"Ästhetische" OP vor Antragsstellung ALG 2 ?

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    • "Ästhetische" OP vor Antragsstellung ALG 2 ?

      Hallo zusammen,

      leider muss ich mich ab 1.6 auch in der Reihe der Arbeitslosen anstellen. Meine (US) Firma schliesst alle EU Niederlassungen und ab da sitzen wir auf der Strasse. Da dies meine erste Festanstellung seit dem Studium war, und ich nur 6 Monate dort angestellt war, habe ich natürlich keinen Anspruch auf ALG I. Ebenso kickt mich die GKV raus, da auch hier nicht die 12 Monate Anwartschaft erfüllt - aber das ist ein anderes Thema.

      ALG II gibts erstmal nicht, da ich noch etwas zu viel "Vermögen" besitze. (Da ich aber nun die horrenden PKV Beiträge zahlen muss + Miete und Leben aus eigener Tasche ist eh in 2 -3 Monaten schluss mit dem "Vermögen)

      Meine Frage wäre folgende: Da, wie ich oben geschrieben habe, ich sicher weiss dass ich in 2 -3 Monaten finanziell nackt dastehen werde und dann zum Amt muss ,würde ich gerne wissen wie ihr denkt dass das Amt reagiert wenn Geld aus dem Privatvermögen für eine "Schönheits-OP" verwendet wurde.

      Halt, lasst mich vorher erklären ... Es geht keine um keine Brustvergrößerung oder ähnliche Eitelkeiten, sondern um einen stark auffälligen optischen Makel der mir schon sehr sehr lange Psychisch zu schaffen macht und via OP korrigierbar wäre. Logischerweise zahlt die KV nicht, aber auch das ein anderes Thema. (Der Psychologe bisher kommt sie teurer aber das ist ist deren Problem wenn sie meinen)

      Ich habe während dem Studium und in der Zeit meiner Anstellung das Geld dafür hart gespart und wollte mir diesen Sommer endlich den Traum erfüllen um wieder mehr Lebensqualität zu erhalten - Die Entscheidung habe ich schon bekanntwerden der Schliessung getroffen.

      Was ist nun, wenn ich dies wie geplant nächsten Monat mache und dann vermutlich ALG II Bezieher werde. Ich "verschleiere" ja kein Vermögen oder verprasse es wie z.b fürs Casino vor Antragsstellung.

      Was denkt Ihr, was dort für eine Reaktion kommt ? Es geht um ca. 6000 Eur. OP Kosten. Mit meinen jetzigen Fixkosten, dann ca. 400 EUR PKV auch noch drauf würde mir bei Verzicht ca. 4 Monate mehr bleiben bis ich zum Amt gehen muss. Die Grenze für Schonvermögen ist nach Abzug der 6k weit überschritten. Sonstiges Vermögen / Anlagen besteht nicht.

      Bitte keine Diskussionen über die Sinnhaftigkeit der OP oder nicht. Den Entschluss hatte ich bereits gefasst.

      Danke für euer offenes Feedback.
    • Irgendwo bezweifle ich, dass die GKV Dich rauskicken kann. Woher hast Du die Information? Zumindest müsste möglich sein, dass Du freiwillig weiter versichert wirst, bei Null Einkommen, sollte der Beitrag dann bei ca. € 130,00 liegen.

      Sicher wirst Du einen Arzt finden, der Dir bestätigt, dass die OP für Dich sinnvoll und sogar aus psychologischer Sicht anzuraten ist. Dann dürfte es absolut kein Problem, sein, dies vor Antragstellung machen zu lassen. Auch ohne Arzt, sehe ich aber keine "akute Gefahr", dass man sich da künstlich "arm" macht.
    • Clownfisch;108477 schrieb:

      Irgendwo bezweifle ich, dass die GKV Dich rauskicken kann. Woher hast Du die Information? Zumindest müsste möglich sein, dass Du freiwillig weiter versichert wirst, bei Null Einkommen, sollte der Beitrag dann bei ca. € 130,00 liegen.


