Hartz IV: Ein seltsames Recht, auf Kosten anderer zu leben!

  • Folgenden Artikel möchte ich mal zur Diskussion stellen:



    Hartz IV: Ein seltsames Recht, auf Kosten anderer zu leben!

    Niemals sollte es menschenunwürdig sein, sich seinen Lebensunterhalt selber verdienen zu müssen, so Gerd Habermann.

    Im Rahmen der Hartz-IV-Reform wird lebhaft darüber diskutiert, was als menschenwürdiges Lebensniveau zu definieren ist. Menschenwürde bedeutet aber zunächst nur die objektive Sonderstellung des Menschen gegenüber den „vernunftlosen“ Tieren und der unbelebten Welt, weil der Mensch überlegt handeln und seinem Leben Wert und Sinn verleihen kann.


    Das ist ganz unabhängig davon, ob er ein armer Almbauer oder ein reicher Börsenmagnat ist: Menschenwürde ist mit dem Menschsein selber gegeben. Genauso wie persönliche Freiheit nicht mit gutem Versorgtsein oder Wohlhabenheit korreliert. Man ist nicht unfrei, wenn man ärmlich leben muss – Freiheit verstanden als Freiheit vom willkürlichen Herumkommandiertwerden durch andere Menschen! Der wohlversorgte, aber angekettete Hofhund des Bauern ist nicht schon deswegen frei, weil er gut versorgt wird; und der hungernd herumstreifende Fuchs ist nicht deswegen unfrei, weil er hungrig ist.

    Würde, das ist auch Scham, andern auf der Tasche zu liegen


    Zur Menschenwürde gehört auch, dass der Mensch zur Selbsthilfe und zur Selbstverantwortung fähig ist und sich beschämt fühlt, wenn er auf Kosten anderer Leute, sei es auch über Staatsgeschenke, leben muss. Den Empfängern solcher Geschenke ohne Gegenleistung darf es nicht erspart bleiben, diese Situation als schmerzlich zu empfinden. Eben dies spornt an, aus dieser unwürdigen Lage wieder herauszukommen. Gerade dieses gewisse Stigma der öffentlichen Unterstützung empfinden aber unsere Sozialapologeten als eine unzumutbare „Demütigung“, jedenfalls als unwillkommenes Hindernis ihres umverteilenden Ehrgeizes, der ihren Job sichert.

    Sie suggerieren ihren Klienten: Du empfängst keine Almosen, sondern bekommst nur dein gutes Recht, wenn du Unterstützungsleistungen empfängst. Ein seltsames Recht, dem Nächsten in die Tasche zu greifen! Der Unternehmer Götz Werner etwa möchte durch seinen Vorschlag einer „bedingungslosen“ Staatsrente für jeden von monatlich 1500 Euro diese „Stigmatisierung“ aufheben. Auch versuchen die Behörden seit Jahrzehnten, mit Begriffsmanipulationen die Annahme der Hilfe psychologisch akzeptabler zu machen – Kampf gegen die „verschämte Armut“. So wandelte sich begrifflich die althergebrachte Armenpflege zur Fürsorge, dann zur Sozialhilfe, schließlich ganz wertneutral zu Hartz IV. Aus „Armen“ wurden „Hilfebedürftigen“, dann „Hilfeempfänger“, schließlich „Leistungsempfänger“. Eine wunderbare Karriere!

    "Relative Armut" öffnete alle Schleusen des Anspruchsdenken


    Der Begriff der relativen Armut hat alle Schleusen des Anspruchsdenkens geöffnet. Es muss ja immer jemanden geben, der relativ ärmer ist. Man kann zwar ein relativ reicher Mann sein, aber doch im Vergleich zu Bill Gates als relativ arm erscheinen. Es gibt eben weder für Menschenwürde, gemessen am Lebensstandard, noch für Armut eine objektive Begriffsbestimmung – daher das Geschacher um die Regelsätze für Hartz-IV-Empfänger. Gehört ein gelegentliches Bier oder eine Prise Tabak nicht auch zur Menschenwürde? Ist dies nicht auch ein Weg zur menschenwürdigen sozialen Teilhabe?

