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| Sag deine Meinung zu Hartz IV und Co. Sie haben keine Frage, sondern wollen einfach Ihre Situation, ihre guten und schlechten Erlebnisse schildern (z.B. Besuch beim Amt, Vorstellungstermin, Krankenkasse usw.) - sachlich. |
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#1
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| Hallo liebe Gemeinde, ein vorheriges Thema (Arbeit lohnt sich nicht) hat meine Aufmerksamkeit geweckt... 10 Seiten lang daher nicht alles gelesen. Kurz zu meiner Person: Bin 48 Jahre alt, habe 2 Kinder (Gymnasium "stolz"), natürlich eine Frau und bin LKW-Fahrer in einer guten und sozial eingestellten Firma. Mein Grund-Verdienst liegt bei 1799,- Euro netto... dachte immer das es gutes Geld ist!? Miete 875,- Euro (!) NRW Umgebung Düsseldorf Soooooo...... nun habe ich den Rechner mal angeschwungen und bin fast umgefallen: 1 Leistungen Regelleistungen/Sozialgeld Antragsteller (Nordrhein-Westfalen): 323.10 € Ehepartner/in, Partner/in, Lebenspartner/in: 323.10 € Kinder bis 13 Jahre: 502.60 € Summe der Leistungen: 1148.80 € 2 Kosten für die Unterkunft Kaltmiete: 875.00 € Heizkosten : 0.00 € Summe der Unterkunftskosten: 875.00 € 3 Einkommen Summe der Einkünfte: 0.00 € Berechnung des Anspruchs Summe der Leistungen: 1148.80 € + Summe der Unterkunftskosten: 875.00 € - Summe der Einkünfte: 0.00 € + befristeter Zuschlag durch Arbeitslosengeld: 0.00 € = Ihr vermutlicher Anspruch: 2023.80 € Schätze mal dass ich meine volljährige 1. Tochter (also dann 3 Kinder), welche z. Zt. noch in einer Ausbildung ist und eine eigene Wohnung hat, ebenfalls noch einbeziehen darf? Wenn ich allerdings Einzelpersonen eingebe ist es doch besser zu arbeiten! Aber als Familie mit 2 Kindern .... besser zu Hause bleiben und das Leben geniessen? Wenn ich bedenke das ich von 9:00 bis 21:00 Uhr unterwegs bin und von meinen Kindern kaum was sehe! Hier stimmt doch was nicht?!!!! Gruß Michael |
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#2
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| Geb doch mal Deinen Verdienst Brutto/Netto mit an und die Miete richtig in bruttokaltmiete und Heizkosten. Evtl. stehen Euch aufstockend ALG2 oder Wohngeld zu. |
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#3
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| Du solltest Deinen Bleistift noch mal anspitzen! Was bekommst Du nach der Steuererklärung wieder raus? Hast Du alle Absetzmöglichkeiten ausgeschöpft? Wann sind die Kinder aus dem Haus? Welche Ersparnisse (Bankkonten, Lebensversicherungen,...) sind vorhanden und bis zu welcher Höhe werden diese angerechnet? Wie hoch sind die Nebenkosten der Wohnung (Strom-, Telefon-, Wasserkosten)? Wenn Du kündigst, bekommst Du erstmal eine Sperre und somit kein Geld. Was ist, wenn Dir ALG II doch nicht so gut gefällt oder sich die soziale Situation ändert (Kinder ziehen aus, Scheidung, ...) und willst doch lieber wieder arbeiten? Wenn Du Dich kündigen lässt (Diebstahl, Unterschlagung oder ähnliches), kannst Du Dich nicht mehr in Deiner alten Firma blicken lassen. Bei den Konkurrenzbetrieben brauchst Du Dich dann auch nicht mehr bewerben, die werden den Kündigungsgrund schon von Deinem Ex-Chef erfahren. Du bist dann für eine gewisse Zeit aus Deinem Beruf raus und für Unternehmer ein alter Mann. Du bekommst in Deiner Stadt eventuell keinen Job mehr. Ich kenne Jemanden, der bekommt ALG II und glaube mir, das ist nicht witzig! Da kommst Du kaum wieder raus. Und wenn Du Dich auch noch so bemühst. Da ist nichts von Westerwelle's Dekadenz zu spüren, ganz im Gegenteil! Bist Du einmal über längere Zeit dabei, wird sich Dein Leben nachteilig verändern. Dann hast Du einen Weg eingeschlagen, der Dein Leben in eine andere Richtung lenkt. In vielen Medien wird immer wieder berichtet, wie schön das Leben mit ALG II sein kann. Aber das entspricht NICHT der Realität! Bevor Du Dich und Deine Familie mit Vorsatz zerstörst, rechne lieber noch mal genau nach... |
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#4
