungspflichtig gearbeitet habe.

    Heute war ich dann bei der Bundesagentur für Arbeit und wollte mich Arbeitslos melden, mit Verweis auf meine Situation und gleichzeitiger (erhoffter..) Antragsstellung.

    Alles lief ohne Probleme, bis mir die Sachbearbeitern mitteilte, dass ich so gar keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I hätte – ich hätte irgendetwas nicht mit 12 Monaten erfüllt.

    Nun, ich bin jetzt sehr verwirrt, denn ich habe doch in der Zeit eingezahlt?
    Sollte wider erwarten der Fehler (abgesehen von dem Versäumnis der Meldung) gänzlich bei mir liegen, so werde ich mich natürlich ohrfeigen. Und bitte keine Moralaposteln der Schiene wie „hast ja was verpasst!“ „Krankenversicherungs- und Rentenanspruch“...bin mir meiner Situation bewusst.[Blocked Image: http://www.arbeitslosenselbsthilfe.org/forum/images/smilies/smile.gif]

    Meine Frage(n) konkret:

    • Wie errechnet sich die Anwartschaftszeit ?
    • Verjährt (erstmaliger) Anspruch auf Arbeitslosengeld I ?
    • Hat die Dame sich vielleicht geirrt – oder hat sie recht?
    Hartz IV beantragen?


    Wenn Tatsache, dass mir kein Arbeitsloengeld I zusteht, bestünde ja die Möglichkeit immerhin Hartz IV zu beantragen. Da ich jedoch noch 2 Monate ohne Beschäftigung bin, weiß ich ehrlich gesagt nicht, ob sich der Aufwand den Scheiß da zu beantragen überhaupt lohnt. Was meint Ihr?



    Ich danke Euch schon mal im Voraus und verbleibe mit lieben Grüßen!



    PS: Sollte das was zur Sache geben – ich bin 22 Jahre alt und wohne zur Zeit bei einem Freund, eine Alternative zu den Eltern gibt es nicht.

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  • Hi


    Um Arbeitslosengeld beziehen zu können, müssen folgende Voraussetzungen gemeinsam erfüllt sein:



    Die Regelanwartschaftszeit haben Sie erfüllt, wenn Sie in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung und dem Beginn der Arbeitslosigkeit (Rahmenfrist) mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis (zum Beispiel Beschäftigung, Krankengeldbezug) gestanden haben.


    Zum Nachlesen:Anwartschaftszeit


    (1) Die Rahmenfrist beträgt zwei Jahre und beginnt mit dem Tag vor der Erfüllung aller sonstigen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosengeld.


    § 124 Rahmenfrist


    (2) Der Anspruch auf Arbeitslosengeld kann nicht mehr geltend gemacht werden, wenn nach seiner Entstehung vier Jahre verstrichen sind.


    § 147 (2) SGB IIII


    Infos über ALG II/Hartz IV findet man auf der HP der Arbeitsagentur, hier.Arbeitslosengeld II


    http://"http://www.arbeitsagentur.de/nn_549720/Navigation/zentral/Buerger/Arbeitslos/Grundsicherung/Alg-II-Sozialgeld/Alg-II-Sozialgeld-Nav.html"





    Für die Richtigkeit und Vollständigkeit meiner Angaben kann ich keine Gewähr übernehmen.


    Nobody is perfect

  • Hi,


    vielen Dank für die Antwort und Auskunft. Ich denke, ich habe es verstanden und erkenne, dass ich keinen Anspruch auf ALG1 habe.


    Zumindest nicht so.
    Wie verhält es sich denn bitte mit der kurzen Anwartschaftszeit?
    Vielmehr interessiert mich dabei der letzte Punkt, ich müsste der Agentur den Sachverhalt darlegen und nachweisen. Was?


    Kurze Anwartschaftszeit


    Sie können die Anwartschaftszeit für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld auch erfüllen, wenn Sie in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung weniger als zwölf Monate in Versicherungspflichtverhältnissen gestanden haben. Diese „kurze“ Anwartschaftszeit kann erfüllt werden, wenn


    • Sie in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung und dem Beginn der Arbeitslosigkeit (Rahmenfrist) mindestens 6 Monate/180 Tage in Versicherungspflichtverhältnissen gestanden haben und
    • es sich überwiegend um Beschäftigungsverhältnisse gehandelt hat, die von Vornherein auf nicht mehr als sechs Wochen befristet waren, und
    • Ihr Bruttoarbeitsentgelt in den letzten 12 Monaten, gerechnet vom letzten Tag Ihrer letzten Beschäftigung an rückwärts, die Bezugsgröße nach § 18 Abs. 1 SGB IV (2009: 30.240 Euro) nicht überstiegen hat und
    • Sie der Agentur für Arbeit diesen Sachverhalt darlegen und nachweisen.


    Die Regelung für die Erfüllung der kurzen Anwartschaftszeit ist auf die Zeit bis 01.08.2012 befristet.



    Quelle:
    Anwartschaftszeit - www.arbeitsagentur.de

  • Hi,


    die fachlichen Hinweise zu § 123 SGB III der Arbeitsagentur geben hier umfassend Auskunft:


    2. Erfüllung der Anwartschaftszeit mit überwiegend kurzen Beschäftigungen etc. pp.


    Kurze Beschäftigungen Rz (123.11)


    (2) Kurze befristete Beschäftigungen (bis zu sechs Wochen bzw. 42 Tage) sind mit längeren oder nicht befristeten Beschäftigungen zu vergleichen. Nur wenn die kurzen befristeten Beschäftigungen überwiegen, kann die Anwartschaftszeit nach § 123 Abs. 2 erfüllt werden.


    Als kurze Beschäftigungen können nur Beschäftigungen, die von Vornherein auf eine Zeit bis zu sechs Wochen arbeitsvertraglich oder nach dem Zweck begrenzt sind, berücksichtigt werden. etc.


    Zum Nachlesen:FH zu § 123 SGB III

    Für die Richtigkeit und Vollständigkeit meiner Angaben kann ich keine Gewähr übernehmen.


    Nobody is perfect