      § 9 SGB V

      (1) Der Versicherung können beitreten

      1. Personen, die als Mitglieder aus der Versicherungspflicht ausgeschieden sind und in den letzten fünf Jahren vor dem Ausscheiden mindestens vierundzwanzig Monate oder unmittelbar vor dem Ausscheiden ununterbrochen mindestens zwölf Monate versichert waren; Zeiten der Mitgliedschaft nach § 189 werden nicht berücksichtigt,


      Interessant wäre allerdings die Prüfung, ob die Zeit des Studiums nicht für die Vorversicherungszeit zählt, aber da kann vielleicht einer der KV-Experten im Forum etwas zu sagen.
    • mpumpe;108504 schrieb:

      Wenn jemand absehbar hilfsbedürftig wird und vorher noch schnell sein Geld für eine nicht erforderliche SchönheitsOP ausgibt um sich beim Amt armzurechnen wird er so gestellt als hätte er das Geld noch.


      Quatsch - und was ist, wenn er statt OP schnell noch 'nen Luxusdackel anschafft, Altauto gegen Neuauto tauscht und sich 'ne neue Küche einbauen lässt? Alles auch nicht erforderlich, aber vertretbar. Niemand muss sich vor der Antragstellung auf das "Erforderliche" beschränken, er darf nur nicht das Geld mit vollen Händen rauswerfen. Wenn er also das Geld für die Luxuskreuzfahrt 1. Klasse Königssuite nutzt, dann würde ich Dir Recht geben. Wenn er aber sagt, bevor ich den Antrag stelle, möchte ich noch einmal meinen Bruder in Australien besuchen, dann ist das nachvollziehbar und hat mit arm rechnen für meine Begriffe nichts zu tun.
    • Clownfisch;108477 schrieb:

      Irgendwo bezweifle ich, dass die GKV Dich rauskicken kann. Woher hast Du die Information? Zumindest müsste möglich sein, dass Du freiwillig weiter versichert wirst, bei Null Einkommen, sollte der Beitrag dann bei ca. € 130,00 liegen.

      Sicher wirst Du einen Arzt finden, der Dir bestätigt, dass die OP für Dich sinnvoll und sogar aus psychologischer Sicht anzuraten ist. Dann dürfte es absolut kein Problem, sein, dies vor Antragstellung machen zu lassen. Auch ohne Arzt, sehe ich aber keine "akute Gefahr", dass man sich da künstlich "arm" macht.


      Doch, leider ist das so - es gibt nichtmal Karrenzzeit o.Ä. Das Zitat von gfr wurde mir so auch von meiner GKV heruntergebetet. Man muss min. 12 Monate eingezahlt haben für eine freiwillige Versicherung oder eben diese 5 Jahres Regel.

      @ GFR - Mein Vater hat vor vielen Jahrzehnten den Fehler gemacht, sich Privat zu versichern. Das bedeutet, er kommt ebenso wie ich nicht raus - niemals (Da fehlende Vorversicherungszeit). Es sei denn er wird auch H4ler was ich jedoch nicht hoffe.

      Somit war ich immer bei ihm mitversichert in der PKV, dies gilt aber nicht als "Zeit" für die GKV. Der Arme muss fast 900 Euro p.Mo. nur für uns alle Versicherung zahlen (mich jetzt ja nicht mehr) + noch alle Rechnungen auslegen, die oft erst ein paar Monate später erstattet werden - Das ist alles totaler Wahnsinn. Wenn man kein single ist, ist eine Private ein ökonomischer Strick, aber das ist ein anderes Thema.
    • Floeckchen;108519 schrieb:

      @ Vegas:

      Meine Freundin (1,60m 55kg Oberweite 80 E!!!) kämpft seit Jahren für eine Brustverkleinerung.
      Nenn mir doch bitte die Kasse, die ohne Probleme schnell und "kundenfreundlich" eine ästhetische OP beim Erwachsenen zahlt.


