Was ist der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld?

Der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld soll der Frau einen Ausgleich für die durch die Schutzfristen entstehenden finanziellen Nachteile schaffen.

Kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung

Wenn während der generellen Beschäftigungsverbote innerhalb der Schutzfristen vor und nach der Entbindung nicht gearbeitet wird, so besteht für die Schwangere bzw. Stillende kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung gegen den Arbeitgeber. Sie hat dann Anspruch auf das Mutterschaftsgeld nach § 13 MuSchG und auf einen Zuschuss zum Mutterschaftsgeld gem. § 14 Abs. 1 S. 1 MuSchG gegen den Arbeitgeber. Der Zuschuss ist lediglich lohnähnlich, nicht aber der Entgeltanspruch. In der Höhe beträgt er die Differenz zwischen dem Mutterschaftsgeld, was die Krankenkasse zahlt, und dem kalendertäglichen Arbeitsentgelt durch den Arbeitgeber (ohne die gesetzlichen Abzüge). Für die Berechnung ist der Verdienst der letzten dreizehn Wochen bzw. drei Monate vor Beginn der Schutzfrist entscheidend. Es gilt das gleiche wie beim Mutterschutzlohn.

Höhe

Wenn der Nettolohn pro Kalendertag im Durchschnitt 13 Euro übersteigt, also monatlich mehr als 390 Euro beträgt, so besteht gegen den Arbeitgeber ein Anspruch auf Zuschuss zum Mutterschaftsgeld in der Höhe, die die Differenz ausgleicht. Für die Berechnung ist der Durchschnittsverdienst der letzten dreizehn Wochen oder drei Monate vor Beginn der Schutzfrist maßgeblich. Die gesetzlichen Abzüge sind hiervon abzusetzen. Der Zuschuss muss vom Arbeitgeber zu dem Termin gezahlt werden, zu dem auch das Gehalt gezahlt wurde. Bei mehreren Tätigkeiten bei unterschiedlichen Arbeitgebern muss jeder Arbeitgeber anteilig den Zuschuss zum Mutterschaftsgeld zahlen. Auch wenn nur ein vermindertes Mutterschaftsgeld von maximal 210 Euro gezahlt wird (familien- oder privat krankenversicherte Arbeitnehmerinnen), besteht ein Anspruch auf Zuschuss gegen den Arbeitgeber. Ist das Arbeitsverhältnis zulässigerweise (also mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde) aufgelöst worden oder ist der Arbeitgeber insolvent geworden, so zahlt der Bund den Zuschuss zum Mutterschaftsgeld. Bei befristeten Arbeitsverhältnissen, also Arbeitsverhältnissen, die nach Beginn der Mutterschutzfrist enden, so gilt folgendes: bis zur Beendigung wird Mutterschaftsgeld und der Zuschuss vom Arbeitgeber gezahlt. Nach Beendigung wird das Mutterschaftsgeld und der Zuschuss in Höhe des Krankengeldes von der Krankenkasse bis zum Ende der Mutterschutzfrist gezahlt.