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#1
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| Ich habe eine angeborene, degenerative Wirbelsäulenerkrankung. Seit einem Jahr kann ich nicht mehr arbeiten. Ich stand vor der Wahl, mich entweder operieren zu lassen (OP als letzter Versuch, die Arbeitskraft wenigstens teilweise wiederherzustellen) oder EM-Rente zu beantragen. Vor 4 Monaten habe ich mich operieren lassen. Es war eine sehr lange OP (über 7 Std.) und sie ist sehr gut verlaufen. Direkt danach war eine Reha nicht möglich (bzw. hätte ich die meisten Anwendungen nicht machen können), ich war körperlich nicht belastbar - es musste erst mal alles verheilen (z.B. wurde die Muskulatur von d. WS abgetrennt, ein Schrauben-Stab-System eingebaut etc.), die Nachwirkungen der Narkose habe ich 2 Monate gespürt ... Es wurde nach einer Erholungszeit von 6 Wochen eine ambulante Reha beantragt. Ich habe direkt am Wohnort (2 km Entfernung zur Wohnung) ein großes Klinikum, dem eine ambulante Reha-Einrichtung angeschlossen ist. Das Klinikum hat einen Fahrdienst, der die ambulanten Patienten einsammelt. Bevor ich die Reha beantragt habe, habe ich mich im Klinikum genauestens erkundigt (die Einrichting war mir von meinen Ärzten empfohlen worden), nach fernmündlicher Auskunft der Rentenversicherung wurde mir bestätigt, dass die dort angebotene Reha genau meinen Anforderungen entspricht und mit dem Anbieter auch kooperiert wird. Der Fahrdienst würde mich als letzten Patienten abholen (bis zum Klinikum wären es dann noch 3-5 Autominuten, je nach Tageszeit). Im Laufe der Reha könnte sich sogar ganz auf den Fahrdienst verzichten und mit dem Bus hinfahren (kostenlos, da Schwerbehinderung, Merkzeichen "G"), Bus fährt bei mir vor der Tür ab und hält vor dem Klinikum. Da es bei mir eine vorrangige Reha ist, hätte ich im Höchstfall 3 Wochen auf eine Aufnahme warten müssen. Die ambulante Reha wurde von zwei Spezialisten (das sind die beiden Operateure, Neurochirug und Orthopäde, die mich gemeinsam operiert haben und bei denen ich bis heute in Behandlung bin) und meinem Hausarzt (der meine familiäre Situation genauestens kennt) befürwortet. Es gibt keine medizinischen und/oder sozialen Gründe, die gegen eine ambulante Reha sprechen. Und was macht die Rentenversicherung? Bewilligt mir im Eilverfahren (dass es eilt, wurde immerhin erkannt) eine stationäre Reha weit entfernt. Habe erst gedacht, es sei ein Versehen, weil im Bescheid kein Grund stand, warum die ambulante Variante abgelehnt wurde und um Umwandlung in eine ambulante Reha gebeten. Dies wurde abgelehnt (Formschreiben, dass eine ambulante Reha nicht erfolgversprechend sei). So ein Quatsch. Diejenigen, die mich operiert haben (richtige Koniferen , nicht irgendwer; selbst als Gutachter tätig), müssen ja wohl wissen, was geht und was nicht.Meine familiäre (alleinerziehend, Kinder z.T. chronisch krank etc.) Situation ist so, dass ich eine stationäre Reha nur in den Sommerferien machen kann. Deshalb hatte ich die OP auch auf den Anfang der diesjährigen Sommerferien gelegt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Reha verlängert werden wird (das ist jetzt schon klar). Ambulant wäre das problemlos möglich; stationär nicht. Das alles ist der Rentenversicherung bekannt. Ich musste die mir angebotene stationäre Reha jetzt leider erst mal ablehnen, und meine behandelnden Ärzte versuchen ihr Möglichstes, um doch noch eine ambulante Reha zu erwirken. Ich frage mich, wie es sein kann, dass jemand vom Medizinischen Dienst der Rentenversicherung, der nicht mal mein genaues Krankenbild kennt, sich derart sperrt und weiterhin behauptet, aus med. Gründen sei eine ambulante Reha nicht erfolgversprechend! Seit zwei Monaten halte ich mich mit Krankengymnastik über Wasser; aber das reicht nicht aus. Ich war sogar schon bei meiner Arbeitsvermittlerin (Jobcenter), um zu besprechen, wie eine Wiedereingliederung ins Arbeitsleben geschehen könnte. Maßnahmen bräuchte ich nicht; ich decke durch meine zwei Ausbildungen, meine Erfahrungen etc. genügend Arbeitsfelder ab und werde, auch als Quereinsteiger, gern genommen . Als Start hatten wir den März ins Auge gefasst und wir sind uns völlig einig darüber, wo ich später arbeiten kann. In welchem Umfang, kann sich erst nach div. Rehas herauskristallisieren. Aber auch das ist kein Problem. Ich bräuchte während meiner Reha keinen Schlag im Haushalt zu tun. Die Kinder könnten in der Schule essen (für eine bezahlte Haushaltshilfe ist mein jüngstes Kind zu alt) - die Kosten wären durch die Regelleistung und durch einen Zuschuss der RV (ca. 100,- pro Kind pro Monat) abgedeckt. Ich habe eine Putzfrau (die ich aus der Regelleistung bezahle, da gibt mir keiner was dazu), den Rest machen Freunde. Alles würde so weiterlaufen, wie es jetzt läuft. Nein, ich verstehe die Welt nicht mehr. Eine kostenintensive, stationäre Reha soll ich machen (wobei ich die Kinder da wo unterbringen müsste, was mir keiner bezahlt und außerdem sehr problematisch ist, da z.B. eine Tochter eine starke Hausstaubmilbenallergie hat und eine allergikergerechte Umgebung braucht; außerdem ist sie gerade im Herbst/Winter öfter krank, trotz aller Medikamente - 1 Woche könnte man mal überbrücken; aber 3 Wochen und mehr ...); eine kostengünstigere ambulante Reha, die für mich problemlos zu absolvieren wäre, wird abgelehnt. So ein hirnverbrannter Blödsinn, Verschwendung ohne Ende - und alles nur, weil die Rentenversicherung einmal entschieden hat und diese Entscheidung jetzt mit aller Macht durchsetzen will (sage nicht nur ich, sondern meinen auch meine behandelnden Ärzte). Aber vielleicht (hoffentlich) gibt sie ja doch noch nach. Alle reden vom Sparen und von unserem teuren Gesundheitswesen ... Danke, dass ich mich hier mal ausk... durfte.
__________________ - Maria - |
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#2
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| Zur Info für gleichermaßen Betroffene: Nach zweimaligem Widerspruch und ausführlichem Gutachten meiner behandelnden Ärzte wurde die stationäre jetzt endlich in eine ganztägig ambulante Reha umgewandelt. Leider hat sich mittlerweile herausgestellt, dass ich auch noch eine neue Hüfte brauche, was die Arbeitsaufnahme weiter verschiebt. Und nach der Hüfte (und Anschluss-Heilbehandlung) ist das Knie dran (mit wiederum Anschlussheilbehandlung). Ich hoffe natürlich, dass alle OPs und Rehas zügig abgewickelt werden; damit ich dann endlich eine auf der Straße liegende Arbeit annehmen kann (was für mich als behinderte, alleinerziehende, ältere Mutter natürlich genauso einfach ist wie für jeden anderen Sozialgeldbezieher) und dadurch - irgendwann - etwas von der Kindergelderhöhung habe ...
__________________ - Maria - |
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