    Die gegenwärtige Sozialhilfe hat den Ehrgeiz, Verarmung und Misserfolg möglichst vor den Augen anderer zu verbergen. Die Betroffenen sollen ein „normales“ Leben führen können, eben das, was man menschenwürdig nennt. Aber wenn diese Hilfe so menschenwürdig ist, gibt es dann noch einen Grund, sich wieder auf eigene Füße zu stellen? Zudem können sich die Betroffenen nach der geltenden „sozialen“ Schuldtheorie einreden, dass ja nicht sie, sondern die Gesellschaft an ihrer bedauernswerten Lage schuld sei. Ihnen wird gesagt: „Es ist nicht dein Fehler!“ Man fordert mit dem Recht auf öffentliche Unterstützung quasi eine soziale Wiedergutmachung.

    Schuhputzen darf niemals unwürdig sein


    Im 19. Jahrhundert galt es dagegen als menschenwürdig, gerade nicht auf öffentliche Kosten zu leben. Vor 1918 entzog man Unterstützungsempfängern sogar das Wahlrecht (übrigens auch den „Bankrotteuren“). Da sind wir heute milder. Statt mehr als sechs Millionen Bürger fortdauernd in staatlicher Abhängigkeit zu halten, ist es wahrscheinlich zweckmäßiger und menschenwürdiger, nicht nur die Unterstützung vorsichtig zu dosieren, sondern ihnen vor allem den durch ein verkorkstes Arbeitsrecht verschlossenen Arbeitsmarkt zu öffnen.
    Aber mit dem sich ausbreitenden gesetzlichen Mindestlohn, den unabdingbaren Lohntarifen oder gar einem bedingungslosen Grundeinkommen wird gerade der entgegengesetzte Weg begangen. Niemals sollte es menschenunwürdig sein, sich seinen Lebensunterhalt selber verdienen zu müssen, sei es mit Schuhputzen, Brötchenaustragen oder Straßenfegen.

    Karrieren auf Kosten Millionen Mutloser


    Dies alles ist kein Plädoyer gegen eine soziale Nothilfe für die wirklich Bedürftigen. Nur sollte es eben eine vorübergehende Nothilfe unter strengen Konditionen sein. Sie sollte so bemessen werden, dass das Bestreben stark bleibt, möglichst bald aus der Situation herauszukommen. Und ganz nebenbei: Was muss es für das Selbstgefühl und den Stolz eines Unterstützten auf Dauer bedeuten, wenn er in dieser Weise auf anderer Leute Kosten leben muss? Die Einzigen, die wirklich etwas davon haben, sind diejenigen, die diese Maßnahmen organisieren und auf den hilf- und mutlos gemachten Millionen ihre Karrieren bauen.
    Der Autor ist Wirtschaftsphilosoph, Hochschullehrer und Publizist. Er ist seit 2003 Honorarprofessor an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam.

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    Grüsse,

    Mandy

    [SIZE=1]Ich beantworte ab sofort KEINE PN mehr, weshalb Threads geschlossen und/ oder bearbeitet bzw. entfernt wurden oder man eine Verwarnung erhielt. Wenn dies der Fall ist, dann hat das seinen Grund -> [SIZE=2]Forumsregeln [/SIZE] ->LESEN!!!!!)![SIZE=2]. [/SIZE][/SIZE]

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  • Quote

    Dies alles ist kein Plädoyer gegen eine soziale Nothilfe für die wirklich Bedürftigen. Nur sollte es eben eine vorübergehende Nothilfe unter strengen Konditionen sein. Sie sollte so bemessen werden, dass das Bestreben stark bleibt, möglichst bald aus der Situation herauszukommen. Und ganz nebenbei: Was muss es für das Selbstgefühl und den Stolz eines Unterstützten auf Dauer bedeuten, wenn er in dieser Weise auf anderer Leute Kosten leben muss? Die Einzigen, die wirklich etwas davon haben, sind diejenigen, die diese Maßnahmen organisieren und auf den hilf- und mutlos gemachten Millionen ihre Karrieren bauen.


    Ich möchte diesen Absatz nutzen um mich zu äußern. Von wegen vorrübergehende Nothilfe und das sie so bemessen bleibt um möglichst schnell rauszukommen aus der Situation.


    Wenn ich da an mich denke wo ich weis ob ich in Arbeit bin oder nicht werde ich immer ALG II beziehen müssen und wenn nur aufstockend. Es würde mir nicht mla etwas bringen wenn ich eine Vollzeitarbiet bekommen würde. Auch da würde ich noch aufstockende Leistungen erhalten müssen.


