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Hartz IV 4 - ALG II 2 Hier können Fragen zum Thema Hartz IV 4 und Arbeitslosengeld II 2 gestellt werden, sofern sie nicht in ein spezielleres Unterforum gehören.

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  #1  
Alt 18.08.2010, 19:37
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Standard Hartz IV & Minijob & Pflege der dementen Mutter

Folgendes: Meine 82jährige Mutter bekommt nach einem Schlaganfall nun Pflegestufe 2 - ihre Lähmungen sind Gott sei Dank zurück gegangen, jedoch hat dieser womöglich eine Demenz ausgelöst. Ob sie nachhaltig Bestand behält (ich weiß, das ist nicht heilbar, aber kann nach einem Schlaganfall wie ein Delir sein und sich normalisieren, was ich jedoch bezweifle, wenngleich es nach der Entlassung deutlich besser geworden ist). Ich selber hatte im vergangenen Jahr einen Burnout (20 Jahre Workoholic) und diesen gepflegt halbwegs ignoriert. Anfang des Jahres überlebt meine Mom nur ganz knapp den zweitschlimmsten Krankenhausvirus u. bekam Pflegestufe 1. Ich selbst fiel zurück, war wieder lange krankgeschrieben, aber peppelte sie trotzdem soweit wieder auf. Als ich mich nun wieder fit fühlte und mir einen neuen Job suchen wollte, kam ihr Schlaganfall "dazwischen". Bei ihrer KK bin ich eingetragene Pflegeperson mit der Auflage, nicht mehr als 30h die Woche zu arbeiten - wie es sich bei der PS2 verhält, entzieht sich meiner Kenntnis. In jedem Fall bin ich derzeit nur sehr eingeschränkt arbeitsfähig, da meine Mutter nicht 6 oder gar 8h allein bleiben kann. Ich möchte aber auch nicht zu Hause bleiben und habe nun ein Angebot, stundenweise die Woche zu arbeiten und käme damit auf ca. 150,-€, keine Reichtümer, aber für meinen eigenen Kopf wichtig - denn nur Pflegen, macht selbst krank und sorgt für Einsamkeit. Aber selbst dann muss ein Pflegedienst mind. 2x nach dem Rechten schauen. Kann mich das AA zwingen, einen anderen Job anzunehmen? Oder die Grundleistungen für Lebensunterhalt u. Whg. kürzen oder gar streichen, wenn ich bis auf weiteres nur diese Stunden arbeite? Bislang wohnen wir (meine Mom und ich) noch in getrennten Whgn. Wenn sich ihr Zustand stabilisiert, kann ich wieder mehr arbeiten gehen, wenn nicht, muss ich eine gemeinsame Whg. und nach neuen Lösungen suchen. Ein Heimfall ist sie noch nicht! Und was ich in der letzten Geriatrie medienreif erlebt hat, werde ich es auch solange es geht zu verhindern wissen!!! Wie gesagt, auch meine Beraterin beim AA weiß, dass ich kein Sozialschmarotzer oder n Faulpelz bin - im Gegenteil!
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  #2  
Alt 19.08.2010, 16:48
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Ort: Sachsen
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Standard Die ARGE wird im Falle der Pflege der Mutter keinen Zwang ausüben, ...

Nein, wenn Angehörige gepflegt werden, kann die ARGE dich nicht zu einer Aufnahme einer Tätigkeit zwingen. Im §10 SGB II wird explizit die Zumutbarkeit verneint, wenn die Pflege eines Angehörigen anders nicht sicher gestellt werden kann. Damit werden aber auch keine Sanktionen wegen Verweigerung einer Arbeitsaufnahme fällig.

SGB II § 10 Zumutbarkeit

...
4. die Ausübung der Arbeit mit der Pflege eines Angehörigen nicht vereinbar wäre und die Pflege nicht auf andere Weise sichergestellt werden kann, ...
__________________
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  #3  
Alt 19.08.2010, 16:58
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Beiträge: 2
Standard

vielen lieben dank!!!!! bin noch neu hier, sehe noch nicht so recht durch, aber hoffe der dank erreicht dich! lg B.
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  #4  
Alt 19.08.2010, 17:01
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Registriert seit: 05.03.2010
Ort: Sachsen
Beiträge: 919
Standard Ist schon o.K.

Dank ist angekommen. Für Auskünfte und Rückfragen gibt es doch dieses Forum . Ist schon ne gute Idee. Habe hier auch ne Menge dazugelernt.
Daß du deine Mutter pflegst, must du der ARGE aber auf jeden Fall melden. Auch mit Bescheinigungen belegen (z.B. dass du Pflegeperson bist).
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  #5  
Alt 21.08.2010, 00:09
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Registriert seit: 16.02.2009
Beiträge: 10
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Hallo,
ich hab genauso angefangen wie Du und ich kann mich daher dem Vorredner Spejbl nur anschließen. Es ist für dich gut, daß die Mutter bereits Pflegestufe 2 hat, aber die Bescheinigung der Krankenkasse ist GANZ wichtig. Und bitte auch genau auf die beschriebene Formulierung achten - bei mir wurde nicht so genau darauf geachtet - und ich als Faulpelz und Drückeberger hingestellt. Bis zu dem Tag (Wochen später), an dem ich die richtig ausgestellte Bescheinigung beibrachte, wurde ich terrorisiert, andauernd vorgeladen, für irgendwelche Massenveranstaltungen von Zeitarbeitsfirmen uva. Die Krönung war, daß sie vorher für mich viele Zehntausend investiert hatten, um aus mir einen Computerexperten zu machen - und wollten mir dann eine Stelle als Küchenhilfe in der Jugendherberge vermitteln, ganztags (obwohl ich bereits in dieser einen Stunde beim AA zittern mußte, was meine Mutter gerade wieder zuhause anstellt). Das hörte mit dem Tage der richtigen Bescheinigung sofort auf und der Tonfall wurde spürbar freundlicher. Ich mußte dann nur noch einmal im Jahr kommen um zu erklären, ob es Veränderungen gegeben hat.
Bei einer dementen Mutter würde ich erst mal gar nicht ans Weiterarbeiten denken, auch nicht daran, die eigene Wohnung beizubehalten - bei uns ging es rasant abwärts, (vorher Arbeit normal, dann bis 14 h, dann nur noch stundenweise, dann gar nicht mehr - zum Schluß hab ich meine eigene Wohnung nur noch nach 23 h gesehen. Es kann bei Demenz wirklich ganz rasant abwärts gehen, und sie kann dann nicht mehr allein bleiben, auch nachts nicht.
Such dir lieber einen guten Fernkurs zur Aus/Weiterbildung, den du quasi in "Sichtweite" zu ihr machen kannst, alle andere taugt nix - ich wollte das erst auch nicht einsehen, ich mußte es einsehen.
Ich wünsche Dir alle Kraft der Welt, Du wirst sie brauchen.
Liebe Grüße, Ruby
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hartziv, minijob&pflege der mutter

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