Auschnitt aus einem Artikel der BildÜber die eigene Erfahrung mit Hartz IV schreibt B

  • Über die eigene Erfahrung mit Hartz IV schreibt BILD.de Leserin „tatali“: „Wir haben ein Jahr von Hartz IV gelebt und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass das Geld vollkommen ausreicht! Schließlich ist dies eine vorübergehende Hilfe und sollte kein Dauerzustand sein. Ich habe 350,- Euro Hartz IV für mich und 200,- Euro für meinen Sohn bekommen. Mein Mann hat als Student 400,- Euro Bafög bekommen und einen 400,- Euro-Job gehabt. Dazu kam 600,- Euro Wohngeld. So hatten wir ein Monatseinkommen von ca. 2000,- Euro. Wir haben jetzt kaum mehr und mein Mann ist Dipl. Ing. und muss jeden Tag 80 km weit zur Arbeit fahren. Hauptsache er hat eine Arbeit.“




    Diesen Abschnitt habe ich heute in der Bildzeitung gefund, in einem Artikel ob es gerechtfertigt ist das der Harz IV Satz erhöht werden sollte.
    Leider kenne ich mich nicht genug mit allem aus, aber für mich ist dieses Einkommen von 2000 Euro ziemlich übertrieben. Besteht hier nicht auch eine Bedarfsgemeinschaft?

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  • Quote from dms;123512

    Mich macht eher die Parallelität von Wohngeld und Hartz IV stutzig.



    Mit Wohngeld meinte sie bestimmt KdU. Das verwechseln viele Harzis gerne.

    Auch mit der Höhe des Bafögs lag sie falsch. Der besteht aus 584 € Lebensunterhalt + 64,- € Zusschuß für KV/PV (ich vermute er hat das 23. Lebensjahr vollendet) + 113 € Kinderbetreuungszuschlag = 761,- € Gesamt

    Von dem Bafögbetrag wird der Ausbildungsfreibetrag in Höhe von 116,80 € und der Kinderbetreuungszuschlag in Höhe von 113,- €, nicht auf Harz 4 angerechnet.


    Da ich nicht schlafen kann und neugierig bin, rechne ich mal aus, ob die Summe stimmen kann.

    Ich gehe, wie die Frau in dem Artikel angegeben hat, von einer angemessenen KdU in Höhe von 600,- € warm. (was auch realistisch ist)


    523 € Bedarf des Mannes (RL 323,- € + KdU 200,- €)
    -467,20 € anzurechnendes BAföG (von ingesamt 761,- € Bafög)
    -240 € anzurechndes Einkommen aus dem 400,- € Job
    184,20 € übersteigendes Einkommen. Zu Vereinfachung rechne ich es nur der Frau an.


    523,- € Bedarf der Frau (RL 323,- € + KdU 200,- €)
    -184,20 € anzurechnendes Einkommen vom Mann
    338,80,- € Auszahlungsbetrag


    415 € Bedarf des Kindes (RL 215,- € + KdU 200,- €)
    -184 € Kindergeld
    231,- € Auszahlungsbetrag


    => 761,- € (Bafög) + 400,- € (Mini-Job) + 338,80,- € (Frau) + 231,- € (Kind) + 184,- € (Kindergeld) = 1.914,80


    Ich komme somit auf 1.914,80,- €. Wer bietet mehr? :D


    Wenn sie ganz "schlau" gewesen wären, hätte die Frau für ein paar Stunden in der Woche auf 100,- € Basis gearbeitet, dann hätten sie die 2.000,- € Grenze überschritten. Für eine dreiköpfige Familie nicht schlecht. Ich kenne Familien, wo der Mann Vollzeit arbeiten geht und die Frau Teilzeit und trotzdem liegen sie mit ihren gemeinsamen Einkünften unter 2.000,- € Netto.

    Jetzt wird auch noch über eine eventuelle Regelsatzerhöhung diskutiert :rolleyes:



    Gruß

    Debora

  • Quote

    Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) steht einer Erhöhung der Hartz IV Regelsätze äußerst kritisch gegenüber. “Ein Regelsatz von 420 Euro im Monat hätte gravierende Folgen“, warnt DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg im Gespräch mit der Tageszeitung “Die Welt”.

