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Hartz IV 4 - ALG II 2 Hier können Fragen zum Thema Hartz IV 4 und Arbeitslosengeld II 2 gestellt werden, sofern sie nicht in ein spezielleres Unterforum gehören.

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  #1  
Alt 23.08.2011, 19:08
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Unglücklich 27, abgebrochenes Studium, Ausbildung, Lebenssicherung?

Hallo zusammen,

an sich ist mein Fall für viele von euch nichts neues und ich habe recht ähnliche Fälle bereits hier im Forum gefunden.
Doch ich bin echt verzweifelt, ratlos und verwirrt und möchte euch deshalb meine Situation schildern und euch um Rat bitten.

Ich habe vor sechs Jahren noch mit sehr viel Ehrgeiz und Motivation ein Sport- und Informatikstudium auf Lehramt begonnen. Aber schon in den ersten Jahren hatte sich gezeigt, dass ich Probleme bekommen könnte.

1. bekam ich nur unzureichend hohes BaFöG und meine Eltern konnten mich UND mein vier Geschwister kaum bis gar nicht unterstützen, wodurch ich nebenher arbeiten gehen und dadurch widerum weniger Zeit fürs Studium hatte.
2. Hatte die Uni ein System eingeführt bei dem man sich online für Seminare einschreiben musste und per Zufall dann Seminare zugelost bekommen hatte. In vielen Fällen (und leider auch meinem) hat man lediglich zwei oder drei Seminare pro Semester erhalten, wodurch ein Abschluss in der Regelstudienzeit völlig ausgeschlossen war.
3. Als ich nach drei Jahren die Schnauze voll von diesem System hatte, wollte ich die Uni wechseln, doch dort hatten sie mittlerweile dasselbe System eingeführt und mir wurde von Bekannten von selbigen Problemen berichtet.

Da ich nach 5 Jahren Studium vom Stoff her gerade mal bei der Hälfte angekommen war und ich nicht erst 5-7 Jahre später machen wollte, hatte ich mich also für den Abbruch und ein Neuorientierung beschlossen.
Ich habe diverse Praktika gemacht und mich für die schulische Ausbildung zum Erzieher entschieden, die nicht sehr weit weg von der Lehrertätigkeit entfernt war.

Seit November letzten Jahres bin ich in stetem Kontakt mit dem JobCenter, die mir für die Zeit der Neuorientierung und der Praktika ALG II zugesprochen haben. Mein Arbeitsvermittler erklärte mir, dass ich mit 27 Jahren und ohne abgeschlossene Ausbildung nichts für mich tun könnten und mich somit wortwörtlich im Stich gelassen haben.
Ich habe dann aber im April diesen Jahres die Zusage für die schulische Ausbildung zum Erzieher erhalten, habe dann den Antrag auf Schüler-BaföG gestellt und prompt die erwartete Ablehnung aufgrund der erreichten Förderungshöchstdauer erhalten.

Damit bin ich dann zum JobCenter gegangen und habe einen Antrag auf Weiterbewilligung des ALG II's gestellt.
Wie ihr sicher erwartet habt, habe ich nun heute, eine Woche nach Ausbildungsbeginn den Ablehnungsbescheid erhalten.
"...Ausbildung ist förderungsfähig."

Ihr fragt euch jetzt sicher, warum ich so überrascht und verwirrt bin.
Ganz einfach:
Erstens hat mir eine Bekannte, die in einem anderen Bezirk in der entsprechenden Abteilung sitzt, erklärt, dass ich generell zumindest eine Übernahme der Kosten von Unterkunft und Heizung zu erwarten hätte.
Zweitens hat mein älterer Bruder, der bereits eine erste Ausbildung abgeschlossen hatte, während seiner gesamten Ausbildung zum Erzieher ebenso ALG II bezogen.

Da die Frage, bzw. der Rat sicher aufkommen wird: Ich bin damals nicht grundlos ausgezogen, denn das Verhältnis zwischen meinen Eltern und mir war dermaßen schlecht, dass es keine andere Möglichkeit gab als auszuziehen. Und diese Möglichkeit besteht auch heute nicht.

