Die Vereinbarung der Probezeit im Arbeitsvertrag

Die Vereinbarung einer Probezeit im Arbeitsvertrag dient dazu, die Fähigkeiten, Interessen und Eigenarten des Arbeitnehmers kennen zu lernen.

Es soll festgestellt werden, ob Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf Dauer zusammenarbeiten wollen. Die Probezeit muss eine festgelegte Zeitspanne haben.

Dauer der Probezeit

Die Dauer der Probezeit muss von den Parteien des Arbeitsvertrages ausdrücklich vereinbart werden. Sie richtet sich nach den Anforderungen, die der jeweilige Arbeitsplatz an den Arbeitnehmer stellt. In der Regel werden sechs Monate Probezeit vereinbart. Nach sechs Monaten greift auch der allgemeine Kündigungsschutz.

Ist die Arbeitstätigkeit allerdings recht einfach, so kann eine Probezeit von lediglich vier Wochen bis vier Monaten vereinbart werden. Bei besonders anspruchsvollen Tätigkeiten ist eine Probezeit von neun bis zwölf Monaten verhältnismäßig und gerechtfertigt. Das ist insbesondere im wissenschaftlichen und künstlerischen Bereich der Fall.

Kündigung während der Probezeit

Beide Parteien des Arbeitsvertrages können das Arbeitsverhältnis während der Probezeit kündigen, sowohl ordentlich als auch außerordentlich.

Handelt es sich um die übliche Probezeit von bis zu sechs Monaten, so gilt eine ordentliche Kündigungsfrist von zwei Wochen. Ist die Probezeit beendet, gelten die normalen Kündigungsfirsten. Wird die Probezeit einvernehmlich von Arbeitnehmer und Arbeitgeber verlängert, so verlängert sich auch die verkürzte Kündigungsfrist.

Kündigt der Arbeitgeber innerhalb der ersten sechs Monate, so braucht er die Kündigung nicht zu begründen.

Handelt es sich um eine längere Probezeit als sechs Monate, so greift nach sechs Monaten der normale Kündigungsschutz, vorausgesetzt, im Betrieb sind mehr als zehn Arbeitnehmer beschäftigt. Dann ist eine Kündigung ohne Grund nicht mehr möglich.

Befristetes Probearbeitsverhältnis

Eine Probezeit kann auch in der Form eines befristeten Arbeitsverhältnisses vereinbart werden. Dies muss aber ausdrücklich und schriftlich vereinbart werden, denn im Zweifelsfall liegt immer ein unbefristetes Probearbeitsverhältnis vor.

Ist eine befristetes Probearbeitsverhältnis vereinbart worden, so greifen die Regeln für das normale befristete Arbeitsverhältnis: das Beschäftigungsverhältnis endet ohne Kündigung automatisch mit Ablauf der Vertragszeit, wenn es nicht zuvor verlängert wurde.
Bei einem befristeten Probearbeitsverhältnis greift der allgemeine oder besondere Kündigungsschutz (etwa nach dem Mutterschutzgesetz oder bei Schwerbehinderten) nicht.

Probezeit und Ausbildung

Auszubildende müssen immer eine Probezeit vereinbaren. Sie hat eine Länge von mindesten einem und höchsten drei Monaten. In dieser Zeit darf das Ausbildungsverhältnis jederzeit ohne Angabe eines Grundes gekündigt werden.