Überläßt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen Dienstwagen auch zur privaten Nutzung oder eine Dienstwohnung, so kann das auf unterschiedlichen Rechtsgestaltungen beruhen.

Dienstwagen / Firmenwagen

Stellt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen oder Dienstwagen zur Verfügung, so trifft er mit diesem i.d.R. neben dem Arbeitsvertrag eine gesonderte Dienstwagenvereinbarung oder er hat firmeninterne Richtlinien zur Nutzung des Dienstfahrzeugs aufgestellt. Darin wird etwa festgelegt, dass ein Fahrtenbuch zu führen ist, es werden Haftungsfragen geregelt, außerdem sind Regeln über die Kostenübernahme für den Betrieb, die Pflege, Reparatur, Versicherung und Unterbringung zu finden. Es ist geregelt, ob und wann der Arbeitgeber Bußgelder übernimmt, in welchem Umfang die Nutzung erfolgen soll oder wie die Modalitäten der Rückgabe des Fahrzeugs lauten.
Bei einer privaten Nutzung des Dienstwagens oder Firmenwagens entstehen weitere Fragen. So ist der monatliche Nutzungswert vom Arbeitgeber als Teil seines Gehalts zu versteuern, denn es handelt sich um einen geldwerten Vorteil. Die Lohnsteuer wird dabei nach der sog. 1-Prozent-Regelung / 1 % Regelung berechnet. Danach ist für die monatliche private Nutzung eine Pauschale in Höhe von 1 % Prozent des Bruttolistenpreises zu zahlen. Hinzu kommt, dass die Entfernungskilometer vom der Wohnung zum Arbeitsplatz zu versteuern sind. Dies macht 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises pro Kalendertag aus.
Der Firmenwagen bzw. Dienstwagen, der zur privaten Nutzung zur Verfügung steht, ist somit Teil des Gehalts. Da Gehalt nicht ohne weiteres vom Arbeitgeber gekürzt werden kann, darf er dem Arbeitnehmer auch den Dienstwagen nicht entziehen. Kann der Arbeitnehmer den Dienstwagen oder Firmenwagen aus Gründen, die der Arbeitgeber zu vertreten hat, nicht nutzen, muss der Arbeitgeber den entgangenen geldwerten Vorteil entschädigen oder aber dem Arbeitnehmer eine Nutzungsausfallentschädigung zahlen. Letzteres kann der Arbeitnehmer wahlweise verlangen.

Dienstwohnung

Eine Wohnung, die der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer anbietet, kann rechtlich auf zwei unterschiedliche Arten zu behandeln sein.
Bei einer sog. Werkmietwohnung wird neben dem Arbeitsvertrag ein gesonderter Mietvertrag abgeschlossen. Die Verträge sind nicht miteinander verknüpft. Der Verlust des Arbeitsplatzes zeiht nicht unmittelbar den Verlust der Wohnung nach sich. Für den Arbeitgeber ist aber in den meisten Fällen das für eine Wohnungskündigung erforderliche berechtigte Interesse gegeben, um den Arbeitnehmer aus dem Wohnungsmietvertrag hinaus zu bekommen. Der Betriebsrat muss einer Kündigung des Wohnraums vorher zustimmen. Wenn der Wohnraum nur aufgrund des Arbeitsverhältnisses vermietet worden war, so kann der Arbeitgeber bis zum 3. Werktag zum Ablauf des übernächsten Monats kündigen, wenn er die Wohnung für einen anderen Arbeitnehmer benötig. Wohnt der aus dem Arbeitsverhältnis gekündigte Arbeitnehmer allerdings bereits länger als 10 Jahre in der Wohnung, so verlängert sich die Kündigungsfrist, wie auch bei einem normalen Wohnraummietverhältnis. Beim Vorliegen eines Härtefalles kann der ehemalige Arbeitnehmer aber der Kündigung auch widersprechen.

Ist dagegen eine Werkdienstwohnung überlassen worden, liegt also nur ein Arbeitsvertrag vor, der dem Arbeitgeber die Wohnung zur Verfügung stellt, so endet das Nutzungsrecht der Wohnung, sobald das Arbeitsverhältnis nicht mehr besteht. Hier besteht eine verkürzte Kündigungsfrist für den Arbeitgeber. Der Arbeitgeber kann bis zum dritten Werktag eines Monats zum Ende des Monats kündigen. Etwas anderes gilt, wenn der Arbeitnehmer mit seiner Familie in der Werkdienstwohnung lebt oder die Werkdienstwohnung selbst eingerichtet hat.