    Und das liegt einfach daran weil man sich so lagsam besser von ALG II ernähren kann als von seiner Hände Arbeit. Statt aber das ALG II zu senken müssten die Gesetze so gemacht werdne das es Mindestlöhne gibt das sich auch ein unqualifizierter Arbeiter mit Vollzeitarbeit ohne Sozialleistungen beziehen zu müssen, ernähren kann.


    Angela

  • Auf welcher geistigen Linie Herr Habermann schwimmt, lässt sich folgendem Zitat entnehmen:

    Quote

    Es geht in Sarrazins lesenswertem, mit Zahlen und wissenschaftlicher Literatur unterfütterten Buch ...

    (Zitat aus: http://www.familienunternehmer…pr/wohlfahrtsstaat_01.pdf)
    Ansonsten:
    Was sagt er denn zu den Aufstockern, die mit Vollzeitarbeit nicht genug verdienen, um in Würde zu leben? Die sich gerade aufgrund des von ihm so bezeichneten verkorksten Arbeitsrechts für einen Hungerlohn den Buckel krummschuften und trotzdem aus der unwürdigen Lage nicht herauskommen?
    Auch für diese hat er nur den Satz "Den Empfängern solcher Geschenke ohne Gegenleistung darf es nicht erspart bleiben, diese Situation als schmerzlich zu empfinden. Eben dies spornt an, aus dieser unwürdigen Lage wieder herauszukommen."
    Deutlicher kann ein Widerspruch nicht sein.
    Was ist mit der Würde das arbeitenden Menschen, der trotz Vollzeitarbeit in der unwürdigen Lage verbleibt?


    Quote

    Statt mehr als sechs Millionen Bürger fortdauernd in staatlicher Abhängigkeit zu halten, ist es wahrscheinlich zweckmäßiger und menschenwürdiger, nicht nur die Unterstützung vorsichtig zu dosieren, sondern ihnen vor allem den durch ein verkorkstes Arbeitsrecht verschlossenen Arbeitsmarkt zu öffnen.
    Aber mit dem sich ausbreitenden gesetzlichen Mindestlohn, den unabdingbaren Lohntarifen oder gar einem bedingungslosen Grundeinkommen wird gerade der entgegengesetzte Weg begangen.

    Aha. Der gesetzliche Mindeslohn verschließt den Arbeitsmarkt.
    Welchen Arbeitsmarkt? Den, auf dem Menschen beschäftigt sind, die von ihrer Arbeit nicht leben können?


    Und was ist mit den Kranken, Alten etc., die situationsbedingt aus dieser unwürdigen Lage gar nicht herauskommen können?


    Quote

    Schuhputzen darf niemals unwürdig sein

    Selbstverständlich. Auch Frisieren (etc., etc., etc. ...) darf niemals unwürdig sein.


    Vollzeitarbeit, die den Arbeitenden nicht voll ernährt, IST unwürdig.

  • Ich kann dem Herrn Professor Habermann nur beipflichten.

    Eine Schamgrenze gibt es nicht mehr.

    Da macht einer die vierte 'Ausbildung' um sich, mit Westerwelle zu reden, ein anstrengungsloses Einkommen zu sichern. Frau und Kinder stellt er bei der Sozialfürsorge ab. Und jammert herzzerreißend, daß es nicht genug gibt.

  • mpumpe,


    so wie es in allen Bevölkerugnsschichten sohne und solche gibt ist es auch bei den ALG II Empfängern.


    Aber ich habe neulich in einer Zeitschrift gelesen das insgesamt 6,5 Millionen Leute ALG II beziehen. Von denen sind aber nur 3 Millionen arbeitslos.


    Also kann man doch sagen das zumindestens 3 Millionen gewillt sind noch für ihr Geld zu arbeiten und dem Steurzahler nicht ganz auf der Tasche leigen wollen.


    Angela

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  • mpumpe
    natürlich gibt es den einen oder anderen der es ausnutzt. Aber das ist nur ein kleiner Teil.
    Auch unter der arbeitenden Bevölkerung gibt es sehr viele, die dem Staat täglich mit Steuerhinterziehungen usw. schädigen. Dies sind teilweise Summen die ein Langzeitarbeitsloser in seinem Leben insgesamt nicht bezieht.

