Würde die ARGE einem Umzug zustimmen?

  • Hallo, meine Situation sieht momentan so aus:


    Ich (25) habe gerade eine Ausbildung abgeschlossen und bin auf Arbeitssuche in Hamburg, wohne aber noch bei meinen Eltern in einer kleinen Stadt, ca. 80 km von HH entfernt.
    Jetzt würde ich gerne aus dem Elternhaus ausziehen und habe in der Nähe von Hamburg auch schon eine provisionsfreie:) 1-Zi.Wohnung gefunden. Job habe ich aber noch nicht.


    Weiß jemand von euch, ob die ARGE dem Umzug zustimmen würde (also die Miete tragen, etc.) solange ich noch keine Arbeit habe?
    Oder würden die sagen: kein Arbeitsvertrag, also auch kein Hartz 4?
    Ich habe nämlich irgendwo gelesen, dass wenn man über 25 ist, die ARGE einem Umzug zustimmen müsste...


    LG

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  • Quote from sunset5;83871

    Oder würden die sagen: kein Arbeitsvertrag, also auch kein Hartz 4?


    Ohne feste Jobzusage besteht keine Notwendigkeit für einen Umzug von daher wirst du dann wohl so eine ähnliche Antwort bekommen.


    Quote

    Ich habe nämlich irgendwo gelesen, dass wenn man über 25 ist, die ARGE einem Umzug zustimmen müsste...

    Warum sollte die Arge das müssen?

    Meine hier eingestellten Beiträge stellen nur meine persönliche Meinung und KEINE Rechtsberatung dar. Ich erhebe nicht den Anspruch allwissend zu sein und lasse mich gerne korrigieren. Wer mich nicht mag, darf mich gerne ignorieren, persönliche Angriffe bitte ich zu unterlassen. Vielen Dank.

  • Ich finde man sollte das differenzierter ansehn. Bin in der selben Situation wie sunset5 und weiss wie es ist wenn man aus diversen Gründen umziehen mag aber das aus irgendwelchen gründen nicht gehen soll, bzw man ständig was anderes erzählt bekommt.




    Konkret sieht es wohl wie folgt aus:


    Jeder darf hinziehn wo er will. Wäre das nicht der Fall würde das Grundgesetz mit füssen getreten werden. Denn dort steht das man selbst ( aus welchen Gründen auch immer ) ein recht hat
    auf freie Ortswahl. Ich mein es könnte ja auch sein das man in der umgebung andere probleme hat wie keine jobs zu finden etc.
    Und jetzt stellt euch mal vor jemand hat solche Probleme und man würde ihn ZWINGEN dort zu bleiben - das wär meiner meinung nach dann ähnlich wie ein vergrössertes Gefängniss - Somit gibt es einen solchen Zwang schonmal nicht.



    Der einzigste unterschied bei einer Bewilligung eines Umzugs liegt darin das er wenn das amt zustimmt ( was es ja nur bei vorliegendem Arbeitsvertrag in der neuen stadt macht ) dann sämtliche Umzugskosten übernimmt ( als Hartz 4ler besitzt man ja auch soviel ;-)




    Das normale Hartz 4 jedoch muss in der neuen Stadt dann nach antrag trotzdem wieder gezahlt werden, alles andere fällt unter behördenwillkür und kann per einstweiliger verfügung auch eingefordert werden. Bzw dann per Anwalt.
    Ich weiss allerdings das bedienstete der jobcenter oft etwas ganz anderes behaupten und würde daher auchmal klären inweit diese amtspersonen(?) derart gezielt falsche informationen verbreiten dürfen.
    So hat man mir selbst erzählen wollen das ich bei einem umzug, ohne mir deren erlaubniss zu erbetteln, obdachlos wäre und keinen anspruch mehr auf sozialleistungen hätte ( !! )




    In deinem Fall würd ich sagen verkauf die sachen die du nicht mitnehmen kannst und stelle in deinem neuen Ort ein Antrag auf Erstaustattung ( um die 1000,- ) ...das dürfte dann sogar mehr sein als die umzugskosten..du musst dich dann nur in deiner alten stadt einen tag vorher abmelden und dann so schnell wie möglich in der neuen stadt einen neuantrag abgeben welchem lt SGB stattzugeben ist. Wenn nicht wie gesagt amtsgericht und einstweilige verfügung.


    Machst du es aber andersrum und meldest dich vorher in der Neuen stadt an bevor du dich in der alten abgemeldet hast kann dir trotz einem tag überschneidung leistungsbetrug angehängt werden !

  • Hallo Atropin,
    also die Gründe, warum ich aus unserer kleinen Stadt umziehen will, ist z.B., dass wir hier absolut keine Jobs haben.
    Weitere Gründe wären, dass ich endlich eine Whg.gefunden habe, wo der Vermieter keine Provision verlangt:), denn Provision ist einfach szsg. geschenktes Geld, was weder ich noch meine Eltern haben. Zudem müsste ich, wenn ich jetzt aus unserer Kleinstadt jeden Tag nach HH pendeln würde, ca. 230€ für die Bahnfahrten zahlen-müssen andere zwar auch, aber nach 4 Jahren pendeln, hab ich genug Geld fürs hin-und herfahren ausgegeben...
    Du hast schon Recht, dass jeder umziehen kann wann und wohin er will, aber ob das Amt da zustimmt, ist eine andere Frage.


