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Diskussion um weitere Kürzung bei Hartz IV

 
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Verschärfung von Hartz IV << :: >> 20-Jähriger vor Augen der Mutter verhungert  
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isle



Anmeldedatum: 01.06.2006
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 01.06.2006, 11:07    Titel: Diskussion um weitere Kürzung bei Hartz IV

Hallo Leute,

mich würde an dieser Stelle von Euch auch mal interessieren, was Ihr zu dem neuen Optimierungsgesetz für Hartz IV haltet. In aller Munde ist doch jetzt wie gut es den ALG II Empfängern doch geht. Dazu die Fragen des Lohnabstandsgebots, vor allem bei Familien. Ist diese ganze Diskussion nicht verlogen. Erst wird ein Gesetz gemacht, das handwerklich so schlecht ist, daß ständig nachgebessert werden muß. Dann laufen die Kosten aus dem Ruder und nun wird so getan, als ob wir alle potentielle Betrüger sind. Wenn arbeitslos sein so toll ist, warum haben die Leute dann so eine Angst davor selber arbeitslos zu werden. Vor allem wo sind die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse von denen ein Mensch würdig leben kann. Eine Friseurin im Osten verdient Vollzeut um die 600 EUR im Monat. Selbst der Pfändungsfreubetrag liegt doch schon über 1000 EUR. In was für eine Gesellschaft geraten wir da eigentlich?
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Koto



Anmeldedatum: 01.06.2006
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 01.06.2006, 13:42    Titel:

Ich halte die neuen Sachen für wirkungslos.
Ich frage mich warum sich auf einmal alle so aufregen.

Schon jetzt war es so das man nicht so einfach Arbeit ablehnen konnte.
Was die Politik da fordert gibs schon längst. Auch wenn es die Politik nicht begreift wenn man den Beziehern keinen Job anbieten kann, gibs auch keine Kürzungen. Die Politik glaubt es gibt 500.000 Offene stellen die könnte man einfach so besetzen, wenn man druck macht.
Das Arbeitsamt vermittelt ja nicht auf Kürzung sondern muss gucken das der Bewerber auf den Job auch passt.

Das mit den sofort Angeboten ist doch auch ein Witz.
Woher sollen denn die ganzen Jobs und Maßnahmen kommen um jeden der neu ALG2 beantragt was anzubieten?
Ich wage mal zu behaupten die haben nur Angebote für die hälfte der neuen Antragsteller.

Das bedeutet aber auch das diese Jobs dann nicht mehr dehnen zur Verfügung stehen die schon ALG2 beziehen. Für mich bedeutet das im Endeffekt das die Förderung der ALG2 Bezieher die jetzt schon im Bezug sind noch mehr gegen null tendiert. Man bekommt also die Sockel der Arbeitslosigkeit nicht weg und es kommen dann die hälfte der Leute neu hinzu zu dem Stamm Arbeitslosen.

Mit den Kontrollen ist doch dasselbe.
Viele von uns haben doch gar kein Problem das die kontrollieren kommen.
Ist doch nicht so, das alle was zu verstecken haben. Außerdem wer sagt den das man jedem auch aufmachen muss. Dann ist man halt da, wo man hinsoll auf Arbeitssuche.

Ich sehe viel Aufregung aber die erhoffte Wirkung wird das nicht bringen die damals schon bei Einführung von Hartz 4.

Ich sehe nicht das sich was ändert für den wo jetzt ALG2 bekommt.
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vivavista



Anmeldedatum: 01.06.2006
Beiträge: 30
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 01.06.2006, 23:19    Titel:

Hi,
das ganze ist ein politisches Ablenkungsmanöver von der sich eingestandenen Unfähigkeit, mehr Arbeit schaffen zu können.
Grotesk dazu ein Bericht in Report vor etwa 2-3 Wochen, nachdem Nürnberg die Arbeitsagenturen angewiesen hat, aktive Vermittlungsbemühungen für schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose, und das sind zu einem grossen Teil über 50 jährige einzustellen, da zu zeitaufwendig.

Ich kenne aufgrund einiger Kontakte zur Politik zahlreiche Fälle, wo gerade die Politiker, die in den Medien behaupten, dass die Leistungen in Hartz IV zu hoch seien, schwarz unter der Hand Vermittlungsprovisionen für die Vermittlung von Millionenaufträgen in satter sechsstelliger Grösse kassieren.