  • Quote from Angela1968;140111

    Also kann man doch sagen das zumindestens 3 Millionen gewillt sind noch für ihr Geld zu arbeiten und dem Steurzahler nicht ganz auf der Tasche leigen wollen


    Man kann aber auch sagen das ein Teil davon nur soviel arbeitet das er Ruhe von der Arge hat und sich mit ein paar Stunden etwas das Geld aufstockt.
    Der Verdacht kommt einen bei so manchen Threads hier.


    Dazu kommt das halt auch viele der Kinder wegen in ALGII sind.
    Entweder weil sie nicht soviel verdienen das es für alle reicht, oder weil sie sich grundsätzlich schwerer tun - weil sie Alleinerziehend sind.

    Das Vergleichen ist das Ende des Glücks
    und der Anfang der Unzufriedenheit.

  • Man müsste den Sumpf der Schwarzarbeit austrocknen.


    In Zeiten, wo Lohndumping z.B. durch Schwarzarbeit praktiziert wird, die Zahlungsmoral generell "unter aller Sau" ist, nicht wenige um ihren Arbeitsplatz fürchten, braucht man sich nicht zu wundern, dass man, in welcher Form auch immer, auch den Staat anzapft.

    Die Alternative wäre die Arbeitslosigkeit. Und, so viel ich weiß, ist das eine schwierige Kiste.

    Der viel diskutierte und geforderte Mindestlohn ist aber auch kein Ausweg. Das sehen wir ja u.a. auf dem Bau. Der Mindestlohn erhöht nämlich die Arbeitslosigkeit und ist damit auch kein Beitrag zur Entlastung der Sozialkassen. Weil, das/die Produkte verteuern sich ... Und der Konsument/Kunde? Der spart. Und da die Preise im Verhältnis zu den Einkommen eh steigen und steigen, bricht der Absatz noch mehr ein.

    Da pokern nicht wenige Unternehmen und beschäftigen schwarz. Weil, trotz einkalkulierter Strafen, wenn man erwischt wird, ist das immer noch billiger (Risikokalkulation), als wenn man regulär Arbeitneher zum gesetzlichen Mindestlohn einstellt.

    Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:

  • Nachtvogel,


    bei eingien Leuten stime ich Dir zu das sie sich nur Kinder angeschafft haben um der Arbeit zu entgehen. Und pünktich zum 18. Geburtstag werden diese dann aus dem Haus geschmissen.


    Aber das mit den Alibijobs möchte/kann ich nicht so unterschreiben.
    Ich hatte auch die Wahl erstmal einen 100 Euro oder einen 400 Euro Job und habe natürlich den 400 Euro Job genommen.
    Wenn man mir aber damals schjo einen Vertrag über die Geringfügigkeit angeboten hätte, wäre ich auch sofort dabei gewesen. So habe ich erst mal das genommen was man mir angboten hat.


    Man hat mir auch shcon angedeutet das ich im nächsten Jahr über die Geringfügigkeitsgrenze kommen werde. Auch da werde ich sehen soviel Wochenstunden wie möglich zu bekommen.


    Angela

  • @ Angela1968,


    eben, bei einigen sind es die Kinder und bei anderen ist es auch so das man in manchen Threads zu lesen bekommt, das man denkt mit einem 400 Euro Job bräuchte man nicht mehr schaun das man noch was "besser" bezahltes oder etwas mit mehr Stunden findet.


    Während es bei einigen einfach auch Schicksal ist mit Kindern ins ALGII zu fallen, ein 400 Euro einfach erstmal besser ist wie garnichts zu machen.


    Wie überall gibt es solche und solche..........:rolleyes:

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  • Grundsätzlich finde ich den Artikel richtig.
    Allein schon die ganze Namensgebung...... warum nennt man es nicht als das was es ist ? z.B. Existenzsicherung


    Quote from Angela1968;139977

    [/I]Und das liegt einfach daran weil man sich so lagsam besser von ALG II ernähren kann als von seiner Hände Arbeit. Statt aber das ALG II zu senken müssten die Gesetze so gemacht werdne das es Mindestlöhne gibt das sich auch ein unqualifizierter Arbeiter mit Vollzeitarbeit ohne Sozialleistungen beziehen zu müssen, ernähren kann.