Wie kann es sein, dass mein Bruder während der gleichen schulischen Ausbildung vom JobCenter unterstützt wird, während ich davor stehe, die Ausbildung abbrechen und mich arbeitslos melden zu müssen?

Drei Jahre Unterstützung (wenigstens KdU, den Rest könnte ich mir sicher irgendwie dazu verdienen) und ich würde als männlicher Erzieher zu 99,9% eine Stelle bekommen und dem Staat/JobCenter nicht länger auf der Tasche liegen.
Wenn nicht, liege ich ihnen wahrscheinlich noch länger auf der Tasche, wenn ich nicht bald eine Ausbildung finde, die vergütet wird.

Wenn ihr mir irgendeinen konstruktiven Rat geben könnt, wäre ich euch unendlich dankbar!
MfG BenDob
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  #2  
Alt 23.08.2011, 19:14
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A) Korrekt, es gibt einen Zuschuss zu den UNGEDECKTEN Kosten der Unterkunft. Also nur das, was durch (fiktives) Bafög nicht abgedeckt ist.

B) Vielleicht hat es dein Bruder als Umschulung über Bildungsgutschein gemacht, vielleicht hat er noch zuhause gewohnt oder aber: das Amt hat einen Fehler gemacht.

Die Ablehnung an sich ist nämlich absolut korrekt.

Turtle
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  #3  
Alt 23.08.2011, 20:11
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Erstmal danke für die schnelle Antwort!

Heißt das, da ich ich kein BaföG mehr bekomme, dass ich dadurch auch wiederum keinen Zuschuss zu den KdU bekommen kann?
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  #4  
Alt 23.08.2011, 20:16
Benutzerbild von Turtle1972
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Nach Gesetzeswortlaut erhalten folgende Azubis einen Mietzuschuss:

Zitat:
Erhalten Auszubildende Berufsausbildungsbeihilfe oder Ausbildungsgeld nach dem Dritten Buch oder Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz oder erhalten sie diese nur wegen der Vorschriften zur Berücksichtigung von Einkommen und Vermögen nicht ... erhalten sie einen Zuschuss zu ihren angemessenen Aufwendungen für Unterkunft und Heizung (§ 22 Absatz 1 Satz 1), soweit der Bedarf in entsprechender Anwendung des § 19 Absatz 3 ungedeckt ist.
Du fällst aber unter keine Kategorie, weil dein Bafög nicht wegen zu hohem Einkommen oder Vermögen abgelehnt wurde.

Damit gibt es keinen Zuschuss für dich.

Turtle
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  #5  
Alt 23.08.2011, 21:01
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Das heißt es gibt für mich keine andere Möglichkeit, als die Ausbildung abzubrechen, mich arbeitslos zu melden und Hartz IV zu bekommen, anstatt eine Ausbildung zu machen, bei der ich nach drei Jahren zu fast 100% eine Stelle finden würde?

Geht es nur mir so oder hört es sich sehr nach einer Gesetzeslücke an, wenn man die Paragraphen 60-62 liest "... und diese Ausbildung ... dem Grunde nach förderungsfähig ist."

Das was für mich so verwirrend daran ist, ist die Tatsache, dass Leute die eine Förderung in irgendeiner Art oder gar ein Gehalt bekommen, vom JobCenter eine Aufstockung erhalten, um ihre Lebensgrundlage zu sichern.
Das will mir einfach nicht in den Kopf, dass ich mir jetzt eine Ausbildung suchen muss, die keine bessere Zukunft bieten kann, als die zum Erzieher. Und das nur, damit ich etwas Geld bekomme, was dann wiederum aufgestockt wird.

Ich weiß, dass du nichts dafür kannst, aber wenn du mir den Sinn dahinter erklären könntest, wäre ich dir dankbar.^^
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  #6  
Alt 23.08.2011, 21:05
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Der Sinn dahinter mag sein, dass der Gesetzgeber nunmal sagt: "Ich habe lange genug finanziert, jetzt verdiene deinen Lebensunterhalt bitte mal selbst.".

