Anspruch auf Mutterschaftsgeld

Das Mutterschaftsgeld wird von der gesetzlichen Krankenversicherung gezahlt. Es wird u.U. ergänzt durch den vom Arbeitgeber zu zahlenden Zuschuss zum Mutterschaftsgeld.

Mutterschaftsgeld während der Schutzfristen

Mutterschaftsgeld bekommen nach §§ 3 Abs. 2, 6 Abs. 1 MuSchG alle in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherten Frauen während der Dauer der Schutzfristen vor und nach der Entbindung. Besteht keine Krankenversicherung, so wird das Mutterschaftsgeld entsprechend der RVO gezahlt, wenn die Frau bei Beginn der Schutzfrist in einem Arbeitsverhältnis oder in Heimarbeit beschäftigt war. Das gilt auch, wenn das Arbeitsverhältnis während der Schwangerschaft oder Schutzfrist vom Arbeitgeber mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde zulässig beendet wurde. Der Arbeitgeber muss zu diesem Mutterschaftsgeld einen Zuschuss gem. § 14 Abs. 1 MuSchG zahlen. Mutterschaftsgeld und Zuschuss sind kein Arbeitsentgelt sondern gründen auf einem sozialrechtlichen Anspruch. Dieser besteht, wenn während der Schutzfrist kein Arbeitsentgelt gezahlt wird. Der Zuschuss ist ein lohnähnlicher arbeitsrechtlicher Anspruch. Zuschuss muss nur gezahlt werden, wenn die Schutzfristen die alleinige Ursache für den Fortfall des Entgeltanspruchs sind. Mutterschaftsgeld enthalten somit nicht Hausfrauen, Selbständige (soweit diese nicht freiwillig mit einem Anspruch auf Krankengeld versichert sind) und Beamtinnen. Einen Betrag lediglich in Höhe von maximal 210 Euro erhalten familienversicherte Arbeitnehmerinnen oder privat krankenversicherte Arbeitnehmerinnen.

Antrag Mutterschaftsgeld

Frühestens sieben Wochen vor der geplanten Entbindung kann Mutterschaftsgeld beantragt werden, denn die notwendige ärztliche Bescheinigung darf frühestens eine Woche vor Beginn der Schutzfrist ausgestellt werden. Das Mutterschaftsgeld beträgt höchstens 13 Euro pro Kalendertag. Bei einem festen Monatsgehalt wird jeder Monat mit 30 Tagen angesetzt. Ansonsten beträgt das Mutterschaftsgeld je nach Anzahl der Monatstage zwischen 364 und 403 Euro. Einen Anspruch haben auch geringfügig Beschäftigte, wenn sie selbst Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung sind. Das ist etwa bei Studentinnen der Fall. Ist die Schwangere zu Beginn der Schutzfrist in keinem Arbeitsverhältnis, aber dennoch in einer gesetzlichen Krankenkasse mit Anspruch auf Krankengeld versichert, so erhält sie Mutterschaftsgeld in Höhe des Krankengeldes.

Tabelle und Überblick zum Mutterschaftsgeld

Wer hat Anspruch Was wird gezahlt?
Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung mit Krankengeldanspruch (Z.B. Arbeitnehmerinnen, aber auch Arbeitslose) Mutterschaftsgeld in Höhe von 13 Euro pro Tag plus Arbeitgeberzuschuss, bis das durchschnittliche Nettogehalt erreicht ist. Arbeitslose erhalten Mutterschaftsgeld in Höhe der bisherigen Zahlung.
Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung ohne Krankgeldanspruch (das sind z.B. Studentinnen) mit Minijob In der Regel werden 13 Euro Mutterschaftsgeld pro Tag von der Krankenkasse gezahlt
Frauen, die in der gesetzlichen Krankenkasse familienversichert sind und einen Minijob haben Mutterschaftsgeld einmalig bis zu 210 Euro; es zahlt das Bundesversicherungsamt
Arbeitnehmerinnen, di in einer privaten Krankenversicherung veresichert oder gar nicht krankenversichert sind Mutterschaftsgeld einmalig bis zu 210 Euro vom Bundesversicherungsamt plus Arbeitgeberzuschuss. Dieser gleicht die Differenz zwischen 13 Euro und dem durchschnittlichen Nettogehalt aus.
Frauen, deren Arbeitsverhältnis während der Schangerschaft vom Arbeitgeber zulässig gekündigt wurde. Das ist etwa bei Betriebsstillegung oder Konkurs möglich. Mutterschaftsgeld in Höhe von 13 Euro pro Tag. Den Arbeitgeberzuschuss übernimmt entweder die Krankenkasse oder das Bundesversicherungsamt.
Frauen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung sind ohne Krankengeldanspruch (Beispiel: Hartz IV Empfängerinnen) Das Arbeitslosengeld II wird während des Mutterschutzes unter Berücksichtigung eines Mehrbedarfs ab der 13. Schwangerschaftswoche bis zur Entbindung fortgezahlt.