Grundsicherung nur bei eigener Wohnung?

  • Hallo,


    Bin 24 Jahre alt.
    nach langer psych. Erkrankung (Suizidversuch 2003) bin ich nun in einer Werkstatt für Behinderte mit 70% Behinderung.


    Derzeit lebe ich noch bei meinen Eltern.
    Kann ich Grundsicherung schon erhalten, wenn ich bei meinen Eltern wohne oder muss ich dazu in eine eigene Wohnung?


    Wäre ja unlogisch, weil dann noch Miete, etc. dazukommen.


    Oder ist es in meinem Fall noch keine Grundsicherung also Hartz4?
    Für die nächsten 10 Jahre werde ich in jedem Fall in der Werkstatt bleiben.


    Ob man in meinem Alter schon von dauerhaft geminderter Arbeitsfähigkeit sprechen kann, weiß ich nicht, die Erkrankung war bzw. ist jedoch
    noch sehr schwerwiegend.


    Vielen Dank u. schöne Weihnachtstage
    Christoph

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  • Hallo,

    das kommt drauf an, in welchem Bereich du in der WfbM arbeitest.

    Im Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich hast du einen Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt (HLU) nach dem SGB XII. Im Arbeitsbereich hast du grundsätzlich einen Anspruch auf Grundsicherung (Grusi) nach dem SGB XII. Leistungen nach dem SGB II (Hartz IV) scheiden in jedem Fall aus!

    Dass du noch bei denen Eltern wohnst, spielt keine Rolle! Bei der HLU wird allerdings dann das Einkommen der Eltern berücksichtigt, bei der Grusi nur, wenn deine Eltern ein Jahreseinkommen von mehr als 100.000 € haben!

    Die Prüfung der Erwerbsfähigkeit durch den Rententräger ist aufgrund der Beschäftigung in der WfbM im Moment noch nicht zwingend erforderlich. Je nach Sozialhilfeträger wird sie aber angeleiert, falls nur HLU gewährt wird...

    Gruß,
    SchoKa

  • ja bin jetzt im Eingangsverfahren (Berufsbildungsbereich), Dauer max. 2 Jahre mit "Ausbildungsgeld" über Arbeitsamt.


    Wie genau beantrage ich HLU?
    Muss ich dafür zum Arbeitsamt oder zur Gemeinde?


    Vielen Dank und schöne Feiertage
    Christoph

  • Quote

    Im Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich hast du einen Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt (HLU) nach dem SGB XII.

    Wie kommst du darauf? Wenn er mit eHBs (seinen Eltern) in einer BG lebt, dann hat er keine Ansprüche nach dem 3. Kapitel SGB XII... Er ist doch erst 24 und bildet mit ihnen eine BG und ist nicht dauerhaft erwerbsunfähig. Damit käme Sozialgeld über die ARGE in Betacht, wenn die Eltern insgesamt hilfebedürftig sind...


    Turtle

    Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.

  • also Hilfebedürftig sind meine Eltern nicht, Vater ist Lehrer kurz vorm Ruhestand, Mutter war auch Lehrer, ist frühpensioniert (wegen psych. Probleme).


    Also muss ich jetzt schon in eine eigene Wohnung?
    Ich weiß nicht ob ich dauerhaft erwerbsgemindert bin. Man hört ja immer mal wieder, dass die Leute nach 20-30 Jahren gesund werden wieder (auch wenn die Chancen auf erstem Arbeitsmarkt dann nur noch gering sind)


    Eine Bescheinigung für lebenslange Erwerbsminderung oder sowas habe ich nicht, nur haufenweise krasse Arztbriefe, die auf die schwere meiner Erkrankung, also Depression und schizoaffektiver Psychose hinweisen.


    Eigentlich hat mein Psychiater mir schon geraten, jedoch nicht extrem dringend, eigenständig zu Leben. Hatte seit 2003 zwei Rückfälle, nachdem ich immer ein bis zwei Jahre zuhause war.


    Wenn ich jetzt von heute auf morgen eigenständig leben wollte, bräuchte ich dann eine Bescheinigung vom Psychiater oder Amtsarzt, dass ich bei meinen Eltern nicht leben kann?


    Leider ist der Sozialarbeiter in der Werkstatt ab morgen schon im Urlaub.
    Werd den mal fragen, der wird ja bestimmt einiges wissen.


    Vielen Dank
    Christoph

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  • Niemand wird Dich zwingen in eine eigene Wohnung zu ziehen. Turtle hat das ja schon erklärt, wie es mit einem möglichen Sozialgeldanspruch aussieht. Anspruch auf Grundsicherung bei Erwerbsminderung besteht nur, wenn Du im Arbeitsbereich der Werkstatt tätig bist.
    Alternativ kannst Du, auch wenn Du nur im Ausbildungsbereich arbeitest, einen Antrag auf Feststellung der dauerhaften Erwerbsunfähigkeit beim Sozialamt (also ausdrücklich Grundsicherung bei Erwerbsminderung ) stellen , dafür müssten aber Deine behandelnden Ärzte dies attestieren, es muss also hinreichend wahrscheinlich sein, dass Du dauerhaft erwerbsunfähig bist.

  • Quote from HTK;149916

    es muss also hinreichend wahrscheinlich sein, dass Du dauerhaft erwerbsunfähig bist.


    Also ich denke jetzt bei "dauerhaft erwerbsgemindert" an lebenslang erwerbsgemindert.
    Ob es soweit schon ist, weiß ich nicht.
    Habe gehört und gelesen, dass auch bei schweren psych. Erkrankungen nach Jahren noch Hoffnung besteht, wenn man mal gesund war.


    Muss sich "dauerhaft erwerbsgemindert" auf das ganze Leben beziehen oder kann man sich z.B. bei mir die nächsten 10 Jahre attestieren lassen?


    Für die nächsten 10 Jahre bin ich in jedem Fall gemindert.



    Guten Rutsch
    Christoph

  • Hallo,

    ich muss mich mit meiner vorigen Aussage korrigieren, hatte mal wieder das Alter ausgeblendet...
    Sofern durch den Rententräger keine dauerhafte Erwerbsminderung festgestellt wird, besteht bis 25 Jahre höchstens ein Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II, wobei allerdings das Einkommen der gesamten BG berücksichtigt wird.
    Mit Vollendung des 25. Lebensjahres dürfte ein Anspruch auf HLU nach dem SGB XII bestehen. Diese Anträge sind beim zuständigen Sozialamt zu stellen.
    Der Antrag auf Grundsicherung nach dem SGB XII ist ebenfalls beim zuständigen Sozialamt zu stellen - das kannst du auch jetzt schon machen! Das Sozialamt sollte dann die Überprüfung durch den Rententräger anleiern. Sofern der Rententräger die dauerhafte Erwerbsminderung feststellt, hast du einen Anspruch auf Grusi nach dem SGB XII.

    Gruß,
    SchoKa