Hartz IV überschattet die BA-Statistik

Die BA (Bundesagentur für Arbeit) hat neue Zahlen genannt. Es gibt weniger als drei Millionen Arbeitslose in Deutschland im Monat Mai 2011. Die wachsende Wirtschaft sorgt für eine steigende Nachfrage nach Arbeitskräften. Die meisten der Menschen, die jetzt noch arbeitslos sind, sind solche, die schwer vermittelbar sind (Schlagwort: Langzeitarbeitslose). Fast drei Viertel von Ihnen beziehen Hartz IV Leistungen.
Im Mai 2010 gab es eine viertel Million mehr Arbeitslose in Deutschland, im April 2011 gut 100.000 mehr. Auf 7 Prozent sank damit die Arbeitslosenquote. Erst für Ende des Jahres ist ein Anstieg auf über drei Millionen wahrscheinlich bzw. möglich, saisonbedingt. Auf das gesamte Jahr 2011 bezogen wird eine Arbeitslosigkeit von 2,9 Millionen erwartet.
Letztmalig war es im November letzten Jahres, als weniger als drei Millionen Menschen ohne Job waren, in einem Mai allerdings war es letztmalig 1992 der Fall.
Das Aufwärtsstreben der Konjunktur wird als Hauptgrund für den Rückgang der Arbeitslosenzahlen genannt. Im März 2011 gab es 28 Millionen sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen, fast 700.000 mehr als  vor einem Jahr. Die Vollzeitbeschäftigung wuchs um zwei Prozent, die Teilzeitbeschäftigung um 4,7 Prozent.
Teilzeitbeschäftigung gäbe es besonders in den Sozial-, Erziehungs- und Gesundheitsbranchen.

Die Statistik ist allerdings nur eine Statistik. Sie gibt den Blick nicht au das Ganze frei. Diejenigen Arbeitslosen, die arbeitsmarktpolitische Fördermaßnahmen absolvieren oder sogenannte Arbeitsgelegenheiten haben oder über 58 Jahre alt sind, tauchen in der BA-Statistik nicht auf. Erfasst man auch sie, so wächst die Zahl der Arbeitslosen auf etwa 4,2 Millionen. Diese Zahl ist aber ebenfalls im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Damals lag sie bei 4,7 Millionen.
Fast drei Viertel der Arbeitslosen sind Hartz-IV-Bezieher. Diese Langzeitarbeitslosen haben es auch in Zeiten eines Wirtschaftsbooms sehr schwer, eine Arbeitsstelle zu erhalten. Sie haben oft keine Ausbildung, Arbeits- oder Berufserfahrung oder als Alleinerziehende keine Möglichkeit, ihre Kinder betreuen zu lassen.
Die Arbeitsministerin machte in diesem Zusammen auf das Erfordernis aufmerksam, Frauen, Ältere und junge Menschen mit Problemen beim Übergang von der Schule in Beschäftigung in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Von den Gewerkschaften wird der Sparzwang der BA, die das Arbeitsministerium verordnet hat, kritisiert.  Es sollen ungefähr acht Mrd. Euro bis 2015 eingespart werden. Durch die Kürzung der arbeitsmarktpolitischen Fördermittel seien in den ersten fünf Monaten 2011 ein Drittel weniger Arbeitslose gefördert werden als im gleichen Monat des Vorjahres, obwohl die Arbeitslosenquote der Menschen ohne Berufsabschluss bei ca. 20 Prozent liege.
Mit der Kürzung der Arbeitsmarktförderung würden Hartz IV Empfänger allein gelassen, kommentierten die Grünen.
Selbst die Arbeitgeber sind unzufrieden mit dem Sparen, dessen Ursache darin liegt, dass der Bund der BA pro Jahr etwa vier Milliarden Euro an Mehrwertsteuermitteln weniger überweist.  Sie sehen die Gefahr von Beitragserhöhungen zur Arbeitslosenversicherung.

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