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| Hallo, vielleicht denkst Du im ersten Augenblick die Leute die ALG II bekommen leben besser als der der arbeitet (dies wird ja nach Stammtischmeinungen verbreitet) liegst Du nicht ganz richtig. Es mag sein, dass im ersten Moment finaziell gesehen dies auch so sein mag, und manche wenige dies auch tun, sollte man die Mehrheit nicht vergessen die gerne arbeiten gehen würden auch für weniger Geld als bei AlgII aber leider keine Arbeit bekommen, aus welchen Gründen auch immer sehr oft ist es das Alter (über 50). Dann bedenke, dass Du Dich "nackt" ausziehen musst um überhaupt etwas zu bekommen, Du bist kein freier Mensch mehr. Wenn Du alles gegenrechnest nicht nur Geld dann wirst Du einsehen, dass Du mit Arbeit besser gestellt bist. Gruß Ingeborg |
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#5
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| Zitat:
Nicht zu vergessen - die ganze Diskussion darüber das ALGII viel zu niedrig bemessen sei. Ich frag mich genauso wie du, wie ihr und wir wohl bisher nur überleben konnten ??? nun zu deiner Berechnung: 1- Fehlt das Kindergeld beim Einkommen, macht 368 Euro mehr. 2. Freibetrag vom Einkommen wäre ca 310 Euro, evtl. mehr wenn die nachgewiesenen WErbungskosten höher wie 100 Euro im Monat sind. Netto Einkommen anrechenbar statt 1799 Euro noch 1489 Euro. Dazu kommt dann das Kindergeld 1857 Euro Gesamt einkommen. 3. Wohnung, 875 Euro ist so einiges. Angemessen für 4 pers. sind 95qm und maximal die KDU nach eurer Region, erfragbar bei der zuständigen Arge. Was heißt das damit zu rechnen ist, das 875 Euro NICHT übernommen werden. Noch angemerkt, Warmwasser und Strom gehört NICHT zu der Miete. Dies ist aus dem Regelsatz zu bestreiten. Trotzdem stehen den 2023 Euro Bedarf nur 1857 Euro Einkommen gegenüber. Hieße 166 Euro evtl. ALGII Anspruch. (die Miete mal an angemessen gesehen) Aber auch das sich deine Frau dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen muß. Eingeschlossen Maßnahmen und EEJ. Also entweder ALGII plus Maßnahmen und EEJ für Deine Frau. Oder gleich einen 400 Euro Job suchen und die Lücke selber schließen. Eine Möglichkeit wäre noch einen Wohngeldantrag zu stellen. Wohngeld-Rechner | geldsparen.de |
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#6
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| Du musst natürlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Wenn Du (ich glaube drei) Jobs nicht annimmst oder Du nicht soundsoviel Bewerbungen im Monat schreibst, wirst Du die Dekadenz (in Form von Sperren) zu spüren bekommen. Also bleibt dann nur noch der Job in einem Niedriglohnsektor. Und das heißt meistens: nachts, kalte, nasse, schwere oder dreckige Arbeit für wenig Geld auszuüben. Du solltest Dir überlegen, ob Du nicht lieber im warmen und trockenen LKW sitzt und nicht um Almosen betteln musst (obwohl Du 20 oder 30 Jahre eingezahlt hast). |
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#7
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| Zitat:
Auch Arbeitnehmer haben sofern sie hillfebedürtig sind Anspruch auf ALG2. |
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#8
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| Hier stimmt doch was nicht?!!!! So ist es. Ich kann jeden verstehen, der wegen des geringen Unterschieds im monatlich verfügbaren Budget zwischen Hartz IV und Lohn der Meinung ist: Warum soll ich dafür morgens aufstehen? Mir vielleicht noch ein Auto zulegen müssen, bin den Tag über weg, habe noch Kosten durch die Arbeit und komme auf ein Gehalt in Höhe der Regelsätze + Miete und Heizung. Oder sogar als Aufstocker noch darunter. Und dafür muss der Bedürftige sich auch noch offenbaren, sich nackig machen, alles an verfügbarem Mitteln darlegen, wenns dumm kommt die vorher noch zum Leben verbrauchen, als Bittsteller beim Amt anstehen, sich vielleicht noch dumm kommen lassen und als Mittelempfänger stets und ständig dem Amt zu Willen sein. So ein Arbeitnehmer muss sich in der Tat als Arbeitssklave fühlen. Sklaven wurden damals auch beköstigt und beherbergt. Gleichzeitig bekomme ich aber auch einen dicken Hals, wenn ich dann von denen höre, die es sich in H4 seit Jahren bequem eingerichtet haben und nach keiner Beschäftigung streben. Arno Dübel oder diese ganzen Migranten-Familienclans als H4 Abstauber. Den Rechtsstaat und unsere Werte ablehnen, darauf schei.... aber die Hand beißen, die sie füttert. Heinz Buschkowsky und Tilo Sarrazin haben schon Recht. Und ich kann auch jeden steuerzahlenden Arbeitnehmer und Unternehmer verstehen, die der Meinung sind, jeder der sein Leben mit Steuergeld bestreitet, soll wenn es machbar ist eine Gegenleistung dafür erbringen. 