"Schonfrist" bei Todesfall?

  • Hallo Ihr Lieben,


    da Ihr mir hier sehr hilfreich zur Seite gestanden habt, als ich in der misslichen Lage H4 war, frage ich hier nun mal für eine Bekannte, die momentan keinen I-Net Anschluss hat und die ich gestern zufällig getroffen habe.


    Also folgende Situation:


    meine Bekannte ist 43 Jahre alt, bezieht seit ca. 2 Jahren H4 und lebte ebenfalls seit dieser Zeit mit ihrer Mutter, 62, in einer "angemessenen" Wohnung für 2 Personen zusammen. Mutter bekam auch H4.
    Die Mutter ist vor 7 Wochen plötzlich und unerwartet verstorben und seitdem wird meine Bekannte angeblich von ihrem ARGE-Sachbearbeiter "drangsaliert". So sagte sie jedenfalls.:confused:


    Sie soll aus der Wohnung raus, weil diese für 1 Person nun nicht mehr angemessen ist und diese Woche noch etwas unterschreiben, womit sie sich verpflichtet, monatlich "mindestens" 15 Bewerbungen abzuschicken.


    Nun erzählte sie mir, dass sie sich im Moment ausser Stande fühlt, überhaupt irgend etwas zu machen. Der Tod der Mutter hat sie in schwere Depressionen gestürzt, worüber wohl auch eine ärztliche Bescheinigung vorliegt. (Ob das stimmt, weiss ich aber nicht sicher!)


    Der Sachbearbeiter der ARGE verlangt aber nun wohl auch noch zusätzlich eine amtsärztliche Untersuchung.


    Nun war ihre Frage, ob es sowas wie eine "Schonfrist" nach einem Todesfall gibt, ohne dass Sanktionen drohen..:confused: Also wenn sie zum Beispiel es nicht schafft, die geforderten 15 Bewerbungen pro Monat zu schreiben.


    Ich hab keine Ahnung, und deshalb hab ich ihr versprochen, hier mal die Experten zu befragen.


    Also ich denke, es gibt keine Schonfrist.... Oder wie ist die Lage?


    Danke schonmal für Eure Antworten, ich werde sie dann weiterleiten:)

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  • Es gibt keine Schonfrist. Andere Menschen, die in Arbeit stehen, können auch nicht einfach mal so nach dem Todesfall tun und lassen, was ihnen beliebt.


    Wenn sie krank ist, muss sie das nachweisen und dann ist natürlich auch eine amtsärztliche Untersuchung zulässig.


    Turtle

    Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.

  • Danke Turtle!:)


    Genauso hatte ich es mir ja auch gedacht, aber gut, das nochmal von einer Fachfrau bestätigt zu bekommen.


    Was es da mit der ärztlichen Bescheinigung auf sich hat, weiss ich wie gesagt nicht sicher, sie druckste auch so komisch rum...:confused:


    Aber wenn es stimmt, und sie hat tatsächlich "schwere Depressionen", muss sie dann trotzdem unterschreiben, dass sie sich verpflichtet, die Bewerbungen loszuschicken?
    Eigentlich ist sie ja dann doch krank und arbeitsunfähig, oder?:confused:

  • ok, alles klar.
    Ich werde es ihr genauso weiterleiten! Ich weiss ja auch gar nicht, was das für eine komische ärztliche Bescheinigung ist ehrlichgesagt und ob sie überhaupt "krankgeschrieben" ist..Einkaufen konnte sie jedenfalls, hab sie ja hier auf dem Supermarktparkplatz getroffen...


    Vielen Dank aber fürs Lesen und für Eure Antworten!:)

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  • Hallo,


    tut mir leid, wenn ich das hier nochmal hervorkramen muss. Aber ich hatte versprochen, nochmal bei Euch nachzufragen. Und mittlerweile tun sich auch ganz andere Aspekte auf.