    Seiner Meinung nach würde die Zahl der Leistungsempfänger um zwei Millionen auf 8,7 Millionen steigen. Dies hätte Mehrkosten von zehn Milliarden Euro zur Folge. Landsberg spricht sich dennoch für eine Reform der Hartz-Gesetzgebung aus. “Das System ist zu kompliziert, zu bürokratisch und beeinträchtigt damit eine effektive Hilfe für die Erwerbslosen”, findet der Verbandschef.
    Gerd Landsberg fordert insbesondere eine Pauschalierung der Unterkunftskosten. Schließlich ginge es in zwei Drittel der bei den Sozilagerichten anhängigen Verfahren um die Berechnung jener Kosten. Durch eine Pauschalierung würde die Eigenverantwortung der Betroffenen gestärkt. Darüber hinaus wäre damit ein Anreiz zum Einsparen von Energiekosten geschaffen.

    Kommunen halten nichts von ALG II Erhöhung

    Dem kann ich nur zustimmen. Man braucht sich nur Sozialgeld-Foren genauer anzusehen um festzustellen was passiert.

    Das Lohnabstandsgebot ist doch bereits jetzt je nach Familienstand nicht mehr erfüllt.

    Ob nun der Kochlehrling der im dritten Jahr die Lehre schmeißt und den Weg in die berufslose Dauerallimentation wählt weil er feststellt, mit Sozialgeld gehts auch und fast genauso gut wenn Nachwuchs kommt oder die Leute mit mehreren Kindern die sich dauerhaft im Sozialgeldbezug eingerichtet haben weil sie mit ener Arbeitsaufnahme auch nicht mehr in der Tasche haben. Wobei die abstrusesten Argumente zu hören sind, so, weil jemand bei Spätschicht keine Lust mehr aufs Arbeiten hat weil das "Familienleben" leidet.

  • Man darf wohl getrost davon ausgehen, dass das Fallbeispiel in der xxx-Zeitung von vorne bis hinten erfunden ist. Bekanntlich ist es nichts Neues, dass dieses xxxx oft und gerne ALG II-Bezieher durch den Kakao zieht. Ebenfalls nicht neu ist die Erkenntnis, dass einzelne Hartzons - je nach Zusammensetzung der Bedarfsgemeinschaft - auf ganz erstaunliche ALG II-Ansprüche kommen, für die Otto Normalarbeitnehmer lange schaffen muss. Insofern sollte man das neuerliche Getöse dieser xxx einfach ignorieren.

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  • Quote from Agent Of Liberty;123558

    Man darf wohl getrost davon ausgehen, dass das Fallbeispiel in der xxx-Zeitung von vorne bis hinten erfunden ist.



    Warum 'darf' man davon ausgehen?
    Von 'erfinden' kann doch keine Rede sein. Debora hat ermittelt daß - cum grano salis-die Zahlen in der xxx Zeitung stimmig sind.

    p.s. Ich lese keine xxx Zeitung sondern die yyy Zeitung.

  • Quote

    Warum 'darf' man davon ausgehen?



    Weil es dieser "Zeitung" nur um miese Stimmungsmache geht.

    Quote

    Debora hat ermittelt daß - cum grano salis-die Zahlen in der xxx Zeitung stimmig sind.



    Die Probeberechnung der Userin zweifele ich auch nicht an, wohl aber, dass es eine "Leserin tatali" gibt, die der Online-Redaktion dieses "Blattes" (natürlich genau passend zur jetzigen Diskussion um die Höhe der Regelsätze) eine solche Story zum Besten gibt.

    Zum Schluß möchte ich noch anmerken, dass ich die gewählten Kraftausdrücke in Bezug auf die betreffende Zeitung nicht zurücknehme. Ich halte dieses Blatt für das Allerletzte. Ich respektiere und akzeptiere aber die Neutralisierung der fraglichen Worte durch die Forenobrigkeit.

  • Quote from Debora;123518

    Ich komme somit auf 1.914,80,- €. Wer bietet mehr? :D


    Ich :p
    Was ist Elterngeld ????
    Würd ja beim Baby noch dazu kommen. Zumindest für 12 Monate.
    = 2214 Euro......


    tja da kann man die Diskussion über höhere Regelsätze so einfach in die Tonne stopfen.
    Und nun bald wird das Elterngeld angerechnet !


    Besser, wie auch dort so einige schreiben, Mindestlöhne müssen her.

    Das Vergleichen ist das Ende des Glücks
    und der Anfang der Unzufriedenheit.