Grundsätzlich wird BAföG nur für eine Erstausbildung gezahlt.

§ 7 Abs. 1 BAföG bestimmt, dass Ausbildungsförderung nur für eine Erstausbildung geleistet wird. Diese Erstausbildung besteht aus

  • der weiterführenden allgemeinbildenden Schulausbildung und
  • der berufsbildenden Ausbildung.

Weiterführende allgemeinbildende Ausbildung

Weiterführend allgemeinbildend ist eine Ausbildung, wenn sie zum Haupt- oder Realschulabschluss, zur Fachhochschulreife oder zur fachgebundenen oder allgemeinen Hochschulreife führt. Eine solche Ausbildung bieten also z.B. Gymnasien, Fachoberschulen und Ausbildungsstätten des zweiten Bildungsweges.

Berufsqualifizierende Ausbildung

Eine Ausbildung ist berufsqualifizierend, wenn sie eine berufliche Grundbildung oder berufliche Fachkenntnisse und im Regelfall auch eine berufliche Qualifikation vermittelt (also etwa die Ausbildung an einer Berufsfachschule, Fachschule, Höheren Fachschule, Akademie, Hochschule).

Nach dem BAföG werden über die weiterführende allgemeinbildende Schulausbildung hinaus mindestens drei Jahre berufsbildender Ausbildung gefördert.

Dabei gilt, dass betriebliche Ausbildungen, die nicht an einer nach dem BAföG förderungsfähigen Ausbildungsstätte durchgeführt werden (z. B. Ausbildung zum Mauerer in einem Baubetrieb), beeinträchtigen dann weiterhin bestehenden Förderungsanspruch nach § 7 Abs. 1 BAföG nicht. Wird eine berufsqualifizierende Ausbildung in weniger als 3 Schul- oder Studienjahren abgeschlossen, so verbraucht sie den Grundanspruch auf Förderung nach dem BAföG nicht. Es besteht ein Anspruch auf Förderung einer weiteren Ausbildung nach § 7 Abs. 1 BAföG, auch dann, wenn dabei der Dreijahreszeitraum überschritten wird.

Beispiel für einen Verbrauch des Grundförderungsanspruchs nach § 7 Abs. 1 BAföG: Abitur und erfolgreiches Studium. Ein weiter von dem Auszubildenden angestrebtes Aufbaustudium könnte als weitere Ausbildung lediglich unter den in § 7 Abs. 2 BAföG genannten Ausnahmevoraussetzungen gefördert werden.

Förderungsmöglichkeit für eine weitere Ausbildung

Gem. § 7 Abs. 2 BAföG kann nur eine einzige weitere Ausbildung gefördert werden, und zwar nur in folgenden Fällen:

  • Eine weitere Hochschulausbildung ergänzt eine Hochschulausbildung in der Form, das sie für die Aufnahme des angestrebten Berufs rechtlich erforderlich ist.
  • Zweiter Bildungsweg: Eine Schulausbildung wird nach einer Berufsausbildung zu dem Zweck aufgenommen einen Abschluss des allgemeinbildenden Schulwesens nachzuholen.
  • Eine Ausbildung eröffnet sich durch den zweiten Bildungsweg eröffnet (z. B. Universitätsstudium nach dem Erwerb des Abiturs am Abendgymnasium),
  • Eine weitere Ausbildung, die einer absolvierten Ausbildung an einer Berufsfachschule oder einer Fachschule nachfolg.

Master oder Magisterstudiengang

§ 7 Abs. 1a BAföG gibt neben § 7Abs. 2 BAföG die Möglichkeit der Förderung eines Master- oder Magisterstudienganges oder eines postgradualen Studienganges. Voraussetzung ist, dass dieser a) auf einem Bachelor- oder Bakkalaureusstudiengang aufbaut und

b) der Auszubildende außer dem Bachelor- oder Bakkalaureusstudiengang noch keinen Studiengang abgeschlossen hat.

Es ist kein zeitlicher Zusammenhang zwischen Bachelor-/Bakkalaureus- und aufbauendem Studiengang notwendig. Wenn der Auszubildende zwischen dem Bachelor-/Bakkalaureus- und dem aufbauenden Studiengang mindestens drei Jahre erwerbstätig ist, so geschieht die Förderung gemäß § 11 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 BAföG unabhängig vom Einkommen der Eltern. Es muss aber die Altersgrenze des § 10 Abs. 3 BAföG eingehalten sein.