    Also meine Bekannte rief mich heute an. Sie hatte am Donnerstag einen Termin bei der ARGE, den sie aber einfach nicht wahrgenommen hat:confused:
    Angeblich "fühlte" sie sich nicht so...:eek:


    Und die "schweren Depressionen" stellen sich mittlerweile als Selbstdiagnose raus. Sie hatte nur mal einen Arzt angerufen und ihm ihre Geschichte erzählt. Der sagte daraufhin wohl, sie wäre gefährdet, in eine Depression zu fallen. Was schriftliches gibt es (wie ich schon vermutet hatte) überhaupt nicht! Und krankgeschrieben ist sie auch nicht.


    Nun ja, jetzt wird wohl eine Sanktion anstehen, wegen Nichtmitwirkung, oder?
    Sie rechnet jedenfalls damit und fürchtet nun, die Miete gar nicht mehr bezahlen zu können.
    Ihre Frage ist: wie hoch wäre die Sanktion? 10% oder sogar mehr?


    P.S. Ich distanziere mich hier deutlich von dem Verhalten meiner Bekannten! Aber nachfragen will ich ihr zuliebe trotzdem.

  • Wenn es das erste Meldeversäumnis in den letzten zwölf Monaten war, dann 10 %. Die Sanktionen summieren sich allerdings innerhalb eines Jahres. Wenn sie also schon einmal nicht gekommen ist, sind es 20 %, zwei Mal 30 % usw.

  • Wenn es das erste Mal ist, dann sind es 10% des Regelsatzes für 3 Monate. Also 3 x 35,90 Euro.


    Turtle

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  • Hallo,
    ich weiss, es nervt:o
    Aber es gibt Neuigkeiten und weitere Fragen.


    Meine Bekannte hat sich wohl heute "aufgerafft" und war bei der ARGE (ohne Termin. Den hatte sie ja eigentlich letzte Woche).


    Sie sprach also kurz mit ihrem Sachbearbeiter, der ihr dann mitteilte, sie solle den Bescheid abwarten. Es gäbe nun erstmal 3 x 30 % Sanktion wegen fehlender Mitwirkung.


    Ich weiss nicht, was da genau vorgefallen ist, aber sie meinte, sie hätte schonmal einen Brief der ARGE einfach nicht geöffnet und die Post einfach entsorgt:confused:


    Gleichzeitig fragte sie mich, wenn sie nun heiraten würde, ob ihr eventuell Zuschüsse für die Hochzeitsfeier zustünden:eek::eek:


    Also ihre Fragen sind: sind die 30 % ok? Und was gibt es vom Amt für Hochzeiten?:eek::D


    Ich gebe es einfach mal so weiter und wünschte gleichzeitig, ich hätte sie nie getroffen...ächz.

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  • 30% für ein Meldeversäumnis wären nur ok, wenn es vorher schon 2 Meldeversäumnisse gegeben hat. Ansonsten gibt es 30% nur, wenn man eine Maßnahme oder Arbeit verweigert, abbricht usw. Hier muss wohl der Bescheid abgewartet werden.


    Ganz so depressiv scheint sie ja nun doch nicht zu sein, wenn sie ans Heiraten denkt. Irgendwelche Gelder dafür gibt es natürlich nicht. Aber vielleicht hat ja das Jobcenter-Zwischenspiel dann ein Ende, wenn ihr Lover ausreichend verdient (irgendwie bezweifle ich das aber, ich habe eher das Gefühl, dass sich hier wieder was nach dem Sprichwort "gleich und gleich gesellt sich gern" gefunden hat).


    Turtle

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  • Quote from Turtle1972;142624

    Aber vielleicht hat ja das Jobcenter-Zwischenspiel dann ein Ende, wenn ihr Lover ausreichend verdient (irgendwie bezweifle ich das aber, ich habe eher das Gefühl, dass sich hier wieder was nach dem Sprichwort "gleich und gleich gesellt sich gern" gefunden hat).