Immerhin hattest du ja ausreichend Zeit, eine Ausbildung abzuschließen. Über deine Probleme im Studiengang kann ich wenig sagen, aber es gab sicherlich genug andere Studenten, die auch vom Bafög lebten und die es offensichtlich trotzdem geschafft haben. Wieso eigentlich erst Studium mit 21? Abi hat man doch eigentlich so mit 18/19 in der Tasche...

Turtle
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  #7  
Alt 24.08.2011, 10:00
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mit 27 eine Ausbildung finden,
die so bezahlt wird, daß man mit einem Nebenjob
über die Runden kommt, Zimmer im Azubiheim etc.
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  #8  
Alt 24.08.2011, 12:35
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Zitat:
Zitat von Turtle1972 Beitrag anzeigen
Wieso eigentlich erst Studium mit 21? Abi hat man doch eigentlich so mit 18/19 in der Tasche...
Das kann schonmal vorkommen. Abi mit 19, dann Grundwehr- oder Zivildienst - die waren ja vor 8 Jahren deutlich länger als heute. Schon kann man mit 21 Jahren ein Studium anfangen...
__________________
Schöne Grüße
ubu
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  #9  
Alt 24.08.2011, 13:22
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Richtig.
Ich meine klar ... ich weiß natürlich, dass ich einen Fehler gemacht habe, als ich beschlossen hatte so lange um mein Studium zu kämpfen.
Wenn ich nochmal zurück könnte und es anders machen könnte, würde ich mit Sicherheit gleich die Ausbildung zum Erzieher machen, weil ich eben gerne, gut und erfolgreich mit Kindern und Jugendlichen umgehen kann.

Und genau das ist das Problem. Das Lehrerstudium hat nicht geklappt, wie ich es mir vorgestellt hatte und ich war nach meiner Exmatrikulation völlig ... ja ... planlos. Das hat sich noch verschlimmert, als mein Arbeitsvermittler mir mitteilte, dass er mir nicht mehr helfen könne, da ich nicht mehr zu vermitteln wäre.
Glücklicherweise habe ich dann auf anraten meines Bruders, der dieselbe Ausbildung genossen hat, Praktika in Kitas und Jugendzentren gemacht und gesehen, dass ich meine bis dahin gesammelte Erfahrung im Umgang mit Kindern und Jugendlichen in diesem Beruf wirklich gut und effektiv einbringen kann. Daraufhin habe ich die Bewerbung zur Ausbildung als staatlich anerkannter Erzieher rausgeschickt und prompt die Zusage erhalten.

Was ich damit sagen möchte, ist, dass ich nach all den Jahren DEN Job gefunden habe, den ich von Anfang an hätte machen sollen und in dem ich wirklich aufgehen und auch etwas bewirken kann. Ich kann mir schlicht und einfach nicht vorstellen diese Ausbildung jetzt abbrechen zu müssen.

Der Wohngeldantrag ist natürlich schon raus und ich werde mich jetzt schleunigst nach einem zweiten 400€ Job umsehen, um über die Runden zu kommen, aber es muss doch IRGENDEINE Möglichkeit geben, dass ich nach der Schule auch noch genügend Zeit habe, um die Hausaufgaben machen zu können und mich auf Prüfungen vorzubereiten.

Fällt euch nicht irgendetwas ein?
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  #10  
Alt 24.08.2011, 13:41
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NEIN, es gibt keinen bequemen Weg. Dazu war dein Fachrichtungswechsel schlichtweg zu spät.

Es geht, wenn überhaupt, dann nur über Nebentätigkeit, wo du ausreichend verdienen musst, dass es Wohngeld gibt. Und das ist derzeit mit 400 Euro auch nicht gegeben.

Du bist ja wahrscheinlich noch nichtmal krankenversichert, oder wovon bringst du die KV/PV Beiträge auf?

Turtle
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Stichworte
abgebrochenes studium, alg ii, bafög, erzieher, schulische ausbildung

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