Es wird hierzulande immer weniger bezahlte Arbeit geben, dass ist ein Faktum und die wirklichen Probleme und Ursachen sind in der Politik bekannt, deren Bekämpfung aber politisch nicht gewollt, schliesslich braucht man ja die Grossindustrie für seine eigene spätere Absicherung.

Als man bei Bargeldkontrollen an der Schweitzer Grenze , die dem Ziel dienten , der Geldwäscherei ein wenig beizukommen, jede Menge Leute mit unversteuertem Schwarzgeld herausfischte, wurde die ganze Aktion von oberster Stelle lt. einem Report -Bericht aus dem vergangenen Jahr abgebrochen.

Oder was tut die Politik gegen die EU-Spesenbetrüger, womit sich schon mehrfach Politmagazine beschäftigten.
Oder die Millionen-Subventionen, die sich Turn und Taxi jährlich einstreicht.

Sorry, aber vor diesem Hintergrund kann ich es nicht verurteilen, wenn sich der eine oder andere Hartz IV-Empfänger was scharz dazu verdient, um zu überleben. Die Sätze orientieren sich an de Höhe von 1998 und jeder weiss, dass der Euro gerade in den alltäglichen Ausgaben die Kaufkraft halbierte.
Pervers und zynisch finde ich auch die Argumentation, dass zuweilen einige Löhne geringer als Hartz IV sind. Abgesehen davon, dass hiervon Betroffene auch zusätzlich zu ihrem Lohn Wohngeld beantragen können und zusätzlich Kindergeld erhalten, was bei Hartz IV voll angerechnet wird, kann es nicht sein, dass menschenunwürdige Sklavenlöhne übergieriger Konzernmanager bestimmend dafür sind, womit ein Mensch noch menschenwürdig leben darf. Einkünfte wie in Bangladesh und Mieten bald wie in London. Deutscher Michel, dein historisches Problem ist dein immerwährender Untertangeist. In Frankreich wäre diese Verar... nicht möglich. Und wenn die deutsche Gesellschaft meint, wie brauchen nur junge leute auf dem Arbeitsplatz und "handverlesene Chinesen und Inder" - so ein Zitat eines Wirschaftsprozeses in einem NTV-Interview Anfang d. J., dann muss die Gesellschaft für diesen unsäglichen mainstream auch zahlen und die ausgegrenzetne angemessen alimentieren.

Servus
Rainier
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isle



Anmeldedatum: 01.06.2006
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 02.06.2006, 10:28    Titel: Weitere Kürzungen bei Hartz IV

Das erstaunliche an der Sache ist doch offensichtlich, daß nun versucht wird die Diskussion auf die Spargeldebatte zu reduzieren. Als ob damit die Grundprobleme der Sockelarbeitslosigkeit gelöst werden können. Was hier gemacht wir ist m.E. eine Neiddebatte von oben anzuheizen. Was ist denn der Spargelanbau für eine mittelfristige Alternative für z.B. einen 52 jährigen Betriebswirt oder einen 45 jährigen Industriekaufmann. Ich meine ich hätte damit grundsätzlich kein Problem, aber kann ich damit langfristig meinen Unterhalt sicherstellen? Geschweige denn den Unterhalt einer Familie. Und was ist nach der Spargelsaison? Hier muß einfach mehr geschehen als reine Polemik. Ich finde Arbeit sollte dem Menschen Selbstbestätigung und Sicherheit geben. Und ich glaube immer noch fest an die Tatsache dasß der Mensch Arbeit braucht um sich in der Gesellschaft zu definieren. Ich bin seit 4 Monaten arbeitslos und ich fange so langsam schon an verrückt zu werden. Man merkt selbst wie schnell man aus dem gewohnten Lebenstrott rauskommt. Hier muß was geschehen. Aber das einzige was ich von der Agentur angeboten bekommen habe waren Job als Freiberufler für diverse Finanzoptimierer. Kein einziges sozialvers. pfl. Beschäftigungsverhältnis. Und ich bewerbe mich parallel auf viele Stellen. Mein eindruck ist das auf 1 vernünftige Stelle fast 300 Bewerbungen kommen. Und jetzt kann es sogar passieren das die mir die Leistungen ganz einstellen weil man nicht freiberuflich tätig sein möchte und kann. Was für eine verrückte Welt. Eigentlich bin ich auf dieses Land immer stolz gewesen. Sicherheit, Ausbildung, Wohlstand, Friede und nun scheint diese Gesellschaft vor einer unlösbaren Herausforderung zu stehen. Wo führt uns dieser Weg wohl hin?
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Behindy



