Intention der Studienabschlussförderung ist die finanzielle Unterstützung von Studenten, die die Förderhöchstdauer beim BAföG überschritten haben, allerdings in absehbarer Zeit ihren Studienabschluss machen können.

Die Studienabschlusshilfe gibt es nur für immatrikulierte Studierende an Hochschulen. Sie ist in § 15 BAföG verankert. Die Studienabschlusshilfe oder Studienabschlussförderung soll den Lebensunterhalt der Studenten während der Examenszeit sicherstellen. Für höchstens 12 Monate kann eine Ausbildungsförderung in Form eines verzinslichen Bankdarlehens gewährt werden. Diese Art der Förderung kann auch von Studierenden in Anspruch genommen werden kann, die aus der normalen BAföG-Förderung herausgefallen sind.

Voraussetzungen der Studienabschlusshilfe

Die Gewährung der Studienabschlussförderung hat gem. § 15 Abs. 3 a BAföG i. V. m. § 17 Abs. 3 BAföG zur Voraussetzung, dass

  • die Zulassung zur Abschlussprüfung spätestens innerhalb von vier Semestern nach Ablauf der Förderungszeit erfolgt sein muss
    und
  • die Prüfungsstelle bescheinigt, dass die Ausbildung innerhalb einer Zeit von bis zu 12 Monaten abgeschlossen werden kann.

Höhe der Studienabschlusshilfe und Auszahlungsdauer

Das Bafög-Amt setzt die Höhe der Studienabschlussförderung fest. In der Regel ist sie so hoch, wie das BAföG, das zuletzt bezogen wurde. Wurde noch kein Bafög bezogen, so wird die Höhe vom Bafög-Amt neu berechnet.

Die Studienabschlusshilfe wird für höchstens 12 Monate gezahlt, selbst dann, wenn der Abschluss tatsächlich doch länger dauern sollte, etwa, weil man durch die Prüfung gefallen ist.

Modalitäten der Studienabschlusshilfe: Bankdarlehen

Es wird ein Darlehensvertrag abgeschlossen, und zwar mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Vom Beginn der Auszahlung des Darlehens an ist es zu verzinsen. Diese werden allerdings gestundet. Gem. § 18 c Abs. 2 BAföG erhöht sich die Darlehensschuld jeweils zum 31. März und 30. September um die gestundeten Zinsen.

Entsprechend § 18 c Abs. 3 BAföG ist Zinssatz der EURIBOR-Zinssatz zuzüglich eines Aufschlags von einem Prozent.
Das Bankdarlehen muss einschließlich der Zinsen in gleichen monatlichen Raten von mindestens 105,00 Euro innerhalb von 20 Jahren zurückgezahlt werden. Die Rückzahlung muss sechs Monate nach Ablauf des Monats, für den die Ausbildung zuletzt mit Bankdarlehen gefördert worden ist, beginnen. Es ist möglich, das Darlehen jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurück zu zahlen.

Diese und weitere Einzelheiten zum Bankdarlehen sind in § 18 c BAföG geregelt.

Die Gewährung des Bankdarlehens setzt zunächst voraus, dass durch das Amt für Ausbildungsförderung in dem in Betracht kommenden Ausnahmefall BAföG gewährt wurde. Die Antragstellung erfolgt deshalb über das Amt für Ausbildungsförderung des Studentenwerks Bielefeld.