    Grundsätzlich gebe ich dir Recht.
    Zumindest müßte der Mindestlohn so hoch sein das man bei Vollzeit damit übers ALGII kommt.
    Da wären wir bei 8 Euro Brutto die Stunde.
    Aber nur ein geringer Teil der ALGII Empfänger ist alleinstehender Aufstocker in Vollzeit.
    Das meiste sind Alleinerziehende, Familie in Elternzeit, oder große Familien.
    Hier hilft auch kein Mindestlohn.
    Einer allein kann nur in guten Jobs soviel verdienen das es noch für einige Kinder oder gar Partner plus Kinder reicht.
    Ich finds auch immer ganz toll wenn ich von fast allen im ALGII lese, Muttern kann ja nicht arbeiten bis die Brut mind. 3 Jahre alt ist, während es bei den normal Erwerbstätigen inzwischen fast jede Mutter macht sobald das Kind zumindest 1 Jahr alt ist.
    Hier wird Arbeitslosen etwas zu gestanden das sich viele Erwerbstätige garnicht erlauben - weil sie auf das Geld angewiesen sind.


    Da kommt bei mir immer wieder die Schlussfolgerung - für manche ist anscheinend der Leidensdruck noch nicht hoch genug.
    Daher bin ich auch für Vollzeit Bürgerarbeit. Das würde auch der Schwarzarbeit den Faktor Zeit entziehen.

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  • Nachtvogel,


    ich weis worauf Du hinaus willst. Aber ganz so ist es nicht wie Du es darstellst.


    Meine Bewerbungspflicht ist erst mal nur für ein halbes Jahr ausgesetzt worden. Aber auch das nur weil ich schwerbehindert bin und das Projekt wofür ich mich eigentlich beworben habe noch gar nicht da ist. Also kann ich froh sein das ich für 400 Euro erst mal für ein anderes Projekt genommen wurde.


    Mit meiner SB ist aber abgesprochen sollte es nach einem halben Jahr noch nicht absehbar sein das ich über die Geringfügigkeit hinaus angestellt werde, dann wird auch meine Bewerbungspflicht wieder aufleben.


    Dieses halbe Jahr sollte dafür da sein das ich erst mal eine Bewerbungsgrundlage habe und für meine zukünfitgen Bewebungen einen AG habe der bei anderen auch anerkannt wird.


    Ich hatte von meiner jetzigen AG erin auch ein Angebot nur für 100 Euro moantlich zu arbeiten. Habe mich aber für die maximale Ausschöpfung des 400 Euro Jobs entschieden obwohl mir davon etwas abgezogen wird.


    Ich kenne viele die auch 400 Euro und mehr arbeiten und das erst gar nicht beim Job Center angeben. Das kam nie für mich in Frage


    Übrigens habe ich mir für Freitag, den 25.11.2010 einen Termin bei meiner Chefin geholt. Dort werde ich mit ihr meine Zukunft in der Firma besprechen.


    Ich gehe aber davon aus das ich ab nächstens Jahr über die Geringfügigkeit hinaus angestelt werde, Denn ich wurde schon im September davon informirt das ich ab Mai/Juni 20101 einen 1,5 jährigen Lehrgang machen soll der mir auch bezahlt wird.


    Es ist ja auch in meinem Interesse mehr zu verdienen. Also sollte ich am Freitag erfahren das es immer ein 400 Euro Job bleiben wird, dann werde ich auf jeden Fall bei einem besseren Angebot sofort wechseln.


    Angela

  • Angela


    darum hab ich ja geschrieben es gibt solche und solche.
    Die einen meinen, es reicht wenn sie auf 400 Euro arbeiten der Staat stockt schon auf.
    Andere versuchen es zumindest aus eigener Kraft da wieder rauszukommen,
    bzw einen Vollzeitjob zu bekommen.
    Habe ja nicht gesagt das du zu ersteren gehörst.


    Außerdem ist - egal ob man nicht benachteiligt werden darf oder nicht -
    Fakt, das hinter vorgehaltener Hand dann doch Menschen ohne Benachteiligung bevorzugt werden.
    Traurig aber wahr.


    Dann drücke ich mal fest die Daumen das es was mit dem Vollzeitjob wird und du endlich ruhe von der Arge hast.

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  • Hallo lieber nachtvogel,


    habe heute nun das Gespräch mit der Chefin gehabt. Ab 01.02.2011 werde ich für 30 Wochenstunden für einen Stundenlohn von 7,50 Euro eingestellt. Als Sahnehäubchen oben auf erhalte ich einen geronto psychologischen Basigrundkurs für 1,5 Jahre den ich auch nicht selbst bezahlen muss.