Anmeldedatum: 20.11.2006
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 20.11.2006, 11:18    Titel:

Hallo,
Heisse Peter,bin 45 Jahre,Facharbeiter(Metall) seit 1993 Joblos,auch wegen schweren erkrankungen.Beziehe jetzt ALG2.

Ich höre immer kürzen!!
Es wurde und wird doch laufend gekürzt.
Allein der komplette wegfall der EINMALIGEN BEIHILFEN in der ehemaligen Sozialhilfe,ist dramatisch.
Die Gesundheitsreformen haben uns auch nur mehrkosten bescheert.
Die 19% Mehrwert kommen ja auch noch,von der Geldentwertung durch den EURO,und den Teuerungen der Lebensmittel,Strom,Gaspreise,etc. garnicht erst zu reden.

Allein das ich nun ,..obwohl ich eine befreiung habe,alle apopflichtigen medikamente SELBER KAUFEN muss,habe ich kosten im Monat allein an Arzneien satte 55.-Euro!!!

Ich muss wirklich abwägen,was wichtiger ist,Arznei oder gutes essen.

Hartz4 muss angehoben werden!
mindestens um 40.-Euro pro Person.
Damit allein die Inflation ausgeglichen wird.

Aber das wird nichts.

Was ich auch sehr schlimm finde,das wir auch noch als "dreck" behandelt werden.
Die Gesellschaft wurde durch die Medien (Print,TV) so gegen uns eingestimmt,das es der Judenhetze 1933 in nichts nachsteht,da wurde auch "Volksschädlinge" gebranntmarkt!

Wir haben schuld,wenn es den anderen schlecht geht!

Die Sozialkassen waren vor der Wende Proppevoll!!!
Kohl hat daher die vereinigung gänzlich aus den Sozialkassen bezahlt.

Also haben nur wir ARBEITER die vereinigung getragen!!
Die Wohlhabenden,die UNternehmer,etc.haben NICHTS gegeben,im gegenteil,dsie haben den OSTEN kaputt gemacht,und gutgehende Konzerne niedergestreckt!!!!

Sie haben millionen Menschen die existens beraubt.

WARUM???????? Bleibt das ungestraft?
WARUM???????? rafft sich keiner auf,und jagt sie alle aus den Ämtern??
WARUM??????? wird nur immer wieder gesagt: Wir können eh nichs tun??

WIR KÖNNEN,GEMEINSAM!!!

1 Mio Menschen würden reichen!!
1 Mio. menschen in berlin auf der STrasse,und alle bleiben sitzen,Wochenlang!!!

Soviele kann die Polizei nicht wegtragen!!!

Nur ind der MAsse sind wir stark!!

Die Politik weiss das,deswegen schürt sie Hass unter uns,und wiegelt ALG1er gegen 2er auf,Jung gegen Alt,Arbeiter gegen Joblose,etc.

Sind wir alle sooo dumm??
Ich habe heute keinerlei verständnis für die Leute,die immer noch sagen,man kann eh nichts machen!!

UNd ich hoffe sehr,das sich das noch ändert.

