Vater verweigert Unterhalt

    • Vater verweigert Unterhalt

      Hallo zusammen,

      nachdem sich mein "noch Ehemann" nicht mehr um seine Kinder kümmert, hat er mir nun mitgeteilt, daß er keinen Unterhalt mehr zahlen will. Er ist berufstätig und dazu in der Lage.
      Ich weiß, daß ich den Unterhalt einklagen kann und sicher auch Recht bekomme, aber da vergehen ja sicherlich ein paar Wochen. Was kann ich in der Zwischenzeit tun? Meine Kinder sind 12 und 10 Jahre alt, ich kann also nur für eins Unterhaltsvorschuss beantragen. Mein Mann muss 609 € monatlich für die Kinder zahlen, die Differenz ist für mich zu groß, das schaffe ich nicht. Hilft das JC solang weiter ?

      Schonmal Danke !!
    • Falls das Problem noch aktuell sein sollte: Ab 01.01.2017 werden die Einschränkungen beim Unterhaltsvorschuss fallen. Zahlt der Partner nicht, gibt es Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz (UVG) bis 18 Jahre und auch die bisherige Höchstleistungsdauer von 72 Monaten entfällt. Da das Gesetz sehr kurzfristig in Kraft tritt, werden die zuständigen Ämter wohl "überrannt" werden. Längere Bearbeitungszeiten werden die Folge sein.
    • Daß die Begrenzung für die Bezugsdauer weitestgehend aufgehoben wird, das ist einmal ein Schritt in die richtige Richtung.

      Naja, und dann müßte man bei zahlungsunwilligen Unterhaltsschuldnern das Inkasso verschärfen. Könnte man also so gestalten:

      Bei ALG II Bezug der Unterhaltsberechtigten sollte man es so gestalten, als daß der Unterhalt grundsätzlich kraft Gesetzes an das JC abgetreten ist. Die entlastende Zahlung des Unterhaltschuldners kann demnach ausschließlich an das JC erfolgen. Ferner kann das JC z.B. einen Eintag in der Schufa veranlassen und beim Unterhaltsschuldner (auch wenn der nicht im ALG II - Bezug ist) eine Pfändung bewirken.

      Dafür wird es im ALG II nicht angerechnet. Hat die Unterhaltsberechtigte Einkommen und besteht lediglich ergänzend Anspruch auf ALG II, beschränkt sich die Inkassobefugnis des JC auf die Höhe der erbrachten Sozialleistung.
      Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:
    • Ergänzend noch angemerkt: Auch wenn kein JC im Spiel ist, das Jugendamt wird sich schon darum kümmen. Das ist ja jetzt schon der Fall. Grundsätzlich kann eine konsequentere Gangart gegen über den Unterhaltsschuldnern, so sie zahlungsungsunwillig, nur empfohlen werden.

      Schwieriger gestaltet sich da die Politik der Behörde gegenüber zahlungsunfähigen Schuldnern. Hier kann nur über eine erhöhte Obliegenheit zur Erzielung von Einkünften agiert werden.
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    • Spejbl schrieb:

      Daß die Begrenzung für die Bezugsdauer weitestgehend aufgehoben wird, das ist einmal ein Schritt in die richtige Richtung.

      Naja, und dann müßte man bei zahlungsunwilligen Unterhaltsschuldnern das Inkasso verschärfen. Könnte man also so gestalten:

      Bei ALG II Bezug der Unterhaltsberechtigten sollte man es so gestalten, als daß der Unterhalt grundsätzlich kraft Gesetzes an das JC abgetreten ist. Die entlastende Zahlung des Unterhaltschuldners kann demnach ausschließlich an das JC erfolgen. Ferner kann das JC z.B. einen Eintag in der Schufa veranlassen und beim Unterhaltsschuldner (auch wenn der nicht im ALG II - Bezug ist) eine Pfändung bewirken.

      Dafür wird es im ALG II nicht angerechnet. Hat die Unterhaltsberechtigte Einkommen und besteht lediglich ergänzend Anspruch auf ALG II, beschränkt sich die Inkassobefugnis des JC auf die Höhe der erbrachten Sozialleistung.
      Das ist bereits so, bis auf die Schufa-Eintragung.
      Wie stark die einzelnen Jobcenter das umsetzen ist allerdings sehr unterschiedlich und das zentrale "Unterhaltsinkasso" der Bundesagentur in Recklinghausen ist bisher auch noch nicht so dolle...
    • Nach aktuellem Stand der Dinge wird die Änderung des Unterhaltsvorschussgesetz eher nicht zum 01.01.2017 erfolgen können. Die Finanzierung ist nach wie vor unklar und ebenso sind die Städte und Gemeinden personell gar nicht in der Lage, den zu erwartenden Ansturm der Neuanträge zu bewältigen. Realistischer scheint der Termin 01.07.2017 zu sein. Sinnvoll wäre es auch, dass Familien, die eh schon Sozialhilfeleistungen beziehen, gar keinen Unterhaltsvorschuss bekommen. Es macht wenig Sinn, Unterhaltsvorschuss zu zahlen und dafür dann die Sozialhilfe zu kürzen. Allerdings lassen sich Kinder, die Unterhaltsvorschuss und Kindergeld erhalten, rechnerisch "aus der Armut befreien".

