Schuldentilgung vor Harz4 Antragstellung?

    • Schuldentilgung vor Harz4 Antragstellung?

      Hallo,

      ich habe mir vor Jahren Geld von meiner Mutter geliehen und zwar in Teilbeträgen, so dass sich ein größerere Teilbetrag angesammelt hat. Es war von Beginn an ein zinsloses Darlehen und ich konnte diese Schuld in Teilbeträgen zurückbezahlen wie ich eben konnte, ohne eine zeitliche Festlegung. Ich habe nachweislich auch einen größeren Betrag zurückbezahlt, der Rest ist aber immer noch offen. Desweiteren kommt hinzu, dass ich über ein Aktiendepot verfüge, welcher momentaner Wert ausreichen dürfte, die gesammten Restschulden an meine Mutter zurück zu bezahlen.

      Der weitere Sachverhalt ist der, dass ich wohl demnächst einen Harz 4 Antrag stellen muss. Meine Frage lautet wie folgt: Ist es richtig, dass ich von dem momentanen Wert des Aktiendepots, einen Freibetrag abziehen darf und von dem verbliebenen Betrag des Aktiendepots, auch noch die offene Schuld an meine Mutter begleichen kann, ohne dass ich mit dem Arbeitsamt in Konflikt gerate. Denn, das geliehene Geld ist keine Schenkung und meine Mutter erwartet es wieder zurück, denn ich habe ja noch Geschwister, denen auch davon etwas zusteht. Da aber die Gefahr besteht, dass ich demnächst Harz4 Antragsteller bin und mein Vermögen, also auch mein Aktiendepot aufgebraucht werden muss, bevor ich Leistungen beziehe, macht sie sich natürlich sorgen über die Rückzahlung meiner Schulden an sie zurück.

      Ist es also möglich, bevor ich den Antrag auf Harz 4 stelle, von meinen Aktiendepot den mit zustehenden Freibetrag abzuziehen, (also Aktien in Höhen des Freibetrages nicht veräußere) und die übrigen Aktien verkaufe, um die Schuld an meine Mutter zu begleichen? In diesem Fall würden im Aktiendepot nur Aktien übrig bleiben, die in etwa dem Wert des Freibetrages entsprechen. Kann man von mir verlangen, auch diesen "Notgroschen" vorher aufzubrauchen, bevor ich Leistungen beziehen kann?

      Besten Dank für einen richtigen Hinweis bzw. Erklärung, wie man das im Rahmen des Gesetzes lösen kann. :/
    • Ich weiß nicht, wie weit vorausschauend Du bist, also was Du unter 'demnächst' verstehst.

      Aber völlig unabhängig von einer eventuellen Problematik mit dem Jobcenter (nicht Arbeitsamt!):
      Einerseits Schulden zu haben, und andererseits ein Vermögen zu verwalten, das macht, zumindest im Privatbereich, recht wenig Sinn.

      Spätestens wenn Du Dritten gegenüber nachweispflichtig wirst, führt es zu Problemen.
      Bevor die Aktien aus welchen Gründen auch immer vielleicht in den Keller fallen, würde ich auf jeden Fall dazu raten, die Schuld bei der Mutter auszugleichen.
    • Richtig. Vor Erstantragstellung Schulden bezahlen. Vielleicht könnte es aber Nachfragen geben, wofür denn die Schulden gemacht wurden, die nun beglichen wurden. I.d.R. sollte man nach Begleichen der Schulden noch 3 Monate warten mit der Antragstellung. Das ist nämlich die Zeit, für die i.d.R. die Kontoauszüge vor Antragstellung eingereicht werden müssen.

      Ein Antrag im SGB II greift auf den 1. des Monats zurück, in dem der Antrag gestellt wird.

      Restbetrag ist Vermögen. Da gibt es Vermögensfreibeträge s. § 12 SGB II
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