UND JA,..............ich glaube stark daran,das Europa in einem riesen Bürgerkrieg versinken wird.
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budniewski



Anmeldedatum: 07.04.2007
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 07.04.2007, 16:36    Titel: Guten tag

guten tag (sie müsen in ruhe lesen wall ich schreibe mit feler enschuldigun schön jets aber wann jemand will das lesen dan kann auch lesen )Ich bin 26 jare und habe familie mit 6 kinder 3 ist gemainsame und 3 ist meine stifkinder. mein mann ist 53 jhr allt und schwier krank mit tiferkrebs wie in moment auch leben von harts 4 wall ich kann nicht arbeiten gehen wall ich habe eine kleine kind und wegen mein mann. ist auch momente das ich gehe zum arbeitsamt und frage mach arbeits aber die mier zagen sie konnen nicht arbeiten gehen. und das finde ich nicht korekt wan will gehen arbeiten dan gibs keine aber we will nicht arbeiten der hat jeder menger angebot. mich hate so genau arbeitsamt abgezokt wo kann jets in monemt wie leben von 303 euro harts 4 geld und von kindergeld und von meine stifkinder halbweisenrente. und wie relich müsen geld susamen zin das wie haben was zum leben wall so wie jets in momment gehts das ist erlich absurd nichtamal so hale leute von 20 jahren gelebt wie jets das ist alles bedank nur dosch eiropa das alles ist so schlim wie jets oder nicht?

mit grüsen budniewski
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Turtle1972
Moderator


Anmeldedatum: 14.12.2005
Beiträge: 12308

BeitragVerfasst am: 07.04.2007, 18:49    Titel:

Also, ich habs versucht zu lesen und zu verstehen und bis zu 2/3 bin ich auch grad noch so durchgestiegen. Aber den letzten Absatz, da hört es bei mir auf, da spielt mein Gehirn meinen Augen wohl einen Streich oder umgedreht.

Was soll das Amt dir für Arbeit anbieten? Sollen sie einen Arbeitgeber zwingen, dich einzustellen? Meinst du, irgendein Arbeitgeber nimmt eine Frau mit 6 Kindern und einem schwerkranken Mann? Wie willst du das überhaupt machen?

Wodurch wurdest du abgezockt vom Amt? Das solltest du schonmal näher begründen, wenn du solche Vorwürfe erhebst. Ansonsten tröstet dich vielleich die Tatsche, dass auch viele andere Familien auf dem Niveau HartzIV leben und überleben. Denen geht es auch nicht schlechter oder besser als euch, vielleicht von der Gesundheit mal abgesehen.

Aber das mit "und wie relich müsen geld susamen zin das wie haben was zum leben wall so wie jets in momment gehts das ist erlich absurd nichtamal so hale leute von 20 jahren gelebt wie jets das ist alles bedank nur dosch eiropa das alles ist so schlim wie jets oder nicht?"
solltest du doch mal ins deutsche übersetzen. Auch mit viel Willen und fünfmal lesen: Ich verstehe keinen Ton.

Turtle
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top-av



Anmeldedatum: 07.04.2007
Beiträge: 5
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 07.04.2007, 23:09    Titel: Ein Beitrag zum Nachdenken

Guten Abend,

ich bin privater Arbeitsvermittler und habe einige Beiträge in dem Forum mit Interesse gelesen- spiegelt es doch die von uns alltäglich erlebte Praxis wider. Sowohl seitens der Betroffenen AlG II-Empfänger (den Namen Hartz mag ich nicht erwähnen...) als auch von seiten der FM. Dies veranlasst mich, die allgemeine "Depression" einmal mit unseren Erfahrungen und Fakten zu verknüpfen.

Vorsorglich weise ich ausdrücklich darauf hin, dass ich nicht verallgemeinern möchte.

Fakten aus unserem Alltag:

[list]1. Wir haben im Hamburger Raum und Umland rund über 200 Stellen in Einzelhandel und Gastronomie zu besetzen- ohne hohe Anforderungen.

2. Diese schreiben wir in allen gängigen Stellenportalen aus. (VAM der Bundesagentur inkl. Kooperationspartner, rekruter.de uswusf.)

3. Trotz über 10 prozentiger Arbeitslosigkeit auch in Hamburg lassen sich diese mit Händeringen nur zu einem verschwindend geringen Prozentsatz besetzen.[/list:u]
Wie kommt das?

