Wann verhängt die Arbeitsagentur eine Sperrzeit gegen Arbeitlose?

Sperrzeit durch die Arbeitsagentur

Einem Antragsteller, der gegen eine sich aus dem SGB III ergebende Pflicht verstößt, ohne dass ein wichtiger Grund gegeben ist, droht die Verhängung einer Sperrzeit. Das heißt, dass das Arbeitslosengeld erst nach Ablauf einer Frist gezahlt wird. Die Sanktion kann unterschiedlich lang ausfallen, abhängig vom jeweiligen Sperrzeittatbestand. Möglich sind eine Dauer von einer Woche bis zu zwölf Wochen. Während dieser Zeit ruht der Anspruch auf Arbeitslosengeld. Geld wird nicht gezahlt. Gleichzeitig mindert sich die Dauer des Anspruchs auf Arbeitslosengeld um die Dauer der Sperrzeit.

Sperrzeittatbestände

Ein versicherungswidriges Verhalten ist in folgenden Fällen gegeben:

Eigenkündigung

Hat der Arbeitslose sein Beschäftigungsverhältnis selbst gelöst oder durch ein arbeitsvertragswidriges Verhalten für die Lösung des Arbeitsverhältnisses Anlass gegeben, ist dies Grund für eine Sperrzeit.

Verweigerung einer zumutbaren Beschäftigung

Nimmt der Arbeitslose eine zumutbare Beschäftigung nicht an oder tritt er sie nicht an oder verhindert er die Anbahnung eines Beschäftigungsverhältnisses durch sein Verhalten, so löst dies ebenfalls eine Sperrzeit aus.

Fehlende Eigenbemühungen

Weist der Arbeitslose die von der Agentur für Arbeit geforderten Eigenbemühungen nicht nach, droht ihm eine Zeitsanktion.

Eingliederungsmaßnahme verweigert

Wer die Teilnahme trotz Belehrung über die Rechtsfolgen an einer Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung oder einer Maßnahme zur beruflichen Ausbildung oder Weiterbildung oder einer Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben verweigert, muss mit einer Sperrzeit rechnen.

Abbruch einer Maßnahme

Ein Arbeitsloser, der eine Maßnahme abgebrochen bzw. durch maßnahmewidriges Verhalten Anlass zum Ausschluss aus einer dieser Maßnahmen gegeben hat, riskiert gleichfalls die Sanktion.

Verletzung der Meldepflicht

Wer als Arbeitsloser einer Aufforderung der Agentur für Arbeit, sich zu melden oder zu einem ärztlichen oder psychologischen Untersuchungstermin zu erscheinen, nicht Folge geleistet hat oder der Meldepflicht zur frühzeitigen Arbeitsuche nicht nachgekommen ist, verhält sich versicherungspflichtwidrig und erhält eine Sperrzeit.