Auszug/Umzug aus Elternwohnung Ü25

  • Hallo,
    eine gute Freundin hat sich an mich gewand da ich mal Arbeitlos war und mich bissl damit auskenne, jedoch kann ich ihr jetzt nicht weiter helfen und deswegen wende ich mich an euch. In der Suche konnte ich auch nix brauchbares finden.

    Fall:
    Sie ist 26 Jahre alt, bekommt ALG 2 und wohnt mietfrei bei ihren Eltern. Die Eltern wollen sie jetzt raus haben bzw. raus schmeißen! Sie war beim Amt und dort wurde ihr angeblich gesagt sie hätte keinen Grund auszuziehen. Sie ist total verzweifelt und weiß nicht mehr was sie machen soll.
    Soll sie jetzt unter die Brücke gehen??? Den Eltern ist das egal und der Arge anscheinend auch :mad:

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  • Es muss eine Notwendigkeit vorliegen, dass sie sich eine Wohnung nehmen kann, ansonsten bekommt sie nur die bisherigen Kosten und das sind in ihrem Fall 0,00 Euro.

    Grüsse,

    Mandy

    [SIZE=1]Ich beantworte ab sofort KEINE PN mehr, weshalb Threads geschlossen und/ oder bearbeitet bzw. entfernt wurden oder man eine Verwarnung erhielt. Wenn dies der Fall ist, dann hat das seinen Grund -> [SIZE=2]Forumsregeln [/SIZE] ->LESEN!!!!!)![SIZE=2]. [/SIZE][/SIZE]

  • Hier möchte ich Mandy "vorsichtig" widersprechen, denn ein besonderer Grund (Härtefall) muß nur bei bis 25-jährigen gegeben sein, doch seine Freundin ist Ü25!


    Meines Wissens darf sie ausziehen, gleich was die Arge sagt!!!


    Ein erwachsener Mensch kann/darf nicht dazu genötigt werden mit seinen ebenso erwachsenen Eltern zusammen zu leben und umgekehrt.
    Resultat: Engespannte innerfamiliäre Situation, was für sich schon ein Grund ist!


    Ich weiß es aber auch, da der Sohn (Alg II-Bezieher) meines Ex-Schwager erst vor 1 Jahr bei seinen Eltern auszog. Er bekam Zuschüsse für Umzugskosten, Erstausstattung der Wohnung und KdU; Also das volle
    Programm!


    Deine Freundin soll ihren Antrag auf Auszug aus der elterlichen Wohnung SCHRIFTLICH stellen. Den Antrag auf Übernahme der KdU einer geeigneten Wohnung bis max. 50 qm² gleich dazu.
    Mündlich neigen FM schnell mal zu Falschauskünften, doch schriftlich werden sie genauer überlegen was sie unterschreiben!


    Alles Gute für Deine Freundin und Dich wünscht,
    Tarralan


    P.S.: Wenn alle Stricke reissen, Beratungsschein holen und Anwalt
    konsultieren!

  • Quote from Tarralan;263


    Meines Wissens darf sie ausziehen, gleich was die Arge sagt!!!



    Natürlich darf sie ausziehen. Bei einem nicht genehmigten Umzug gibt es aber nur noch die bisher gewährten KdU. Und das scheint ja 0€ zu sein. Und für eine Genehmigung braucht es einen wichtigen Grund. Wenn sie den darlegen kann, bekommt sie auch die Genehmigung.

    Meine hier eingestellten Beiträge stellen nur meine persönliche Meinung und KEINE Rechtsberatung dar. Ich erhebe nicht den Anspruch allwissend zu sein und lasse mich gerne korrigieren. Wer mich nicht mag, darf mich gerne ignorieren, persönliche Angriffe bitte ich zu unterlassen. Vielen Dank.

  • Das ist ja das Problem das die bei der Arge dies nicht als wichtigen Grund sehen?!?!
    Wenn drohende Obdachlosigkeit kein Grund ist dann weiß ich auch nicht weiter

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  • Allein die Drohung reicht nicht, das kann ja jeder sagen.

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  • Beim Einwohnermeldeamt abmelden und ohne festen Wohnsitz sein bei Freunden, Verwandten und/oder Bekannten. Das machen nur die, die wirklich nicht anders können.

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  • Quote from Grubenpony;266

    Und für eine Genehmigung braucht es einen wichtigen Grund. Wenn sie den darlegen kann, bekommt sie auch die Genehmigung.


    Ggf. beengte räumliche Verhältnisse in der elterlichen Wohnung, psychosoziale Belastung aller Familienmitglieder (hier ggf. ein paar Gänge zum Arzt und sich ein entsp. Attest besorgen) sind bspw. durchaus hinreichende Gründe. Hinzu kommt dann auch noch das Recht auf die freie Entfaltung eines erwachsenen Menschen. Trennt sich ein Hartz IV-Empfänger von seinem Partner, so ist dies für alle Argen ein Auszugsgrund. Wo ist der Unterschied zwischen Trennung vom Lebenspartner und Trennung von den Eltern? ^^
    Das eben Unterstrichene trifft in beiden Fällen zu und genügt völlig!