      Auch wenn die gesamte Bedarfsgemeinschaft weiter Sozialhilfe/ALG 2 erhält, kann man dann behaupten, dass einige Kinder rechnerisch gar nicht individuell hilfsbedürftig sind und somit die Kinderarmut wirksam reduziert wird.
    • Ich finde im Gegenzug das es sehr wohl Sinn macht.
      Sozialhilfe ist dafür da das Loch abzufedern wenn niemand anderer in der Pflicht ist.
      Bei Unterhaltspflichten Kindern sind das aber immer noch die Eltern.
      So gibt es immerhin die Möglichkeit das sich der Staat das Geld irgendwann mal vom Unterhaltspflichtigen holen kann......
      also einfach von Haus aus für unwillige Eltern in die Bresche zu springen.
      Das Vergleichen ist das Ende des Glücks
      und der Anfang der Unzufriedenheit.
    • Nun scheint es amtlich zu sein: Der Unterhaltsvorschuss kommt ab 01.07.2017 auch für Kinder im Alter von 12 bis 17 und die Höchstbezugsdauer von max. 72 Monaten wird aufgehoben. Alleinerziehende im Bezug von Leistungen nach SGB II erhalten für ihr Kind aber nur dann Unterhaltsvorschuss, wenn das Elternteil mind. 600,--EUR/Monat Erwerbseinkommen erzielt. Wie sich eigenes Einkommen des Kindes (z. B. Ausbildungsvergütung, Aushilfsjob) auf den Unterhaltsvorschuss auswirkt ist noch unklar.
    • Naja es nimmt die Eltern weiter raus aus ihrer Verantwortung für ihre Kinder.

      Schließlich haben sich die Eltern zur Zeugung des Kindes entschlossen und nicht der Staat und in der Regel konnte auch die Mutter schon bei der Zeugung absehen,
      dass der Vater zukünftig nicht großartig zum Unterhalt beitragen würde.

      Erst nimmt man die Erziehungsverantwortung (krippe, Kindergarten, Ganztagsschule) dann die finanzielle, mal sehen was als nächstes kommt.

      Wir werden wirklich immer mehr zum Nanny Staat.
    • Stimmt schon. Doch, vertritt man wertkonservative Positionen, kann es schon passieren, daß der Mainstream einen Shitstorm oganisiert. Da steht man dann schon mal gaaanz schnell in der Rechten Ecke.

      yamato schrieb:

      Erst nimmt man die Erziehungsverantwortung (krippe, Kindergarten, Ganztagsschule) dann die finanzielle, mal sehen was als nächstes kommt.
      Naja, wie das endet? Haben wir in Deutschland, im 20. JH gesehen.
      Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:
    • yamato schrieb:

      Erst nimmt man die Erziehungsverantwortung (krippe, Kindergarten, Ganztagsschule) dann die finanzielle, mal sehen was als nächstes kommt.
      Das ist mir etwas zu negativ aufgestellt. Für Eltern, die von sich aus ihre Erziehungsverantwortung ernst nehmen, stellen Betreuungseinrichtungen eine Ergänzung dar, da wird keine Verantwortung abgegeben. Für Kinder von Eltern, die das nicht können oder wollen, ist das aber die einzige Chance, noch irgendwie mit Schritt halten zu können.

      yamato schrieb:

      Schließlich haben sich die Eltern zur Zeugung des Kindes entschlossen und nicht der Staat und in der Regel konnte auch die Mutter schon bei der Zeugung absehen,
      dass der Vater zukünftig nicht großartig zum Unterhalt beitragen würde.
      Wobei für mich aber auch nicht nachvollziehbar ist, dass Mütter mit dieser finanziellen Verantwortung von vorne herein erst mal 3 Jahre lang überhaupt nichts zu tun haben. Damit wird es den "Falschen" zu leicht gemacht. Es ist verkehrt rum gedacht, wenn man ein Kind als Grund dafür ansieht, die eigene Zukunft 3 Jahre lang, mit weiteren Kindern entsprechend länger, auf Eis legen zu können. Hier wäre m.E. eine Kombi aus Fördern und Fordern sinnvoller.