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Hartz IV 4 - ALG II 2 Hier können Fragen zum Thema Hartz IV 4 und Arbeitslosengeld II 2 gestellt werden, sofern sie nicht in ein spezielleres Unterforum gehören.

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  #1  
Alt 11.08.2009, 10:46
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Beiträge: 2
Standard Mehrbedarf abgelehnt

Meine Frau und ich sind seit dem 25.03.2008 Hartz 4 Empfänger.
In unserem ersten Hartz 4 Antrag hat meine Frau einen Antrag auf
Mehrbedarf wegen kostenaufwendiger Ernährung wegen MS gestellt.
Dieser Mehrbedarf wurde bewilligt. Auch im Folgenantrag vom 12.08.2008
wurde der Mehrbedarf bewilligt. Nun hat sie im Jahr 2009 erneut einen Antrag wegen kostenaufwendiger Ernährung getellt, der aber abgeleht wurde, obwohl die MS noch im Antrag aufgeführt ist. Dies wurde mit einer neuen Empfehlung des "Deutschen Vereins", begründet das MS-Kranken, die einen BMI über 18,5 haben, kein Mehrbedarf mehr zusteht. Meine Frau hat daraufhin mit Hilfe einer Anwältin die ARGE-MYK verklagt. Doch leider teilte das Sozialgericht Koblenz die Auffassung der Gutachter, das meiner Frau kein Mehrbedarf mehr zusteht und wies die Klage in erster Instanz zurück. Zu unserer Schande müssen wir gestehn, das meine Frau ein Gewicht von 114kg und ich ein Gewicht von 137kg mit uns herumtragen.
Allerdings sind wir seit Januar 2009 in einer von unserem Hausarzt beaufsichtigten Ernährungsberatung, durch die meine Frau bereits 18kg und ich 41kg abgenommen haben. Bei einem Telefonat mit einem Mitarbeiter des "Deutschen Vereins" wurde meiner Frau wortwörtlich gesagt, das wenn sie nur die hälft essen würde, würde sie ja Geld sparen und wäre nicht auf einen Mehrbedarf angewiesen! Diese Aussage grenzt
für uns an "Diskriminirung Übergewichtiger". So schlimm das sich auch anhört, soll meine Frau nun nach jedem Essen den Finger in den Hals stecken, um den Mehrbedarf wieder bewilligt zu bekommen??? Oder habt Ihr vielleicht eine andere Idee?
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  #2  
Alt 11.08.2009, 11:49
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Registriert seit: 29.11.2008
Beiträge: 8.216
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Ich verstehe gerade das Problem nicht. Braucht ihr den Mehrbedarf für spezielle Ernährung (was bei einer reinen Ernährungsumstellung wegen Übergewicht nicht notwendig ist, in der Ernährungsberatung seid ihr ja schon) oder für mehr Nahrung?
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  #3  
Alt 11.08.2009, 12:06
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Registriert seit: 11.08.2009
Beiträge: 2
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Nun ja, wenn man sich Gesund ernähren will, muß man tiefer in die Tasche greifen, als wenn man nur Fast Food isst, besonders in den Wintermonaten, in denen Gemüse und Obst extrem teuer sind. Also sind wir eigentlich schon auf den Mehrbedarf angewiesen.
Es geht uns allerdings vielmehr darum, das man sogar von öffentlichen Stellen diskriminiert wird, wenn man übergewichtig ist. Dagegen sollte man mal was unternehmen, zumal wir ja etwas dafür tun um in die Norm zu passen. Gerade desswegen, weil wir keine typischen Hartz 4 Empfänger, die laut dem großteil der deutschen Bevölkerung als Säufer und faule Säcke hingestellt werden. Wir sind durch die schlechte Zahlungsmoral der
öffentlichen Hand (waren selbstständig als Behindertenfahrdienst) in Konkurs gegangen. Allerdings bemühen wir uns im Rahmen eines 400€-Jobs etwas Geld hinzu zu verdienen.
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  #4  
Alt 11.08.2009, 12:21
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Beiträge: 1.166
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Also ich brauch ja auch einen Nahrungsksotenzuschuss weil ich Colitis habe. Aber auf dem Antrag dafür steht,
es soll nur eine Krankheit bescheinigt werden, welche eine medizinisch notwendige, kostenaufwändigere Ernährung bedingt. Ist nur eine Ernährungsumstellung erforderlich, die dem Patienten keine Mehrkosten verursacht, ist eine Bescheinigung nicht erforderlich!

Quelle:http://www.arbeitsagentur.de/zentral...Ernaehrung.pdf

Somit würdet ihr also leider wirklich keine zusätzlichen Gelder bewilligt bekommen für Nahrungsumstellung. Denn ihr benötigt ja keine zusätzliche kostenaufwändige Nahrung.

Angela
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  #5  
Alt 11.08.2009, 12:34
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Beiträge: 3.305
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Kenn mich mit den Mehrbedarfen bei Kostenaufwändigerernährung nicht aus.

Habt ihr aber schonmal mit Eurer Ernährungsberatung das Finanzielle besprochen?
Denn wenn man z.B. kostengünstig Gemüse der Saison und auch beim Hersteller vor Ort(Wochenmarkt, Bauer) kauft, können die Dinge um einiges günstiger sein.
Davon ab empfinde ich "Fast Food" nicht als kostengünstiger als gesunde Ernährung. Mit nem Paket Spagehtti mit Sosse futtert man sich keine 130kg an. Ausser man nimmt 3 Pakete wo man aber auch wieder bei 3 - 4 € liegt und dafür bekommt man auch schon eine gesunde Mahlzeit für 2 Personen wenn man richtig plant.

Übrigens finde ich die Aussage der Dame am Telefon auch unter aller Kanone, ob sie wohl auch einer Magersüchtigen den Ernährungsanteil im Regelsatz streichen und einer Bulemikerin eine Mehrbedarf zusprechen würde?
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  #6  
Alt 11.08.2009, 12:48
Benutzerbild von Grubenpony
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Beiträge: 8.216
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Zitat:
Zitat von kater74 Beitrag anzeigen
Nun ja, wenn man sich Gesund ernähren will, muß man tiefer in die Tasche greifen, als wenn man nur Fast Food isst, besonders in den Wintermonaten, in denen Gemüse und Obst extrem teuer sind. Also sind wir eigentlich schon auf den Mehrbedarf angewiesen.
Bei 4, bzw, jetzt nur noch 3 Kindern im Haushalt habe ich schon immer auf gesunde Ernährung geguckt, Fastfood ist nicht, nicht nur alleine des Preises wegen. Von daher weiß ich, dass man mit einer organisierten Vorratshaltung (ein Tiefkühler leistet dabei besonders gute Dienste) keineswegs mehr für eine ordentliche, gesunde Ernährung ausgeben muss. Zumal ihr dabei ja auch noch den Zucker sowie die meisten Fette einspart.
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