      So ist das wohl, leider. Wird halt meist, wie in fast allen Zweigen, nur auf die kurzfristigen "jahrespeaks" bzw. Überschüsse geschaut, nicht was für Folgekosten anfallen können.
      Ich hatte ja geschrieben, es geht auch bei mir um keine NasenOP etc. welche der Eitelkeit zuzuschreiben wäre. Wird wohl auf das Verständniss des Sachbearbeiters ankommen ?
    • Ist deine alte Krankenkasse nicht verpflichtet dich weiter zu versichern, wenn du nicht belegen kannst, dass du anderweitig versichert bist? Zumindest habe ich mal so ein Formular zugeschickt bekommen, in dem das stand, die KK hatte eine Studienbescheinigung nicht bekommen und mich nach meinen Versicherungsverhältnissen befragt, sonst wäre sie verpflichtet mich weiter zu versichern und Beiträge von mir zu verlangen
    • StudierendeMami;108542 schrieb:

      Ist deine alte Krankenkasse nicht verpflichtet dich weiter zu versichern, wenn du nicht belegen kannst, dass du anderweitig versichert bist? Zumindest habe ich mal so ein Formular zugeschickt bekommen, in dem das stand, die KK hatte eine Studienbescheinigung nicht bekommen und mich nach meinen Versicherungsverhältnissen befragt, sonst wäre sie verpflichtet mich weiter zu versichern und Beiträge von mir zu verlangen


      Nehmen muss mich meine alte PKV schon, aber zu gesalzenen Preisen - Im Jänner gab es ein Erhöhung von 150 Eur (!!) pro Monat. Macht gesamt ca. 400. Immer noch billiger als der "Basistarif", das sind mal schlappe 600 nach Auskunft der HUK (Basistarif muss zahlen, wer noch nie versichert war oder nur PKV und nicht in eine GKV kann bzw. deren 12 Monatsregel nicht erfüllen kann).
      Die HUK sagt sogar, und das im O-Ton an der Hotline : Wir haben Vorgaben KEINE ARBEITSLOSEN aufzunehmen. Ob das im Falle standhält bin ich mir nicht sicher, werde ich auch nicht ausprobieren.
      Dazu kommt Miete und Lebenskosten, das ganze auf Münchner Niveu. Da kann ich an einer Hand die Monate abzählen bis mein "Vermögen" weg ist. Aber wie gesagt, anderes Thema da kann ich wohl nichts ändern und nur fleissig weiter nach Job schauen. :rolleyes:

      Die Usprungsfrage aber bleibt, sollte sich nichts ergeben und ich beim Amt vorsprechen müssen bald, drehen die mir ein Strick aus ausgegebenem Geld für Ästetik OP oder kann man EVENTUELL auf Verständniss hoffen. Anders als bei einem Auto etc. ist dies ja kein Materieller Wert der "veräussert" werden kann.
    • Clownfisch;108543 schrieb:

      Wenn dann aber ein Antrag auf ALG II gestellt wird, dann ist die Nachteule doch wieder über die ARGE in der GKV versichert - oder lieg ich da schon wieder daneben?


      Das versuche ich auch noch herauszubekommen. Meine jetzige GKV sagt nein, nur bei Anstellungsverhältniss wiederaufnahme. Die Arge zahlt dann nach deren Auskunft mir wohl nur den GKV Satz, mit dem ich dann meine PKV zahlen müsste. ( ca. 150 vs. ca. 400)
      Ob das alles stimmt weiss ich noch nicht. Das wäre ja gar nicht möglich.
    • Wie gesagt, ich denke nach wie vor, Du kannst zurück in die GKV, wenn Du ALG II beantragst.

      Alternativ aber: Eine zunehmende Zahl an Gerichtsurteilen verpflichtet die ARGEn inzwischen zur vollständigen Übernahme der KV Beiträge auch bei privater KV, z.B.

      LSG NSB - L 15 AS 1048/09 B ER
      SG Karlsruhe - S 5 AS 2121/09
      SG Stuttgart - S 9 AS 5003/09 ER
      SG Gelsenkirchen - S 31 AS 174/09 ER
      LSG BWB - L 7 SO 2453/09 ER-B
      LSG BWB - L 2 SO 2529/09 ER-B

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