Ärger beim 450 Euro Job

    • Ärger beim 450 Euro Job

      Hallo zusammen, ich bin neu im Forum und hoffe jemand kann mir hier weiter helfen. Mitte Januar habe ich einen 450 Euro Job angenommen. Ich habe 2 Tage die Woche gearbeitet im Wechsel mit einer Kollegin. Wenn diese im Urlaub war, habe ich ihre Tage übernommen, also 5 Tage gearbeitet. Das war so vereinbart und auch kein Problem für mich. Es handelte sich übrigens dabei um eine Praxis. Obwohl meine Chefin und Kollegin mit meiner Arbeit sehr zufrieden waren, habe ich zum 30.09. gekündigt, da mir einige Dinge nicht gefallen haben. Jetzt haben wir Unstimmigkeiten bzgl. der Urlaubstage. Wenn ich in Urlaub ging und die Praxis geschlossen war, mußte ich Urlaubstage abgeben. Das ist klar. Aber es kam auch vor, dass meine Chefin "Urlaub" gemacht hat und wir zwar kommen mußten, aber statt 4 Std. nur 1,5 Std. Dafür mußten wir allerdings auch einen Urlaubstag abgeben und die 1,5 Std. wurden als Überstunden gerechnet. Mich macht das alles etwas konfus, da ich diese Regelung nicht kenne und gerne wissen möchte, ob dies so richtig ist. Ich kenne nur die Regelung, dass man ja trotzdem arbeitet. Wenn meine Chefin es verlangt hätte, wäre ich trotzdem ja die üblichen 4 Std. geblieben. Die ganze Urlaubsregelung ist dermaßen verwohren, dass ich jetzt überhaupt nicht mehr weiß, wieviel Urlaub ich habe oder nicht. Insgesamt habe ich 4 Wochen an 5 Tagen gearbeitet. Nach meiner letzten Unterhaltung mit meiner Chefin kam raus, dass ich wohl noch 8 Tage Urlaubsanspruch habe. Diese 8 Tage habe ich beansprucht und somit im September nicht mehr gearbeitet. Jetzt hat sie mir bis jetzt noch kein Gehalt für September gezahlt, weil ich angeblich gar keinen Urlaub mehr gehabt habe. Ich bin aber bisher davon ausgegangen. Sie hat mir also gar keine Möglichkeit gegeben im September noch zu arbeiten oder die Angelegenheit zu klären, sondern stillschweigend die Zeit abgewartet. Jetzt weiß ich gar nicht, wo ich Hilfe bekommen kann und hoffe mir kann hier einer helfen. Vielen Dank bereits im voraus.
      LG Andrea ?( :(
    • Einfache Sache, hast du schriftlich das du für September den Urlaub genehmigt bekommen hast?

      Nächste Frage, hast du schriftlich das du beim spontanen Urlaub der Chefin Urlaub nehmen solltest bzw. anstelle der vollen Arbeitszeit die Überstunden geschrieben wurden und du dann Urlaub nehmen musstest?



      Das alles brauchst du, um nachzuweisen das du a) noch ausstehenden Urlaub beanspruchen konnstest und b) mit der schriftlichen Genehmigung des Urlaubes hast du ein Anspruch auf Lohnfortzahlung, da deine Chefin dir das genehmigt hatte.

      Du scheinst auf eine sehr hemdsärmliche Vorgehensweise was Urlaubs- und Freizeitregelungen betrifft hereingefallen zu sein.
    • Danke für eure Antworten. Tatsache ist, das in dieser Praxis alles sehr undurchsichtig läuft und Angaben erst zu spät oder gar nicht erfolgen. Ein Grund, warum ich auch für Ende September gekündigt habe. Schriftlich habe ich natürlich nichts, außer das wir unsere Urlaubstage und Überstunden in ein Heft schreiben und dies dann verrechnet wird. Die gefühlten 100 Mal die ich jetzt mit meiner Exchefin darüber diskutiert habe, wie die Überstunden und die Tage meines Urlaubs verechnet werden, hat mich nicht weiter gebracht. Ich halte mich nicht für dumm, aber so eine Art der "Verrechnung" habe ich noch nie erlebt.

      Laut ihrer Rechnung habe ich 2 Tage im minus. Ich komme immer noch nicht dahinter wie sie darauf kommt, aber seis drum. Diese 2 Tage hätte ich während der Arbeitszeit meiner Kollegin oder in meinem Urlaub abarbeiten müssen. Heißt lt. ihrer Rechnung hätte ich keine 8 Tage Resturlaub gehabt, sondern nur noch 6 Tage.

      Ich bin allerdings bisher davon ausgegangen das die 8 Tage (die ich jetzt auch genommen habe) so in Ordnung gingen, ansonsten wäre ich noch 2 Tage arbeiten gegangen. Dies wurde mir aber erst am letzten Tag und nur dadurch das ich mehrmals versucht habe sie zu erreichen, gesagt. So hatte ich natürlich keine Möglichkeit mehr, diese 2 Tage auch noch zu arbeiten.

      Diese Tage hat sie mir jetzt natürlich vom Gehalt abgezogen. Ich bin nur froh, jetzt nicht mehr dort zu sein und soll sie sich doch damit einen schönen Tag machen. Für mich ist das erst einmal erledigt und ich habe Lehrgeld bezahlt und bin für eine Erfahrung reicher..... X(
    • Vom Grunde her hast Du bei 2 Tagen die Woche Arbeitszeit insgesamt 8 Arbeitstage Urlaub, also 4 Wochen im Jahr. Evtl. mehr, falls mehr Urlaubswochen im Arbeitsvertrag stehen. Falls Du mehr als 2 Tage die Woche real arbeitest, wird es etwas komplizierter. Das könnte über das, was ein Forum leisten kann, hinausgehen.


      Ansonsten:
      Das nachträgliche Verrechnen als Urlaubstage ist möglicherweise rechtlich problematisch, generell muss Urlaub auch erst einmal beantragt werden, bevor die Tage als Urlaub verrechnet werden können.

      Klage beim Arbeitsgericht auf den Restlohn ist recht leicht eingereicht, die Geschäftsstelle muss beim formulieren helfen.

      Mit einem Urlaubsheft und wildem Verrechnen kann es sein, dass Deine Chefin aufläuft. Wichtiger noch: die paar hundert Euro sind einem normal denkenden Geschäftsmenschen normalerweise den Aufwand nicht wert. Die Zeit vor Gericht und die Vorfinanzierung der Anwaltskosten samt Prozessrisiko sind die Sache im Regelfall nicht wert.