    Damit werde ich dann noch ca. 250 Euro ALG II ewrhalten. Aber da meine EGV bereits erfüllt ist wenn ich einen Teilzeitjob habe, brauche ich mich nun erst mal nicht weiter zu bewerben. Das finde ich auch schon gut.


    Angela

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  • Das sind schöne Nachrichten, wenn man wieder Arbeit gefunden hat, die gut entlohnt und einen absichert!


    Es gibt aber auch die Fälle, wo genau mit den H4'er gerechnet wird. Billig Arbeitskraft, wird nur befristet beschäftigt oder besser noch einen 1€ oder 1,50€ Job. Wo bitte ist da die Möglichkeit wieder in einen Job zukommen.


    Wieviel Jobs soll man den machen um ja nicht vom Staat leben zumüssen?


    Die Scham ist groß und viele krücken sich so kaputt. Wo ist da "Fördern und Fordern"? Was will ich den fordern, wenn nur so "Abzock-Stellen" da sind. Manch einer kommt garnicht in "normale" Jobs zurück. Unsere Jugend findet schon keine richtigen Stellen zur Ausbildung und dann die blöde Welle wieder mit anfang 40 rauszufallen. Arbeiten mit 67...??


    Das System bröckelt und Schuld haben wie immer die Harzt IV Leute, wer sonst. Die arme Mittelschicht muß die ja durchfüttern und die armen Rentner erst...


    Wer nicht von diesem Harzt IV Geld leben muß, hat auch null Ahnung was das bedeutet. Da wird immer gerne von Luxus Villen auf Mallorca oder super 120qm Wohnung mit allem Schnick Schnack geredet. Die Idioten die bei RTL sitzen und labern: "Das Leben ist schön und ich lebe super geil davon", sollte man echt das Geld streichen. Dieses ganze schön rechnen, was Harzt-IV Familien bekommen und das dann gegen eine normale Familie aufzurechnen ist eine Frechheit!


    Wer entscheidet denn darüber? Leute denen es gut geht und gute Gehälter erhalten. Die reden, man kann sich von 5€ am Tag gesund ernähren. Die bezahlt der Staat und die wählen wir dann auch...


    tatonka74

  • Hi,
    das jemand eine Chance erhält und sie ergreift, ist vielleicht nicht die Regel. Die absolute Ausnahme ist es aber auch nicht.
    Von daher frage ich mich, ob die Energie nicht besser verwendet werden kann, als eine jammervolle Litanei über ein System zu verfassen, dass bei allen Mängeln jedenfalls vor dem Sturz ins Bodenlose bewahrt.

  • Ich jammer auch nicht über das System, sondern darüber das einem das auch nicht mal gegönnt wird von diesem System zuleben!


    Wollte auch nur beschreiben, das es nicht ganz so einfach ist wieder Fuß zufassen und evtl. ohne staatliche Hilfen zuleben.

  • Quote from tatonka74;145246

    Wollte auch nur beschreiben, das es nicht ganz so einfach ist wieder Fuß zufassen und evtl. ohne staatliche Hilfen zuleben.




    Naja, wenn ich mir deine Signatur so anschaue, von wegen "Hartz 4 ist Knast" oder s.ä.

    Das Arbeitslosgengeld 2 soll keine Alternative zur Erwerbstätigkeit sein. Es soll lediglich den Menschen, die erwerbsfähig sind, aber noch keine Arbeitsstelle gefunden haben, den Lebensunterhalt sichern. Wer arbeiten kann, der soll auch arbeiten.

    Mir reicht es, wenn ich die Themen in den Foren sehe. Niemand will wissen, wie man am ehesten Arbeit bekommt. Neben Forderungen nach mehr, bzw. höheren Leistungen (z.B.bBedingungsloses Grundeinkommen), geht fast immer darum, wie man am besten die Hand beißt, die einen füttert (Klagen wegen nicht vorgenommenen Aufrundungen, bösartige und verallgemeinernde Beschwerden über "die" ach so bösen ARGE-Mitarbeiter).

    Nach der Lektür derartiger Beiträge, schwinden bei mir Bereitschaft und Verständnis für die Hilfeempfänger.

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