Weitere Fakten:

[list]- ein Großteil der Bewerbungen -etwa 95 %- geht so ein, dass ein Arbeitgeber ihnen keinerlei weitere Beachtung schenken würde- mit Recht.
- nach Hinweisen auf Mängel beginnt ein zähes Ringen um das Nachreichen fehlender Unterlagen.
- von 100 vereinbarten Vorstellungsgesprächen erscheinen etwa 50 % der Eingeladenen- wenn wir Glück haben. Bei schönem oder Regenwetter kann es auch schon einmal passieren, dass wir trotz vollen Kalenders tagelang keinen Bewerber zu Gesicht bekommen (so geschehen im Traumsommer des letzten Jahres-vor diesem grault`s mir schon)
- von den erscheinenden Bewerbern strahlt ein Großteil eine derartige Motivation aus und argumentiert so, dass offensichtlich ist, dass Sie nur ihre Sollquote gegenüber dem Leistungsträger erfüllen- aber nicht arbeiten- wollen
- von den verbleibenden 25 sind dann 3-5 vermittelbar
- der Phantasie in den Begründungen warum mehrere vorgeschlagene Stellen nicht angenommen werden können sind keine Grenzen gesetzt[/list:u]
Fazit für mich:

[b]Von 100 AlG-II-Empfängern, mit denen wir Kontakt haben, geht es 75 trotz aller Klagen noch gut genug, um gute Stellenangebote abzulehnen[/b]

Zu gut?

Für diejenigen, die arbeiten wollen, aber über den Vermittlungsgutschein nicht vermittelbar sind, würden wir gerne mehr tun. Nur ist es leider so, dass es in der Natur der gesetzlichen Modalitäten des VGS liegt, dass dies aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht machbar ist. Denn bezahlt wird nach Vermittllung. Woher aber arbeitswillige, motivierte Bewerber in ausreichender Anzahl nehmen?

Aufgrund der vorgenannten Fakten habe ich meine eigene Meinung zu dieser Thematik. Bei Dauerbeziehern sollten Sanktionen, die von gesetzlicher Seite ja machbar sind, auch umgesetzt werden. Mit welchem Recht lehnt ein AlG2- Empfänger (wie gesagt nicht im Einzelfall) mehrere Stellen ab, bei denen es um unbefristete Arbeitsverhältnisse geht und etwa ab 1000,- Euro Netto zu verdienen sind? Hier wäre eine absolute Sperre über einen schmerzhaften Zeitraum angesagt.

Fakt ist auch: Die Mentalität, staatliche Leistungen vor Eigenleistung zu stellen ist fatal. Für die Gesellschaft und das eigene Selbstvertrauen. Leider ist dies aber oftmals der Fall. Jeder jammert wo gekürzt und kontrolliert wird, aber die Motivation [b]selbst[/b] den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten ist in der Masse sehr gering.

Die Angst vor weiteren Kürzungen sollte nicht lähmen, sondern zum Aufbruch animieren...

Macht Euch also nicht so viele Gedanken, wo gekürzt wird und welche Auswirkungen dies hat, sondern eher darum, wie Ihr diese vermeiden könnt. AlG 2 ist nicht als Dauerbezug gedacht, sondern für den Notfall.

Fazit aus unserer Praxis: Das hier zur Diskussion stehende Optimierungsgesetz geht in vielen Fällen noch nicht weit genug.

Das mag sich für Betroffene provokant anhören, aber die aufgeführten Fakten sprechen für sich...

Frohe Ostern aus Hamburg
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Peter Karkowsky



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Beiträge: 209
Wohnort: 31812 Bad Pyrmont

BeitragVerfasst am: 07.04.2007, 23:27    Titel: Guten Tag

Ich habe zumindest verstanden, daß Du und Deine Familie finanzielle Leistungen von der Behörde bekommt, also Hartz IV , Alg2 oder SGB II Leistungen = verschiedene Namen für eine Leistung.
Dass die LEISTUNG grundsätzlich zu gering ist, darüber gibt es wohl keinen vernünftigen Zweifel. Umso verständlicher der Wunsch, durch Arbeit Geld zu verdienen. Nur, bei 6 Kindern ist das schwer bis unmöglich. Die offensichtlich schlechten Deutschkenntnisse kommen erschwerend hinzu.
Nur, wenn Du und Deine Familie nur 303,00 € Hartz IV-Leistungen erhalten solltet, habt ihr andere Einnahmen, wie Krankengeld, Halbwaisenrente und Kindergeld sicherlich sowieso.
Der Anspruch bei 8 Personen dürfte sich auf mindestens 1800,00 - 2.200,00 € (je nach Alter der Kinder ) belaufen und die Miete zusätzlich.
Ich kenne 8 Personen - Familien ( Bedarfsgemeinschaften ) mit einem monatlichen Bedarf von 3.120,00 €.
Abgezogen werden natürlich alle Einkünfte.
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Peter Karkowsky