    Ich war in unserer Kleinstadt bei der ARGE und dort wurde mir gesagt: Ihre Eltern arbeiten beide, also bekommen Sie garnichts! D.h. momentan bin ich von keiner ARGE abhängig.


    Letztendlich würde ich die Umzugskosten selbst tragen und brauch von der ARGE auch kein Geld für Möbel, etc. (Ich glaub, wenn ich auch noch einen Antrag auf Erstausstattung stelle, werden die mir den kompletten Antrag verweigern)
    Mir wäre nur wichtig, dass sie mir die Einverständnis geben, dass sie für die nächsten paar Wochen, wo ich noch arbeitslos bin, die Wohnungskosten übernehmen und ich halt Hartz4 bekomme.


    Meinst du, dass obwohl ich momentan von keinem Amt hier abhängig bin, mich trotzdem bei der alten ARGE zuerst abmelden müsste, bevor ich in die andere Stadt fahre? Oder würde es nur dann gelten, wenn ich jetzt schon seit 1,5 Monaten Hartz4 bekommen würde?


    Warum darfst/kannst du nicht umziehen, wenn ich dich fragen darf?
    LG

  • Quote from Atropin;83899


    Konkret sieht es wohl wie folgt aus:


    Jeder darf hinziehn wo er will. Wäre das nicht der Fall würde das Grundgesetz mit füssen getreten werden. Denn dort steht das man selbst ( aus welchen Gründen auch immer ) ein recht hat
    auf freie Ortswahl. Ich mein es könnte ja auch sein das man in der umgebung andere probleme hat wie keine jobs zu finden etc.
    Und jetzt stellt euch mal vor jemand hat solche Probleme und man würde ihn ZWINGEN dort zu bleiben - das wär meiner meinung nach dann ähnlich wie ein vergrössertes Gefängniss - Somit gibt es einen solchen Zwang schonmal nicht.


    Auch bei einem laufendem Leistungsbezug kann man umziehen wohin man will. Es steht auch im SGB II nirgends, dass das Grundgesetz in dieser Richtung eingeschränkt wird.


    Quote from sunset5;83909


    Du hast schon Recht, dass jeder umziehen kann wann und wohin er will, aber ob das Amt da zustimmt, ist eine andere Frage.


    Allerdings geht es hier doch nicht um die Freizügigkeit, sondern um den Erhalt/Bezug der Steuergelder (ALGII).
    Wer bezahlt bestimmt die Bedingungen.
    Ich habe im Grundgesetz aber nichts gefunden, was die Höhe von Sozialleistungen betrifft.
    Im SGBII -als Leistungsgesetz- sind jedoch zum Anspruch, der Höhe etc. konkrete Aussagen gemacht.


    Quote from sunset5;83909

    Hallo Atropin,
    also die Gründe, warum ich aus unserer kleinen Stadt umziehen will, ist z.B., dass wir hier absolut keine Jobs haben.
    Weitere Gründe wären, dass ich endlich eine Whg.gefunden habe, wo der Vermieter keine Provision verlangt:), denn Provision ist einfach szsg. geschenktes Geld, was weder ich noch meine Eltern haben. Zudem müsste ich, wenn ich jetzt aus unserer Kleinstadt jeden Tag nach HH pendeln würde, ca. 230€ für die Bahnfahrten zahlen-müssen andere zwar auch, aber nach 4 Jahren pendeln, hab ich genug Geld fürs hin-und herfahren ausgegeben...


    Ob in diesem Fall die Hilfebedürftigkeit absichtlich herbeigeführt wurde, will ich mal dahinstellen.
    Ein Umzug, nur wegen fiktiven Fahrkostenersparniss, oder wegen eines nicht vorhandenen Arbeitsplatzes, kann auch anders ausgelegt werden.

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    Hartz 4 Rechner
    Berechen Sie Ihren Anspruch. Ist Ihr Hartz 4 Bescheid korrekt.

    Hartz 4 Antrag
    Wir helfen Ihnen bei Ausfüllen Ihres Hartz 4 Antrages.

    Hartz 4 Regelsatz
    Wie viel Hartz 4 steht Ihnen zu? Ist Ihr Bescheid richtig. Informieren Sie sich.

  • Soweit ich weiss, sind 200 km einfacher Arbeitsweg "angemessen". Wenn Du jetzt anfängst, dass Du wegen 80 km umziehen möchtest und die Miete auch noch übernommen haben möchtest fürchte ich, dass Du Dir das abhaken kannst.


    Finde zuerst einen Job und dann eine Wohnung - dann brauchst du auch niemanden um Erlaubnis zu fragen.

    "Ich hab' hier bloß ein Amt und keine Meinung." (Friedrich Schiller)

  • Quote from Hexepebbles;84385

    Soweit ich weiss, sind 200 km einfacher Arbeitsweg "angemessen". .



    Die Angemessenheit geht nicht nach Kilometern sondern Zeit (50 km Autobahn sind was anderes als 50 km Landsstraße und bei ÖVM sind noch die Anschlusszeiten zu berücksichtigen) und Aufwand (für 600 € netto 200 € Fahrkosten ist unangemessen). Bei Vollzeittätigkeit sind 3 Std. noch zumutbar. Es muss aber auch Verdienst im Verhältnis zu Fahrkosten gesehen werden.

    "Nehmt die Menschen wie sie sind. Andere gibt es nicht." (K. Adenauer)