    Ein wenig Kampf, manchmal auch ein wenig mehr (leider), ist in unserem
    "Sozial"staat *lacht* leider notwendig.
    Dazu gehören dann halt auch viele Behörden- und ggf. Arztbesuche!


    Wichtig ist einleitend den Antrag auf "Auszugsgenehmigung" SCHRIFTLICH
    zu stellen und mit Rückschein-Einschreiben zur Arge zu senden.
    Frist setzen nicht vergessen, auf die belastende familiäre Situation hinweisen nicht vergessen, Attest vom Hausarzt in Kopie beilegen nicht vergessen.
    Kommt dennoch eine Ablehnung, direkt zum örtl. Bürgeramt oder Sozialgericht (Rechtspfleger), Personalausweis und letzten Bewilligungsbescheid dorthin mitnehmen und einen Beratungsschein für
    eine anwaltl. Beratung holen.
    Damit einen Anwalt für Sozialrecht aufsuchen!


    ES GEHT, glaubt mir; Und das ist auch richtig so!


    Herzlichst,
    Tarralan

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  • MEinst du wirklich, es reicht zb. als Grund beengte räumlich Verhältnisse anzugeben und zb mit einem Mietvertrag zu untermauern? Verhält sich das hier mit der Wohnungsgröße dann in etwa mit den typischen angemessenen Wohnungsgrößen für Alg2 Empfänger? D.H. konkret, wenn ich bei den Eltern (keiner bedürftig) mit dem Bruder (nicht bedürftig) auf rund 65m² Wohnfläche wohne, wäre das ein Grund für einen Auszug?

  • Liebe/r silk,
    die Gründe die 100%'tig als ausreichender Umzugsgrund von allen Argen angesehen werden (müssen) sind jene, die dem Alg2-Empfänger in seiner weiteren Entwicklung gravierend beeinträchtigen können.
    So z.B. halt Trennung vom Lebenspartner und/oder suchterkrankte/gewalttätige Eltern (in letzteren Fällen auch Auszug unter 25 möglich)!
    Der Grund dafür: In allen genannten Fällen ist davon auszugehen, dass für den Empfänger als auch ggf. für die Personen die mit ihm zusammenleben, Wohnverhältnisse entstehen, die psychosoziale Spannungen schaffen, welche seelisch krank machen können.


    Ob nun beengte Wohnverhältnisse bereits als alleiniger Grund genügen, weiss ich leider nicht, aber sie sollten immer als "zusätzlicher" Grund mit angegeben werden, sofern sie zutreffend sind;
    Bei 65qm² auf bspw. 3 Erwachsene würde ich es mit angeben!


    Interessant ist aber noch folgendes:
    Gerichte haben in hohen Instanzen bereits häufiger entschieden, dass einem Alg2-Empfänger rechtmässig solche Wohnverhältnisse anzuerkennen sind, wie sie sich auch ein berufstätiger Mensch im unteren Einkommensviertel leisten könnte.
    Ferner weiss auch jeder der sich mit Angemessenheit von Wohnraum bei Alg2-Empfängern beschäftigt, dass einer einzelnen Person 45 bis 50 qm² an Wohnraum zustehen. Weshalb also sollte der "Bedürftige" daraus nicht auch Rechtsansprüche für sich ableiten dürfen, handelt es sich doch um Zugeständnisse? ;-)


    Es lohnt also immer zu kämpfen!!!


    Leider tun dies viele (die meissten) nicht. Sie vertrauen darauf, dass die
    SB der ARGE ordnungsgemäss, wahrheitsgemäss nach Recht und Gesetz
    Auskunft erteilen bzw. über Anträge befinden.
    Doch die Realität sind leider anders aus. Denkt nur mal an diese ganzen
    Sanktionen, in Form von Leistungskürzungen. Die Argen steuern auf Sparkurs auf Schultern der derer, die kaum etwas haben.
    Im Resultat hört man in den Medien (so auch kürzlich), von den Millionen
    an Einsparungen der Argen.
    Dieses Geld kommt von keinem anderen, wie vom kleinen Alg-Empfänger
    und wird dann den Betrieben für ihre Kurzarbeit/er hinten rein geblasen.
    Um nichts anderes geht es den Argen.
    Bekäme jeder was ihm zusteht, könnten die Argen auch keine Einsparungen in solchen Höhen erreichen (und sich damit auch noch brüsten)!


    FAZIT: Glaubt im Zweifel lieber Eurem Anwalt, nicht aber Eurer Arge!


    Vielleicht findet sich ja ein "waschechter" Jurist hier, der mal rechtlich
    korrekt fundiert diese Thematik (Auszug Ü25) aufdröselt?


    Herzlichst,
    Tarralan