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| Schulden - Schuldnerberatung - Überschuldung - Privatinsolvenz Weg mit den Schulden! Fragen rund um das Thema Überschuldung und Schuldnerberatung. Hier können Sie sich austauschen und Tipps zum Thema Schulden, Haushaltsplanung und Privatinsolvenz erhalten. |
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#11
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| Hallo Chris, Deine Aufregung kann ich nachvollziehen. Es ist sehr bedauerlich, dass DU erst jetzt in die Geschichte Deiner Eltern involviert worden bist. Leider nämlich zu spät. Aus all dem, was Du hier schreibst, entnehme ich, dass Du Dich für Deine Eltern einbringen willst. Und das wird auch höchste Zeit. Auf der rein sachlichen Schiene muss ich allerdings direkt Einhalt gebieten, denn Dein Frust und Dein emotionales Aufbegehren ist zwar verdammt verständlich – Du solltest und darfst Dich allerdings davon nicht weiterhin leiten lassen. Dass Deine Eltern ziemlich unverschuldet in die Schuldenfalle getapst sind, das wollen wir jetzt einfach mal so stehen lassen. Dass sie dann allerdings die Sache dermaßen haben schleifen lassen, dass es mittlerweile sogar bis zur ’Taschenpfändung’ zu kommen scheint, kann ich persönlich mit nichts entschuldigen. Okay, Deine Mutter ist gesundheitlich ziemlich angeschlagen, das mag u.a. als Erklärung dienen, aber keinesfalls als Entschuldigung. Sie hätte, wenn schon ihr Mann nicht dazu fähig ist, Dich längst ins Boot holen müssen. An der Vorgehensweise des Gerichtsvollziehers ist – aus neutraler Sicht – nichts auszusetzen. Im Gegenteil: Ich wünschte mir eigentlich mehr von der Sorte, die beispielsweise auch Samstags Einsatz zeigen. Das mag für Dich hart klingen, weil Du – indirekt – Benachteiligter bist. Man muss aber ehrlicherseits auch mal von der anderen Seite blicken können. So, jetzt noch mal zu Euch: Es ist mir völlig unverständlich, wieso Deine Eltern nicht längst auf P-Konto umgestellt haben oder sonst irgendetwas Gescheites unternommen haben. Denn die Sache läuft ja nicht erst seit vorgestern. Es bringt zwar niemanden weiter, hier mit Vorwürfen zu jonglieren, aber zur Zurechtrückung des Istzustandes ist dies schon notwendig. Bei allem Verständnis, aber wenn Du von Zitat:
Ach so: Warst Du persönlich anwesend, bei der heutigen Pfändung? Für mich ist dies wichtig zu wissen, um objektiv einschätzen zu können, inwieweit wirklich hier eine Existenz zerstört wird, und dann noch, wie Du schreibst, vorsätzlich. Ich würde vorschlagen, Du schläfst jetzt erst mal eine Nacht über das von mir Geschriebene, und unabhängig davon machst Du bei Deinen Eltern mal Tabularasa, bringst alles zusammen, was Du finden kannst, und dann meldest Du Dich noch mal, wie wir denn nun am besten vorgehen können, okay? Es geht nämlich nicht an, dass Schulden einfach dem lieben Gott überlassen werden. Es geht allerdings auch nicht an, dass Deine Eltern nun in eine Situation geschleudert werden, aus der sie sich niemals mehr erholen können. Du darfst versichert sein, dass der Staat jedem Mittel an die Hand gibt, um zu verhindern, dass sein Existenzminimum gefährdet wird. Man muss dieses Mittel halt allerdings auch einsetzen. |
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#12
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| @ Chris: Wie ich sehe, hattest Du noch nicht die Möglichkeit, meinen Beitrag abzurufen. Du bist vielleicht beschäftigt, Deine Eltern zu ’beruhigen’. Dein emotionaler Wutausbruch von gestern Nachmittag allerdings hat mich noch zu einigen nachdenklich stimmenden Worte veranlasst: Stell’ Dir vor, Du hast durch beruflich gute Einkommensverhältnisse die Möglichkeit gehabt, Dir beispielsweise 7 Tsd. Euro auf die hohe Kante zu legen. Dann kommt ein Bekannter, dem für ein ähnliches berufliches Weiterkommen grad ein passendes Auto fehlt, Du leihst ihm dazu Dein Geld. Irgendwann – Du willst eine Familie gründen – willst Du das Geld zurück. Der Bekannte bedauert, durch widrige Umstände sei das damals gekaufte Auto demoliert und sein Job ebenfalls, und nix ist beispielsweise mit geplanter Hochzeitsreise. Wenig später geht Ihr dann nochmals zu diesem Bekannten, Deine Frau entdeckt dort Handy, Computer Musikanlage etc., aber keine Anzeichen, irgendwie an Dein Geld zu kommen. Ich stelle mir grade die Unverständnis ausdrückenden Blicke Deiner Gattin vor… Anderes Beispiel: Du schreibst, dass Deine Eltern jetzt bspw. keinen Strom bezahlen können. Ja, mag ja sein. Aber warum soll der aktuelle Gläubiger damit einverstanden sein, dass Deine Eltern die dortigen Schulden nicht zurückzahlen, damit sie beim Energieversorger keine Schulden machen brauchen. Also ehrlich: wenn mir jemand Geld schuldet, dann lasse ich auch nicht die Ausrede zu: Geht nicht, ich muss erst andere Verbindlichkeiten begleichen. Abgesehen davon: Du wunderst Dich, dass die Bank Nägel mit Köpfen macht. Was glaubst Du, welche Nägel der Energieversorger einzuschlagen bereit ist, wenn er über langen Zeitraum hängen gelassen wird? Er wird sein Druckmittel (Stromabschaltung) ebenso nutzen wie der aktuelle Gläubiger (Gerichtsvollzieher) oder der Vermieter (Kündigung). Wohlgemerkt, alles erst, wenn alle gutmütigen Versuche ergebnislos geblieben sind. Und so ist es garantiert auch im vorliegenden Falle. Da ist also etliches bereits gelaufen – und auch etliches bereits an Kosten aufgelaufen – ehe der Geldeintreiber zu solch drastischen Maßnahmen greift. Glaube es mir. Deine Eingangsfrage hier im Thread nach Anrechnung unterhaltsberechtigter Personen lässt ein gewisses Maß an Naivität vermuten. Nicht von Dir, Chris, nein von Deinen Eltern, falls wirklich dort diese Frage aufgeworfen wurde. Die Frage der Pfändbarkeit von Einkommen stellt sich nur, wenn die Abtragung oder zumindest die ’Verwaltung’ der Schulden in geordneten Bahnen verläuft. Diese Bahnen können recht vielfältig sein. Ich vermute nach wie vor, dass Deine Eltern bislang keinerlei Weichen für diese Bahnen gestellt haben – dann bleibt es dem Gläubiger überlassen, diese Weichen nach eigenem Gutdünken zu stellen. Und ehe ich jetzt mit einem konkreten Vorschlag komme, wie vielleicht jetzt noch einige Weichenstellungen vorzunehmen sind, ja, da warte ich erst noch ab, was Du an Einzelheiten in dieser Sache noch herausfinden kannst, in dieser berühmten Schublade beispielsweise, wohinein Deine Eltern möglicherweise all das an Schriftgut verbannt haben, was sie in ihrer scheinbaren Ausweglosigkeit nicht hatten bearbeiten wollen. |
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