Ein großes Problem im Bereich der Arbeitswelt ist das des Mobbing und der sexuellen Belästigung.

Mobbing

Das neudeutsche Wort Mobbing steht für Schikane. Schikane am Arbeitsplatz kann durch viele Arten erfolgen: Beleidigungen, Diskriminierung, offene Kritik, versteckte Beanstandungen, Außerachtlassung der üblichen Höflichkeit, Unterlassen von selbstredender Hilfe, üble Scherze sind nur einige der möglichen Formen.

Dem Arbeitgeber obliegt eine Schutzpflicht dem gemobbten Arbeitnehmer gegenüber. Er muss auf Beschwerden des Arbeitnehmers reagieren.

Auch gegenüber dem Mobber bestehen Ansprüche, etwa Beseitigungs- und Unterlassungsansprüche oder Schadensersatzansprüche.

Das Problem beim Mobbing liegt jedoch in der Beweispflicht, die den gemobbten Arbeitnehmer trifft. Er muss das Mobbing nachweisen.
Große Unternehmen haben einen Mobbing-Beauftragen, der versuchen wird, zwischen Mobber und Gemobbten eine übereinstimmende Lösung zu finden und eine einvernehmliche Regelung zu fixieren.

Notfalls kann der Arbeitnehmer auch über einen Wechsel des Arbeitsplatzes firmenintern oder zu einem anderen Arbeitnehmer nachdenken. Eine eigene Kündigung durch den Arbeitnehmer muss jedoch mit der Bundesagentur für Arbeit abgesprochen werden, da ansonsten eine Sperrzeit für den Bezug von Arbeitslosengeld verhängt werden würde.

Sexuelle Belästigung

Der Begriff sexuelle Belästigung wird in § 3 Abs. 4 AGG, dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz definiert. Danach ist sexuelle Belästigung eine Benachteiligung in Bezug auf § 2 Abs. 1 Nr. 1 bis 4, wenn ein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, wozu auch unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornographischen Darstellungen gehören, bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird, insbesondere wenn ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird.

Nach einer Studie, die die Europäische Kommission in Auftrag gegeben hat, sind 40 bis 50 Prozent der weiblichen und 10 Prozent der männlichen Arbeitnehmer einmal sexuell belästigt worden.

Wird ein Arbeitnehmer in der oben beschriebenen Art belästigt, so kann er sich an die betriebliche Beschwerdestelle wenden, sofern ein solche existiert. Ansonsten ist der direkte bzw. nächst höhere Vorgesetzte der richtige Ansprechpartner. Der Arbeitgeber hat die Pflicht, die Vorwürfe zu untersuchen. Er hat dafür zu sorgen, dass die Belästigung in der Zukunft unterbleibt. Unterlässt der Arbeitgeber es, dieser Fürsorgepflicht nachzukommen, so hat der Arbeitnehmer das Recht, die Arbeit bei vollem Lohnausgleich zu verweigern. Unter Umständen besteht darüber hinaus ein Schadensersatzanspruch gegen den Arbeitgeber. Das Problem liegt – wie beim Mobbing – in der Beweispflicht. Diese obliegt dem Arbeitnehmer, d.h. er muss nachweisen, dass er sexuell am Arbeitsplatz belästigt wurde.