1Euro Job, gemeinnützige oder kommunale Tätigkeiten o.ä. Es ist mMn ein Unding, wenn die Unternehmen wegen Hartz IV und durch die Aufstockung die Löhne drücken können. Den Rest zahlt ja das Amt. Es gab gerade aktuell Meldungen von Arbeitgebern, die sittenwidrige Stundenlöhne von 1,50 bis 2,50 Euro zahlten. Und dass waren keine 1Euro Jobs, sondern normale Arbeitsverhältnisse. Es ist ja sogar noch so, dass durch die Aufstockung aus Steuermitteln die noch tariflich bezahlten Arbeitnehmer mit ihren Steuern u.U. den Wegfall ihres eigenen Arbeitsplatzes mitfinanzieren. Dann nämlich, wenn dafür ein Billigjobber oder Zeitarbeitnehmer eingestellt wird, oder die Tätigkeit in Tochtergesellschaften ausgelagert wird. Es ist aber auch ein Unding, wenn die Argen die Bezieher von Hartz IV – ggf. über Sanktionen - in solche schlecht bezahlten Jobs drücken, weil die Quoten erfüllt werden müssen und die Statistik der Arbeitslosen nach unten gedrückt werden soll. Das durch diese Wettbewerbsverzerrung an anderer Stelle wieder Jobs wegbrechen ist logisch aber wird hingenommen. Die Politik will es leider so. Ich kann den Staat aber auch verstehen. Der will Wachstum und Beschäftigung fördern. Der muss das sogar tun, weil er nur über Wachstum die Zinsen für die Kredite bezahlen kann. Also wird versucht die Wirtschaft zum Wachstum zu prügeln. Sozial ist was Arbeit schafft. Wachstum über alles. Lest mal hier nach, da schlackern euch die Ohren: Die Fehler im Geldsystem Ja, hier stimmt doch was nicht. Zum Teil ist es aber auch des Leuten selber Schuld. Solange sich der deutsche Michel diese Niedriglöhne gefallen lässt und dagegen nicht aufbegehrt, wird das so weitergehen. Das Problem ist der Mensch muss zum leben, zumindest essen und wohnen. Dafür braucht es Geld. Auch wenn man selbst keins verdient, ist dazu ein gewisser monatlicher Mindestsatz erforderlich, ohne den es einfach nicht geht. Wenn die Menschen zu den Billigjobs nein sagen, muss das Geld zum Leben trotzdem irgenwo herkommen. Für diese Zeit kommt es eben vom Steuerzahler. Und hier kommt der Druck vom Amt dazu. Nimmst du den Job nicht an, gibt’s Sanktionen. Die Frage ist wie kann Abhilfe her? Entweder zwingen die Menschen über die Verweigerung die Unternehmen zu höheren Löhnen. Thema Gewerkschaften. Oder es muss ein allgemeiner Mindestlohn her. Besser wäre es, wenn diese Verteilungskämpfe in der Tarifautonomie geklärt würden. Ob das in dieser globalisierten Welt von heute allerdings noch möglich ist? Die Löhne müssen einfach höher sein, gerade im unteren Bereich. Dafür die Aufstockung weg und die Regelsätze runter. Der Hinzuverdienst drückt die Löhne. Der Anreiz zur Arbeit muss da sein. Der ist nicht da, wenn der Unterschied zur Stütze zu gering ist. Wer vollzeit arbeitet muss davon ohne Hilfe vom Steuerzahler leben können. Zumindest ein einfaches Leben. Lange geht das hier in dieser Republik nicht mehr gut. So long |
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#9
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| Sorry, da hast Du natürlich vollkommen Recht! Grundsätzlich möchte ich noch sagen, dass das Problem nicht bei den "hohen" ALG II Sätzen liegt, sondern bei den niedrigen Löhnen. Die (meisten) Arbeitgeber profitieren von der hohen Arbeitslosigkeit. Wenn man mit einer Vollzeitarbeit (ich sage bewusst nicht: Job) nicht mehr ohne Hilfe überleben kann, dann läuft etwas falsch! In einem der reichsten Länder der Erde, kann man nicht von Stärke reden, wenn man sieht, wie man mit den Ärmsten des Landes umgeht. |
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#10
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| Mein Kommentar bezog sich auf Flöckchen. Sorry, ich bin neu hier und habe nicht zitiert. |
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