    Turtle


    Da liegst Du genau richtig. Leider.
    Ihr Freund hält sich seit Jahren mit kurzen Gelegenheitsjobs über Wasser und ist ansonsten auch ein treuer ARGE Kunde:(

  • Jo, mein beruflicher Instinkt ist auch während meiner Krankenzeit noch vorhanden... Darauf konnte ich mich bisher immer gut verlassen.


    Durch welche Tatsache haben es diese Leute verdient, dass du deine Zeit für sie opferst?


    Turtle

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  • Quote from Turtle1972;142627


    Durch welche Tatsache haben es diese Leute verdient, dass du deine Zeit für sie opferst?


    Turtle


    Oder Eure!:o
    Na ja, es ist eine Bekannte, die ich vor 20 Jahren beim Hundespaziergang kennengelernt hatte. Sie wohnte damals im Nebenhaus von mir.
    Wir haben uns "menschlich" halt gut verstanden und die Hunde hatten uns irgendwie verbunden...:o Dann sind wir beide umgezogen und wir haben uns aus den Augen verloren. Bis ich sie letztens wiedertraf...

  • Hallo,
    also für Hochzeiten gibts keine Beihilfe.

    Ansonsten kann es mit den 30 % schon stimmen....Verstoß gegen Pflicht aus EGV fällt mir mal grad so ein...

    Gruß
    Enibas

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  • Hallo,


    ich verspreche, das ist das letzte mal, dass ich Euch hiermit behellige.


    Aber heute rief mich meine Bekannte wieder an. Natürlich mal wieder mit einer Frage.


    Also erstmal, sie hat wohl den Bescheid bekommen, tatsächlich mit einer 30% Kürzung für 3 Monate. Ich fragte sie dann, ob sie sich das "irgendwie" erklären kann. Daraufhin kam natürlich ein entrüstetes "nein".:rolleyes: Ich bohrte dann nochmal nach und es stellte sich raus, dass sie wohl "mehrere" Briefe der ARGE in den letzten Wochen einfach nicht geöffnet und ungelesen entsorgt hatte:confused::eek:
    Ab da hab ich ihr klargemacht, dass sie sich das alles selber zuzuschreiben hat.
    Wollte sie aber nicht glauben, da es ihr ja "so schlecht" ging nach dem Tod der Mutter und sie konnte einfach keine Post öffnen..
    Eingeschnappt war sie dann auch noch.


    Nun ja, das ist der Stand der Dinge und nun habe ich ihr versprochen, noch ein einziges mal eine Frage an Euch weiterzugeben.
    Nun überlegt sie, ihr Auto zu verkaufen, um wenigstens an ein bisschen Geld zu kommen.


    Ihre Frage ist nun folgende: kann sich aus dem Autoverkauf auch wieder eine Sanktion ergeben? Sie meinte, dann wäre sie ja nicht mehr so gut "vermittelbar" und es würde ihr vielleicht wieder als Nichtmitwirkung ausgelegt.


    Ich bitte nur noch um diese eine Antwort, dann lass ich Euch auch mit dem Schei*** in Ruhe, versprochen;)

  • Keine Sanktion. Es ist ihr Vermögen, sie kann damit machen, was sie will. Sollte sie aber mit dem umgewandelten Vermögen (Kfz = Schonvermögen) zzgl. dem sonstigen Vermögen mehr haben als der Vermögensfreibetrag ist (wenn die Mutter gestorben ist, was ist eigentlich mit einem evtl. Erbe?), dann muss sie das angeben.


    Turtle

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  • Danke Turtle für die wie immer kompetente und klare Antwort!:)


    Na ja, mit Erbe sieht es wohl nicht so rosig aus. Die Mutter war über Jahre immer mal wieder in einer psychiatrischen Klinik, einen "Vater" gibt es nicht und ich war vor zig Jahren mal in der Wohnung...Da standen eigentlich keine Reichtümer rum. Allerdings war das ne andere, wo und wie sie zuletzt gewohnt haben, weiss ich nicht.