Anmeldedatum: 03.02.2007
Beiträge: 209
Wohnort: 31812 Bad Pyrmont

BeitragVerfasst am: 08.04.2007, 00:37    Titel: Beitrag zum Nachdenken

Guten Abend,

Ein weites Feld, ein gesellschaftspolitisches Problem - keine wiklichen
Lösungen machbar = einfach Realität.

Zynisch wird schon einmal gefragt, ob es tatsächlich das vorrangige Interesse eines behördlichen Arbeitsvermittler sein kann, der 300 - 400 Arbeitssuchende / Arbeitslose betreut, a l l e in Arbeit zu vermitteln. Der bringt sich doch nichzt selbst um seinen Job.

Nichts gegen 1000 € Nettoentgelt - aber da fängt es doch schon an.
Um eine Familie zu gründen, ernähren, kleine Extras, ist es zu wenig.
Gastronomie - die Arbeitszeiten - nicht immer gefragt.
Gerade die Hamburger Gastronomie ist in den letzten Wochen mit den teilweise angebotenen "Hungerlöhnen"in die Schlagzeilen geraten. Einzelfälle - gewiss.
Habe gerade in einem anderen Beitrag von SGB II - Leistungen oberhalb der 3.000,00 € - Grenze/Monat geschrieben - 8 Personen.
Aber selbst bei Familien bestehend aus 3 - 4 Personen liegt die staatliche Transferleistung bei monatlich 1.600,00 - 1.800,00 €. Wo bitte soll da flächendeckend eine gesteigerte Motivation herkommen 1000,00 € netto zu verdienen - und gleichzeitig weiter am Tropf der Behörde mit den aufstockenden SGB II Leistungen zu hängen.

Mein Fazit nach über zwei Jahren "Begleitung" von Hilfebedürftigen: Mit Moral kommt man nicht weiter. Sanktionen der Behörde werden hingenommen oder Anwälte der Betroffenen bemühen sich, diese Sanktionen aufzuheben. Ich jedenfalls hinterfrage schon lange nicht mehr, weshalb der Eine arbeiten möchte, der andere lieber -noch- nicht.
Jeder hat irgendwelche Gründe ob gute Gründe wer mag es beurteilen.

"Hartz I - IV" sind noch keine wirklich ausgereiften Gesetze, die Nachbesserungen = "Optimierungen" zeigen das auf. Die staatlichen
Ausgaben weit höher als erwartet belegen das.
Alg 2 oder SGB II Leistung war möglicherweise die richtige Wortwahl, um die Hemmschwelle der Antragstellung herunterzusetzen. "Staatliche Fürosorge" oder die gute alte "Sozalhilfe" , was es bei Licht besehen auch ist, hätte die Hemmschwelle höher gehalten, sagen Insider.

Die ausführenden Behörden = ARGEN / JobCenter sind mit einer unzureichenden Software, mehrfach nachgebessert, und vielfach überforderten Mitarbeitern so schlecht ausgestattet, daß 7-8 von 10 überprüften Leistungsbescheiden unzutreffend sind; die Widerspruchsflut die Behörden an die Grenzen bringt. Hartz IV ist deshalb - auch - mittelstandsfördernd - weil zahlreiche Berater, Anwälte und private Arbeitsvermittler - die Behörde vermittelt wegen der Ausschöpfung der Kapazitäten in anderen Bereichen noch immer zu wenig - von diesem Defizit profitieren.
Die wahren Gewinner sind bei Hartz IV in jedem Fall jene Juristen, die als Richter an den Sozialgerichten wegen der Prozeßflut eingestellt wurden (ca. 25 neue Richterstellen pro Sozialgericht).

Wie eingangs gesagt, Realität in unserem Lande, Änderungen nicht in Sicht, also das Unabänderliche hinnehmen wie die endlos langen Schlangen beim Lebensmitteldicounter - und das Beste daraus machen.
In diesem Sinne , schöne Feiertage.

Grup
P.K.
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